Heute wäre Adam Opel 175 Jahre alt geworden

09.05.2012

Heute wäre Adam Opel 175 Jahre alt geworden

Rüsselsheim.  2012 ist für Opel ein geschichtsträchtiges Datum. Neben dem 150-jährigen Firmenjubiläum feiert auch der Firmengründer Adam Opel einen runden Geburtstag. Der gebürtige Rüsselsheimer wäre heute 175 Jahre alt geworden. Sein sicheres Gespür für die Marktchancen von Nähmaschine und Fahrrad, deren Weiterentwicklung, die Fertigungs-Perfektionierung und die konsequente Vermarktung machten ihn zu einem der bedeutendsten deutschen Unternehmer, nicht zuletzt dadurch, dass er die neuen und exklusiven Produkte einer breiten Masse zugänglich machte.


 

Im Spätherbst 1835 sucht das Marktstädtchen Rüsselsheim per Ausschreibung einen „tüchtigen Schlossermeister“. Den Zuschlag erhält Philipp Wilhelm Opel aus dem rheinland-pfälzischen Dachsenhausen. Damit ist der Grundstein für die Verbindung der Familie Opel zur Stadt Rüsselsheim gelegt. Zwei Jahre später, am 9. Mai 1837, wird Adam als ältester Sohn des neuen Schlossermeisters geboren.

Als Kind der frühindustriellen Zeit übt die moderne Technik auf Adam Opel eine enorme Anziehungskraft aus. Vor allem die Metropole Paris als Hochburg der Aufklärung und als geistiges Zentrum Europas fasziniert ihn. Nach der Lehre im elterlichen Betrieb begibt sich der Opel-Sprössling auf Wanderschaft. Über Köln, Lüttich und Brüssel kommt der gerade 21-jährige im Mai 1858 in der bereits eine Million Einwohner zählenden Stadt an. Eine völlig neue Welt: Gasbeleuchtung macht die Nacht zum Tag, Lokomotiven und Telegraphen signalisieren eindeutig eine neue Ära. Nach seiner Ankunft in Frankreich fängt er in der Nähmaschinenfabrik „Journeaux et Lebland“ in der Rue d’Arcole, einer der bedeutendsten Nähmaschinenhersteller in Paris an. Nach drei Jahren verlässt er die französische Hauptstadt und nimmt die neue Technik mit nach Deutschland.

Zurück in Rüsselsheim muss er im elterlichen Betrieb mitarbeiten. Die Idee, Nähmaschinen zu bauen, stößt in der Opel-Familie auf wenig Gegenliebe. Dem Unmut seines Vaters zum Trotz beginnt Adam in mühevoller Nachtarbeit seine erste Nähmaschine herzustellen. Sechs Monate braucht er, bis alle mechanischen Probleme gelöst und die richtigen Teile vor Ort sind. Neben den ganz praktischen Problemen kämpft er auch gegen den Widerstand in der Gesellschaft. Vor allem Schneider fürchten um ihren Arbeitsplatz. Beim Versuch sein zweites Nähmaschinenexemplar über den Main zu bringen und es in Flörsheim zu verkaufen, wird er von wütenden Schneidergesellen am gegenüberliegenden Ufer mit einem Steinhagel empfangen. Er kehrt zwar unverrichteter Dinge nach Rüsselsheim zurück, lässt sich aber nicht von seinem Vorhaben abbringen. Die Erfolgsgeschichte der Opel-Nähmaschinen nimmt ihren Lauf.

In den 1880er Jahren widmet sich Adam Opel zusätzlich der Fahrradproduktion. Zunächst steht er dem neu erfundenen Hochrad skeptisch gegenüber, auch weil er bei einem ersten Fahrversuch in Paris stürzt. Als er jedoch sieht, welchen Preis der Verkauf eines Rads erzielt, ist die Neugierde des erfahrenen Kaufmanns dann doch geweckt. Im Jahr 1886 verlässt das erste Fahrrad dann die Rüsselsheimer Produktionshallen. Ein Jahr später werden bereits neun Hochrad-Modelle gebaut, die so klangvolle Namen tragen, wie „Rhenania“, „Merkur“ oder „Viktoria“. Vor allem in der Entwicklung vom Hoch- zum Niederrad und der dadurch erleichterten Handhabung sieht der Unternehmer Opel großes Marktpotenzial. Nicht zuletzt durch die vielen Rennerfolge der fünf Söhne Adams mit dem Niederrad „Blitz“ 1889/90 wird das Unternehmen zu einem der weltweit größten Fahrradhersteller.

