150 Jahre Opel

Opel feiert 150-jähriges Jubiläum

  • Vom Nähmaschinenhersteller zu einem der größten Autobauer Europas
  • Seit Gründung steht Opel für erschwingliche Mobilität
  • Technologische Vorreiterrolle im Zukunftsmarkt Elektromobilität 



Rüsselsheim.  Wenn an Silvester um Mitternacht die Korken knallen, tun sie das in Rüsselsheim diesmal nicht nur, um das neue Jahr zu begrüßen. 2012 gibt es in der Auto-Stadt am Main noch einen zweiten Grund zum Feiern: Opel hat Geburtstag. 150 Jahre wird das Unternehmen alt, von dem sich Gründer Adam Opel 1862 sicherlich nicht hätte träumen lassen, dass es sich einmal zu einem der größten Autohersteller Europas entwickeln würde.

1862 beginnt er in der väterlichen Schlosserwerkstatt mit dem Bau von Nähmaschinen. Das Geschäft nimmt einen schnellen, steilen Aufstieg. Bald folgen Fahrräder; 1886 verlässt das erste „Velociped“ die Fabrik. Die Räder aus Rüsselsheim sind populär:
Mitte der 1920er Jahre ist Opel größter Zweiradproduzent der Welt; längst stellt das Unternehmen auch Motorräder her. Die Geschichte des Automobilbaus beginnt 1899 – Opel ist damit nach Daimler-Benz der zweitälteste Autohersteller Deutschlands.

Der „Patent Motorwagen System Lutzmann“ macht den Anfang. Im Herbst 1902 präsentiert Opel mit dem Modell 10/12 PS seine erste Eigenkonstruktion. Die Autos finden reißenden Absatz: Bis 1906 haben bereits über 1000 Fahrzeuge die Werkshallen verlassen. 1914 hat Opel alle Konkurrenten überflügelt und ist der größte Autoproduzent in Deutschland. Schon früh macht sich die Marke als Hersteller populärer und erschwinglicher Erfolgsmodelle einen Namen: „Doktorwagen“ (1909) und „Puppchen“ (1914) begründen den bis heute gültigen Opel-Anspruch, technisch hochklassige und zuverlässige, aber auch bezahlbare Automobile für breite Käuferschichten anzubieten.

Die 1920er Jahre symbolisieren den bis heute anhaltenden Innovationsgeist der Marke;
sie sind das Zeitalter der Laubfrösche und Raketen. Mit dem Kleinwagen 4/12 PS, wegen seiner grasgrünen Farbe im Volksmund bald liebevoll „Laubfrosch“ genannt, nimmt Opel 1924 als erster deutscher Hersteller die Fließbandproduktion auf. Außerdem macht das Unternehmen mit spektakulären Versuchen zum Raketenantrieb Furore, unter anderem 1928 auf der Berliner Avus: Fritz von Opel erreicht dort mit einem Raketenauto das damals fast unvorstellbare Spitzentempo von 238 km/h. Ein Jahr später erhebt sich Opel sogar in die Lüfte: Mit dem Opel-Sander RAK1 startet vom Frankfurter Rebstockgelände der – wenn auch kurze – erste öffentliche bemannte Raketenflug der Welt.

1929 brechen für die Autoindustrie harte Zeiten an. Die Weltwirtschaftskrise macht Millionen arbeitslos, die Konjunktur der „roaring twenties“ bricht wie ein Kartenhaus zusammen. Opel hat jedoch vorgesorgt und mit dem amerikanischen Konzern General Motors (GM) einen starken Partner gefunden. Der Rüsselsheimer Hersteller kann seine Marktposition festigen und baut 1935 erstmals über 100.000 Fahrzeuge im Jahr, unter anderem den „Blitz“ in einem neuen Lkw-Werk in Brandenburg. Zeitgleich präsentieren
die Rüsselsheimer eine technische Innovation: Der Olympia ist der erste deutsche Serienwagen mit selbsttragender Ganzstahlkarosserie. Ein Jahr später legt das Unternehmen den Grundstein für eine 75-jährige Erfolgsstory in der Kompaktklasse:
Vom ersten Kadett spannt sich eine fast lückenlose Ahnenreihe bis zur populären Astra-Familie der Gegenwart. Mit einer Jahresproduktion von über 120.000 Autos ist Opel 1936 der größte Fahrzeughersteller Europas.