Nach seinem Tod am 8. September 1895 führen Ehefrau Sophie und die fünf gemeinsamen Söhne das erfolgreiche Familienunternehmen weiter und modernisieren zunächst die Nähmaschinenproduktion. Am Ende des 19. Jahrhunderts entdeckt die Familie zusätzlich zum Fahrradgeschäft einen weiteren Industriezweig, der unmittelbar mit dem steigenden Bedürfnis nach Mobilität zusammenhängt: den Automobilbau. Vier Jahre nach dem Tod des Firmengründers beginnt in Rüsselsheim das Zeitalter des Automobilbaus. Was aus den - vom alten Adam eher kritisch beäugten - „Motorkutschen“ 150 Jahre nach seinem unternehmerischen Start geworden ist, hätten den aufgeschlossenen Geschäftsmann überrascht.

Opel Moonlight Roadster gewinnt Bodensee Klassik

08.05.2012

Opel Moonlight Roadster gewinnt Bodensee Klassik

Rüsselsheim/Bregenz.  Ein 79 Jahre Opel Moonlight Roadster aus der Sammlung des Rüsselsheimer Werkes hat die Bodensee Klassik Rallye gewonnen. Nach drei Tagen,
570 Kilometern und zahlreichen Sonderprüfungen über steile Alpenpässe in Bayern, Österreich und der Schweiz lagen Hanns-Werner Wirth und sein Beifahrer Thomas Ranft an der Spitze des Feldes.

 

Im engen Zweisitzer mit 1,8-Liter-Vierzylinder-Motor und 33,5 PS, der vom Kölner Karosseriebauer Deutsch nur 51 Mal hergestellt wurde, setzte sich das Team gegen 150 Konkurrenten durch – viele davon mit deutlich jüngerer Technik und stärkerer Motorisierung. Der Vorsprung von Wirth/Ranft  gegenüber den Zweitplatzierten, einem Team im Jaguar E 4.2 von 1965,  betrug 32 Punkte

„150 Jahre Opel“ auf der Techno Classica

21.03.2012

 „150 Jahre Opel“ auf der Techno Classica

Rüsselsheim. Der Auftritt von Opel bei der 24. Techno Classica (21. bis 25. März) steht ganz im Zeichen des großen Firmenjubiläums. Auf 500 Quadratmetern präsentiert der Automobilhersteller in Halle 2 der Messe Essen vielfältige Exponate aus der 150-jährigen Geschichte des Unternehmens. Erstmals in Deutschland zu sehen ist die E-Bike-Studie RAD e.

 

Rechts und links einer stilisierten Straße, die von einer Statue Adam Opels zur Miniatur des historischen Opel-Turms aus Rüsselsheim führt, stehen die Zeugen der ereignisreichen Firmenhistorie. Dabei reicht die Spanne der ausgestellten Innovationen von der Nähmaschine, mit der Adam Opel 1862 in der väterlichen Schlosserwerkstatt den Grundstein für seinen unternehmerischen Erfolg legte, bis zum „Auto des Jahres 2012“ Ampera, der ersten voll alltagstauglichen Elektrolimousine eines europäischen Herstellers.

Schwerpunkt Raketentechnik

Ein Schwerpunkt des diesjährigen Opel-Auftritts auf der größten Klassiker-Messe der Welt ist die spektakuläre Raketentechnik, bei der Opel Pionierarbeit geleistet hat. Zu sehen ist der RAK 2, mit dem Fritz von Opel, Enkel des Firmengründers Adam Opel, am 23. Mai 1928 vor 3.000 geladenen Zuschauern auf der Berliner AVUS zu einer weltweit beachteten Rekordfahrt startete. 24 Raketen mit insgesamt 120 Kilogramm Sprengstoff sorgten für den entsprechenden Vortrieb, der von Opel auf eine Spitzengeschwindigkeit von 238 km/h

katapultierte. Ebenfalls in Essen: das Opel-Sander RAK 1-Flugzeug, mit dem „Raketen-Fritz“, wie der Volksmund Fritz von Opel mittlerweile nannte, im September 1929 vom Flughafen Frankfurt-Rebstock aus den ersten öffentlichen bemannten Raketenflug der Welt absolvierte.