Nach der kriegsbedingten Unterbrechung der zivilen Produktion, nimmt Opel in den Jahren des Wiederaufbaus rasch wieder Fahrt auf. Modelle wie Olympia, Olympia Rekord, Rekord P1 und Kapitän begleiten die Deutschen durch das Wirtschaftswunder; den Lebensmitteleinkauf hält derweil im Haushalt ein Kühlschrank Marke Opel „Frigidaire“ frisch. Zum 100-jährigen Bestehen 1962 eröffnet das Unternehmen in Bochum ein zweites Werk. Dort läuft der neue Kadett vom Band. In den 1960er Jahren entstehen zudem zahlreiche Modelle, die den sportlichen und emotionalen Ruf der Marke festigen, darunter legendäre „Kultautos“ wie Manta, Commodore und GT. Auch in der Oberklasse zeigt Opel Flagge: mit der prestigeträchtigen KAD-Reihe (Kapitän, Admiral, Diplomat), die später von Senator und Monza beerbt wird.

1971 läuft der zehnmillionste Opel vom Band. Im selben Jahr erreicht Georg von Opel in einem Versuchs-GT mit Batterieantrieb einen Geschwindigkeitsrekord von 188 km/h. Das Thema Elektromobilität hat Opel somit schon auf der Agenda, lange bevor es Jahrzehnte später in aller Munde ist. Heute ist das Unternehmen auf diesem Gebiet erneut Vorreiter: Der 111 kW (150 PS) starke Ampera ist dank seiner revolutionären Range-Extender-Technologie das erste serienmäßige Elektroauto ohne batteriebedingte Reichweiten-beschränkung.

1972 ist Opel Deutschlands erfolgreichster Autoproduzent. In Rüsselsheim entsteht ein neues Modellprogramm, das die Themen Sicherheit, Verbrauch und Umweltfreundlichkeit verstärkt in den Blick nimmt. Die fünfte Kadett-Generation, erstmals mit Frontantrieb, zählt 1979 mit einem cw-Wert von 0,39 zu den aerodynamischsten Kompaktwagen. Autos wie Omega A (cw 0,28) und Calibra (cw 0,26) setzen die Reihe später mit weiteren Rekordwerten fort. In den 1980er Jahren rückt das Thema Abgasreinigung in den Fokus. Opel gehört auch hier zu den Pionieren. Als erste deutsche Marke können die Rüsselsheimer eine komplette Katalysator-Flotte vorweisen und rüsten ab 1989 alle Modelle serienmäßig damit aus.

1991 debütiert im Astra das Opel Safety System mit Seitenaufprallschutz, Stützrampen in den Sitzen und Gurtstraffern. Mit dem Frontera beweist die Marke abermals ein sicheres Gespür für Trends: Das geländegängige Freizeitauto ist einer der Vorreiter der SUV-Bewegung und wird aus dem Stand Marktführer. 1992 nimmt mit dem Opel-Werk Eisenach die modernste Automobil-Produktionsstätte der Welt ihren Betrieb auf. Danach geht es Schlag auf Schlag: 1997 stellt Opel im Kleinwagen-Bestseller Corsa als erster europäischer Hersteller einen verbrauchsgünstigen Dreizylindermotor vor. 1999 feiert der Zafira Premiere. Mit dem Siebensitzer begründen die Rüsselsheimer das Boom-Segment der Kompaktvans und setzen neue Standards bei der Innenraum-Variabilität von Familienautos. Im gleichen Jahr feiert Opel ein grandioses Produktionsjubiläum: Das 50-millionste Auto mit dem Blitz-Logo verlässt die Werkshallen.

Der Opel Insignia läutet 2008 eine Neuausrichtung der Marke ein. Dem für das Topmodell formulierten Anspruch, skulpturales Design mit deutscher Ingenieurskunst zu verbinden, folgen auch alle weiteren neuen Opel-Modelle wie zum Beispiel die jüngsten Neuvorstellungen Zafira Tourer und Astra GTC.

Opel und seine britische Schwester Vauxhall verkaufen heute Autos in über 40 Ländern.

In Produktionsstätten und Entwicklungszentren in sechs europäischen Staaten beschäftigt das Unternehmen rund 40.500 Mitarbeiter. 2010 verkaufte Opel/Vauxhall mehr als 1,1 Millionen Pkw und leichte Nutzfahrzeuge und erzielte damit einen Marktanteil von 6,2 Prozent. Mit der Einführung des elektrischen Opel Ampera begründet die Traditionsmarke ein neues Segment im europäischen Automobilmarkt und unterstreicht damit ihre Rolle als Trendsetter für fortschrittliche Mobilitätslösungen.