Von Doktorwagen und Laubfrosch bis zum RAD e

Die auf der Techno Classica erstmals in Deutschland präsentierte Designstudie RAD e – ein futuristisches E-Bike, das die Strategie der Marke im Bereich Elektromobilität ergänzt und einen konzeptionellen Beitrag zur innerstädtischen Mobilität liefert – spannt den Bogen in die Vergangenheit der Marke: 1886 verlässt das erste „Velociped“ die Fabrik in Rüsselsheim, Mitte der 1920er Jahre ist Opel bereits größter Zweiradproduzent der Welt. Eine Rennmaschine des Typs ZR III und das Rad „Opel-Victoria-Blitz“ zeugen von dieser wichtigen Epoche, die 1937 nach mehr als 2,6 Millionen gefertigten Fahrrädern endet.

1899 begann parallel die Geschichte des Automobilbaus bei Opel. Der „Patent Motorwagen System Lutzmann“ machte den Anfang. Er ist ebenso auf dem Opel-Stand zu bestaunen wie die historischen Modelle „Doktorwagen“ (1909) oder der grasgrüne „Laubfrosch“, mit dem Opel 1924 die Großserienproduktion startete. Ausschnitte der Opel-Historie dokumentieren zudem der chromverzierte Kapitän von 1952, der legendäre Opel GT (1968) und ein weiß lackierter Monza GS/E der frühen 1980er Jahre.

75 Jahre Opel Super 6 und Admiral

1. März 2012

Aufbruch in die Oberklasse - 75 Jahre Opel Super 6 und Admiral

1937 beginnt bei Opel die Sechszylinder-Tradition mit wegweisender Technik.

Rüsselsheim.  Im Februar 1937 stellt Opel auf der Berliner Automobil- und Motorradausstellung zwei neue Modelle mit wegweisender Technik vor: Super 6 und Admiral. Beide Typen sind mit fortschrittlicher Motoren-Technologie ausgerüstet. Der als Vertreter der oberen Mittelklasse konzipierte Super 6 verfügt über einen laufruhigen 2,5 Liter-Reihensechszylinder mit 55 PS, das Oberklasse-Modell Admiral besitzt einen drehmomentstarken Sechszylinder mit 3,6 Litern Hubraum und 75 PS. Kennzeichnend für beide Triebwerke ist die moderne ohv (over-head-valve)-Steuerung mit hängenden Ventilen, die im Falle von Super 6 und Admiral über eine stirnradgetriebene Nockenwelle betätigt werden.

Den pünktlich zum 75. Opel-Firmenjubiläum präsentierten Modellen steht eine große Zukunft bevor. Der Super 6 bereitet den Weg für den populären Opel Kapitän von 1938, mit modern konstruiertem 2,5 Liter-Motor. Mit dem großen Admiral meldet sich das Unternehmen in der Oberklasse zurück und begründet die Linie der neuen Luxusmodelle aus Rüsselsheim.

„Stark der Motor, formschön die Linie“

Mit dem Super 6 führt das Unternehmen zum ersten Mal einen Motor mit hängenden Ventilen in das Modellprogramm der Großserie ein. Betätigt werden die Ventile über eine stirnradgetriebene Nockenwelle, Stößelstangen und Kipphebel. Der kurzhubige 2,5 Liter-Sechszylinder-Reihenmotor leistet 55 PS und beschleunigt den Super 6 auf eine Höchstgeschwindigkeit von 117 km/h. Von größerer Bedeutung ist die Dauergeschwindigkeit von 100 km/ - ein „autobahnfester“ Antrieb gilt in Zeiten des wachsenden deutschen Autobahnnetzes als Qualitätsmerkmal modernem Fahrzeugbaus. Das für hohe Drehzahlfestigkeit ausgelegte Triebwerk glänzt mit hohem Drehmoment, seidenweichem Lauf und, gemäß des Leitspruchs „Opel, der Zuverlässige“, vorbildlicher Standfestigkeit. „Vorzüge, die bisher meist kostspieligen Sport- und Hochleistungsmaschinen vorbehalten blieben, werden nunmehr mit dem Opel Super 6 auch den Käufern einer mittleren Preisklasse zur Verfügung gestellt“, fasst der Katalog das technische Alleinstellungsmerkmal des neuen Super 6 zusammen.

Das leistungsstarke Triebwerk prädestiniert den Super 6 für den Einsatz im Motorsport: Auf Basis des Super 6 entstehen speziell vorbereitete, 65 PS starke Gelände-Sportwagen, die den Geländesport dominieren und bei Langstreckenprüfungen wie der „Internationalen Deutschen Alpenfahrt“ zahlreiche Siege erringen.

Ab Werk steht eine viertürige Limousine und eine Cabriolet-Version zur Wahl, ab 1938 ist auch eine zweitürige Limousine erhältlich. Im Gegensatz zum 1935 präsentierten Opel Olympia mit selbstragender Karosserie findet beim Super 6 auch weiterhin die klassische Bauweise mit Kastenrahmen und separatem Aufbau Verwendung. Dies kommt Karosseriebauern wie Hebmüller, Autenrieth, Buhne oder Gläser entgegen, die für den Super 6 elegante, maßgeschneiderte Roadster- und Cabriolet-Kleider entwerfen. „Stark der Motor, formschön die Linie“, heißt es folgerichtig in der Werbung für den neuen Super 6.

Mit dem Super 6 baut Opel seinen Vorsprung in der Sechszylinder-Klasse weiter aus und festigt seine Position als größter Automobil-Hersteller Europas. Bis zur Vorstellung des Nachfolgers Kapitän im Jahr 1938 werden 46.453 Einheiten des Super 6 produziert.

 

„Schönheit und Kraft, zu hoher Vollkommenheit vereint“

Zeitgleich mit dem Mittelklasse-Modell Super 6 debütiert das neue Luxusmodell des Unternehmens, der Opel Admiral. Das neue Flaggschiff zeichnet sich durch sein opulentes Design und Innenraum-Styling aus und wird von der aktuellen Mode der Stromlinie und Art Déco bestimmt. Mit dem Oberklasse-Modell, das erstmals den Namen „Admiral“ trägt, krönt Opel sein Modellprogramm und bietet neben der eleganten, 6500 RM teuren Limousine auch ein viertüriges Cabriolet zum Preis von 7000 Mark an. Wie beim Super 6 baut die Karosserie auf einem verwindungssteifen Rahmen auf und ermöglicht es Karosseriebauern, eigene Entwürfe umzusetzen.

Für Fahrkomfort auf hohem Niveau sorgen einzeln aufgehängte („unabhängig gefederte“) Vorderräder, „Opel-Synchron-Federung“ genannt, hydraulische Stoßdämpfer und Stabilisatoren. Die Banjo-Hinterachse verfügt über Halbelliptiklängsfedern und hat ebenfalls hydraulische Stoßdämpfer. Als Antrieb dient ein Reihensechszylinder mit 3,6 Litern Hubraum und 75 PS. Auch das ohv-Aggregat des Admiral ist hohen Dauerbelastungen gewachsen: neben einer Spitze von 132 km/h werden 110 bis 115 km/h als Autobahn-Dauergeschwindigkeit  angegeben. „Schönheit und Kraft, zu hoher Vollkommenheit vereint“, formuliert es der künstlerisch gestaltete Prospekt.

Das Triebwerk des Admiral kommt auch im Opel Blitz zum Einsatz. Damit ist der Dreitonner-Blitz der am exklusivsten motorisierte Lkw seiner Zeit und bald auch der einzige Opel mit großem ohv-Reihensechszylinder. Nach 6404 Fahrzeugen wird kriegsbedingt die Fertigung des Admiral im Oktober 1939 eingestellt.

Den mit den Typen Super 6 und Admiral begonnenen Aufbruch in die Oberklasse setzen nach dem Krieg die Modelle Kapitän und Admiral fort. 1948 verlässt der erste Nachkriegs-Kapitän das Werk. Erst im Frühjahr 1970 endet mit dem Kapitän B die Fertigung des erfolgreichen Super 6-Nachfolgers. Der Opel Admiral, 1964 erstmals nach 1939 neu aufgelegt und als repräsentativer Großwagen in der Tradition des Vorgängers stehend, bleibt bis 1977 in Produktion.