Opel Kompaktklasse – eine 75-jährige Erfolgsstory

17. November 2011 

Opel Kompaktklasse – eine 75-jährige Erfolgsstory

  • 1936 begründet der Kadett die Kompaktklasse bei Opel
  • Symbol für technischen Fortschritt und Variantenreichtum
  • Nach fünf Generationen wird aus dem Kadett der Opel Astra
  • Auf der IAA in Frankfurt debütiert 2011 der Astra GTC



Rüsselsheim. Was mit Astra Fünftürer, Sports Tourer und GTC heute als große Familie wächst und gedeiht, hat einmal klein angefangen – und zwar genau vor 75 Jahren.
1936 hieß Opels Kompaktklasse zwar noch Kadett. Schon damals wurde in Rüsselsheim jedoch der Grundstein für eine Erfolgsstory beliebter, zuverlässiger und technisch fortschrittlicher Fahrzeuge gelegt, die bis heute andauert und in die Zukunft fortwirkt.

Opel Kadett: Kompaktwagen, „die Erste“

Im Olympiajahr 1936 ist Opel bereits einer der größten Autohersteller Europas. Mit dem Kadett erweitert das Unternehmen seine Modellpalette und begibt sich erstmals in die Klasse der Kompaktfahrzeuge. Bei der Entwicklung orientierten sich die Rüsselsheimer Ingenieure an erfolgreichen Vorgängern. Vom P4 übernimmt der Kadett den 1,1-Liter-Vierzylinder mit 23 PS, vom Olympia die moderne Form und das (hier zum ersten Mal in einem deutschen Großserienauto realisierte) Konzept der selbsttragenden Ganzstahl-Karosserie. Zwei Varianten sind lieferbar: Limousine und Cabriolet-Limousine, beide mit vier Sitzplätzen, zwei Türen und ab einem Preis von 2100 Reichsmark. Für den Export wird auch eine viertürige Version angeboten. Von der ersten Kadett-Generation werden über 100.000 Fahrzeuge verkauft, bis die zivile Fahrzeugproduktion ab 1940 kriegsbedingt ruht.

Nach Kriegsende 1945 beschließen die Siegermächte, die kompletten Produktionsanlagen sowie die Konstruktionszeichnungen an die Sowjetunion zu übergeben. Der Ur-Kadett wird daraufhin in Russland noch bis in die 1950er Jahre als Moskwitsch 400 produziert.

Opel Kadett – kurz gesagt: OK

In Bochum läuft ab 1962 der neue Kadett mit 40 PS starkem 1.0-Liter-ohv-Motor vom Band. Schnell macht der kompakte Opel als besonders geräumiges und technisch fortschrittliches Fahrzeug von sich reden. Während sich viele größere Autos noch mit drei Gängen begnügen müssen, verfügt der Kadett A, der als Limousine und Caravan erhältlich ist, bereits über ein Vierganggetriebe. Wenig später folgt ein 48 PS starkes Coupé.

Besonders groß ist die Variantenvielfalt bei der ab Herbst 1965 produzierten, dritten Generation: Neben zwei- und viertüriger Stufenhecklimousine entstehen in Bochum eine Fastback-Limousine, zwei Coupé-Versionen sowie ein drei- und fünftüriger Caravan.

Die ab 1967 angebotene, luxuriöse Olympia-Reihe mit Ausstattungsdetails des größeren Rekord und der sportliche Rallye-Kadett, mit dem Opel im Motorsport aktiv ist, runden das Angebot ab. Rund 2,7 Millionen Kadett B werden bis 1973 gebaut.

Die wilden 70er: sportlich und offen

Auf B folgt C. Der neue Kadett kommt wieder als Limousine, Caravan und Coupé auf den Markt. Die sportliche Coupé-Variante GT/E wird 1975 erstmals von einem 1,9-Liter-Einspritzmotor angetrieben. Neu ist der Kadett City, ein Dreitürer mit großer Heckklappe – und zugleich der erste deutsche Schrägheck-Kompaktwagen mit Hinterradantrieb. Zum ersten Mal seit den 30er Jahren gibt es in Opels Kompaktklasse ab 1976 auch wieder eine Open-Air-Version: „Aero“ heißt das Angebot für Frischluft-Fans. Die beim Karosserieschneider Baur in Stuttgart gefertigte Cabriolet-Limousine verfügt im Interesse von Steifigkeit und Insassenschutz über einen Targa-Bügel.Über 1,7 Millionen Kadett C produziert Opel bis 1979.