Opel Rekord D: Ein Millionen-Seller wird 40

14. Februar 2012

Opel Rekord D:
Ein Millionen-Seller wird 40

  • Erfolgreiche Mittelklasse-Baureihe feiert 1972 Premiere
  • Erster Pkw-Diesel des Unternehmens mit 2,1 Liter Hubraum und 60 PS
  • Sportlich-exklusives Sechszylindermodell Commodore B








 

 

 







Rüsselsheim. Vor 40 Jahren rückt bei Opel ein neuer Rekord ins Rampenlicht. Die jüngste Generation der erfolgreichen Rüsselsheimer Mittelklasse-Baureihe präsentiert sich bei der Pressevorstellung im Januar 1972 mit weiter entwickelter Technik, funktionellem und elegantem Design sowie in gewohnt großer Typenvielfalt. Neben der Stufenheck-Limousine mit zwei oder vier Türen stehen ein sportliches Coupé, ein drei- oder fünftüriges Caravan-Modell und eine dreitürige Lieferwagen-Variante zur Wahl.

Das Motorenangebot besteht zunächst aus Benzinern mit 1,7 und 1,9 Litern Hubraum sowie 66 und 83 oder 97 PS. Zum Modelljahr 1973 kommt ein Diesel hinzu. Im Rekord 2100 D arbeitet der erste von Opel für Pkw-Modelle entwickelte Selbstzünder, ein Vierzylinder-Wirbelkammermotor mit 2,1 Litern Hubraum und 60 PS.

Im Frühjahr 1972 erscheint die Neuauflage des sportlich-exklusiven Schwestermodells Commodore. Dessen zweite Generation wird ausschließlich als Limousine und Coupé sowie mit leistungsstarken, laufruhigen Sechszylindermotoren angeboten. Das 2,5-Liter-Basismodell leistet 115 PS, die GS-Variante 130 PS. Im September 1972 kommt die Topversion hinzu: der Commodore GS/E mit 2,8-Liter-Einspritzer und 160 PS. Ausgerüstet mit dem Motor von Diplomat und Admiral, schließt der GS/E die Lücke zwischen Mittel- und Oberklasse. Wie ihre Vorgänger erreichen Rekord D und Commodore B ein großes Publikum: Bis zum Modellwechsel im Jahr 1977 werden rund 1,2 Millionen Einheiten verkauft.

Die neue Generation

Der Rekord D tritt in große Fußstapfen: Der seit 1966 gebaute Vorgänger war mit mehr als 1,2 Millionen verkauften Exemplaren der erste Millionenseller dieser Modellreihe. Hinzu kamen über 150.000 Einheiten des höher positionierten Commodore A. Die neue Rekord-Generation wird nach dreieinhalb Jahren Entwicklungszeit im Januar 1972 vorgestellt. Im Gegensatz zum Rekord C, dessen „Coke-Bottle-Shape“-Karosserie mit „Hüftschwung“ vor der C-Säule von der Formensprache der amerikanischen Schwestermodelle beeinflusst war, trägt der Neue europäische Züge. Klare und funktionale Linien, glatte Flächen sowie große Fenster und eine niedrige Gürtellinie bestimmen das zeitlos gezeichnete Äußere.

„Seine europäische Linie hält, was sie verspricht“

Wie beim Vorgänger stehen drei Karosserievarianten zur Wahl: die klassische Stufenheck-Limousine, entweder mit zwei oder vier Türen, das sportliche Coupé und eine Caravan-Version, die mit drei oder fünf Türen erhältlich ist. Für Gewerbe und Behörden bietet Opel außerdem den Lieferwagen an, einen dreitürigen Kombi ohne hintere Seitenfenster.

Passive Sicherheit war ein zentraler Punkt im Lastenheft: Verstärkungen in den Flanken und im Dach bieten guten Schutz bei Seitenaufprall und Überschlag. Neu definierte Knautschzonen schützen die Insassen beim Frontalaufprall. Das weiter entwickelte Fahrwerk mit vorderer Einzelradaufhängung und starrer „Tri-Stabil-Hinterachse“ basiert auf dem des Vorgängers. „Seine europäische Linie hält, was sie verspricht“, heißt es in der Opel-Werbung.

Die Motoren des Rekord D sind Weiterentwicklungen der bewährten, bis zu seinem Debüt bereits über zwei Millionen Mal gebauten Vierzylinderaggregate mit seitlich liegender Nockenwelle (cih = camshaft-in-head). Die Basis bildet ein 1,7 Liter-Triebwerk mit 66 PS, die S-Maschine liefert 83, das 1,9-Liter-Aggregat 97 PS. Ab Werk ist der Rekord mit Viergang-Schaltgetriebe ausgerüstet. Für den 83-PS- und 97-PS-Motor steht optional die Opel-Dreigang-Automatik zur Verfügung. 

Bis auf den Lieferwagen und Modelle mit 66 PS-Motor können alle Rekord in der sportlichen Ausstattungsvariante „Sprint“ geordert werden. Dazu gehören unter anderem ein mattschwarzer Kühlergrill, eine Instrumententafel mit Drehzahlmesser, Voltmeter und Öldruckmesser, außerdem Extras wie Sportlenkrad, Sicherheitsgurte, Gasdruckdämpfer und Gürtelreifen im Format 185/70 SR 14. Sowohl die Limousine als auch der fünftürige Caravan sind zudem als Luxusversion erhältlich, beim Rekord Coupé gehört die hochwertige „L“-Ausstattung zum Serienumfang.

Im September 1972 feiert Opel eine Weltpremiere: Der erste Pkw-Diesel in der bis dahin schon mehr als 70 Jahre währenden Automobilbau-Geschichte des Unternehmens gibt sein Serien-Debüt. Seinen ersten Einsatz erlebte der Wirbelkammermotor im Juni 1972, als ein Experimental GT, ausgerüstet mit dem per Turbolader auf 95 PS erstarkten Vierzylinder, 20 internationale Rekorde und Weltrekorde aufstellte. Im Rekord leistet der neue Selbstzünder 60 PS, verbraucht im Schnitt 8,7 Liter Diesel auf 100 Kilometer und sorgt für eine Spitze von 135 km/h. Zu erkennen ist der Rekord 2100 D an seiner in der Mitte gewölbten Motorhaube. Technischer Hintergrund: Durch die Konstruktion mit oben liegender Nockenwelle und geändertem Zylinderkopf baut der Dieselmotor höher als die im Rekord eingesetzten Benziner.

„Opel Commodore. Ein solcher Wagen kommt nicht jedes Jahr.“

Ab März 1972 erweitert der Commodore B die Baureihe nach oben. Als Vertreter der oberen Mittelklasse schließt er die Lücke zwischen dem Rekord und den Oberklasse-Modellen Admiral und Diplomat. Die Karosserieform übernimmt er vom Rekord; im Gegensatz zu ihm ist der Commodore B jedoch luxuriöser ausgestattet und wird ausschließlich mit Sechszylindermotoren angeboten. Der 2,5-Liter-S leistet 115 PS. Darüber ist der 130 PS starke Commodore GS positioniert. In einer weiteren Entwicklungsstufe erhält die GS-Variante später einen 2,8 Liter mit zwei Registervergasern und 142 PS. Im September 1972 erscheint das Top-Modell der Commodore-Familie: der 160 PS starke GS/E. Sein mit elektronischer Einspritzung ausgerüsteter 2,8-Liter-Motor sorgt für eindrucksvolle Fahrleistungen. Das Coupé erreicht 200 km/h Höchstgeschwindigkeit, die viertürige Limousine 195 km/h.

Erkennbar ist der Commodore GS/E am Frontspoiler, der bei Opel im Windkanal entwickelt wurde. „Der GS/E spricht die Liebhaber leistungsstarker Tourenwagen an, die selbst weite Strecken mit hohen Durchschnittsgeschwindigkeiten zurücklegen wollen und dabei auf optimales Fahrverhalten und guten Fahrkomfort Wert legen,“ erklärt Opel.

Auch im Rundstrecken- und Rallyesport bewährt sich der Commodore GS/E. 1973 geht bei der Rallye Monte Carlo zum ersten Mal das Nachwuchs-Talent Walter Röhrl auf einem Opel an den Start. Röhrl und sein Copilot Jochen Berger schlagen sich erfolgreich, obwohl das vom Tuner Irmscher vorbereitete Commodore GS/E-Coupé mangels Homologation in der Gruppe 2 der reinrassigen Rallye-Fahrzeuge starten muss.    

Die größten Siege feiert Opels Doppel-Spitze im Alltag. Ein Jahr vor dem Modellwechsel ist erneut die magische Millionen-Marke erreicht: Anfang September 1976 läuft eine goldene Rekord D-Limousine als einmillionstes Modell der Baureihe vom Band. Anlässlich des Jubiläums geht eine Kleinserie des Sondermodells „Millionär“ mit dem seit September 1975 erhältlichen 2,0 Liter-S-Motor mit 100 PS und feiner „Berlina“-Ausstattung in den Verkauf. Als im September 1977 die letzte Rekord-Generation startet, sind in Rüsselsheim 1.128.196 Einheiten des Rekord D und 140.827 Commodore B vom Band gelaufen.