Moderne Zeiten: Frontantrieb und Quermotoren

Die fünfte Generation läutet bei Opel das Zeitalter von Frontantrieb und Quermotoren ein. Der neue 1,3-Liter-Vierzylinder besitzt einen Leichtmetall-Zylinderkopf mit oben liegender Nockenwelle. Später kommt ein auf Basis eines Benziners entwickelter 1,6-Liter-Diesel hinzu, der erste Selbstzünder in der beliebten Kompaktbaureihe. Vom neuen Antriebslayout profitieren vor allem die Passagiere. Für sie hat sich das Platzangebot ebenso verbessert wie für das Gepäck. Die Werbung textet vielsagend:

„Der Jüngste von Opel – der neue Kadett. Er hat, was viele gerne hätten!“. Zum Beispiel das „Goldene Lenkrad“. 1979 erhält der Kadett D diese begehrte Auszeichnung. Neben dem Schrägheck ist auch wieder der populäre Caravan lieferbar, längst eine feste Größe im Opel-Programm. Das traditionelle, seit 1962 angebotene Stufenheckmodell entfällt jedoch ebenso wie eine offene Variante. Beide kehren erst mit dem Kadett E zurück.

Windschlüpfig und vielfach preisgekrönt

Im August 1984 präsentiert Opel das neue Modell in der bekannten Vielfalt. Der zweite Frontantriebs-Kadett wird zum „Auto des Jahres“ gewählt. Mit einem cW-Wert von 0,30 ist der sportliche GSi mit 115 PS zu seiner Zeit die windschlüpfigste Limousine der Welt.
Auf der 51. Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt, ein Jahr später, stellt das Unternehmen das Cabrio vor. Den Kadett für Sonnenanbeter hat das Rüsselsheimer Design Center in Zusammenarbeit mit Nuccio Bertone entworfen. Wie sein Vorgänger bekommt der Kadett E das „Goldene Lenkrad“. Insgesamt wird er über 3,7 Millionen Mal produziert. Mit der Gesamtbaureihe knackt Opel 1989 die 10-Millionen-Marke.

Seit 20 Jahren ein neuer Name, aber alte Klasse

Mit dem F buchstabiert der Rüsselsheimer Hersteller im August 1991 zwar das gewohnte Alphabet weiter. Die traditionsreiche Bezeichnung „Kadett“ ist ab sofort aber Geschichte. Künftig fährt Opels Kompaktklasse unter dem Namen Astra vor. Schon vor 20 Jahren setzt der Newcomer mit Seitenaufprallschutz und Gurtstraffern in puncto passiver Sicherheit ebenso Maßstäbe, wie im Bereich alternativer Antriebstechnologien: Erstmals lässt sich ein kompakter Opel auch mit Erdgas betanken, und als Experimentalfahrzeug fährt der Astra F – lange vor dem Serienstart des Elektroautos Ampera – sogar mit Strom. Die erste Generation des Opel Astra, die bis Ende 1998 läuft, ist mit über vier Millionen produzierten Exemplaren das meistverkaufte Modell der Firmengeschichte.

Anfang 1998 startet die Produktion des Astra G, der mit noch nie da gewesener Karosserievielfalt glänzt. Neben der drei- und fünftürigen Schrägheckversion sind eine Stufenheck-, Cabrio- und Coupé-Variante, sowie ein fünftüriger Caravan erhältlich. Besonderen Wert legt Opel auf die Bereitstellung erschwinglicher Technologien zum Kraftstoffsparen. Aber auch die Themen Sport und Fahrspaß kommen nicht zu kurz: 1999 startet die Sportversion OPC mit 118 kW/160 PS starkem 2,0-Liter-Motor. Zum neuen Jahrtausend debütiert der Astra Eco4, das erste Vier-Liter-Auto in der Kompaktklasse. Auf dem Astra G basiert auch der erste Kompaktvan Zafira, dessen Flex7-Sitzkonzept zum Maßstab seiner Klasse wird.

Im März 2004 erscheint unter dem Kürzel H die dritte Astra-Generation. Neu sind neben einer variablen, elektronischen Dämpferregelung, die sich automatisch auf wechselnde Fahrzustände und Straßenbedingungen einstellt, Scheinwerfer mit dynamischem Kurvenlicht. Der Astra Twintop besitzt ein dreiteiliges Hardtop, das sich auf Knopfdruck in weniger als 30 Sekunden öffnet oder schließt. Ungewohnte Perspektiven eröffnet seinen Mitfahrern der neue Astra GTC: Die auf Wunsch erhältliche Panorama-Frontscheibe, die erstmals in einem Großserienfahrzeug angeboten wird, erstreckt sich von der Motorhaube bis ins Dach zur B-Säule.

Jüngster Spross der seit 2009 gebauten, vierten Astra-Generation und zugleich neues emotionales Highlight der Opel-Kompaktklasse ist ebenfalls ein GTC. Vorgestellt wird das rassige Kompaktcoupé im September 2011 auf der 64. IAA in Frankfurt. Es verfügt exklusiv über ein Hightech-Fahrwerk mit handlingoptimierter HiPerStrut-Vorderachse (Hochleistungs-Federbein). Zu den weiteren GTC-Innovationen gehören neue Fahrerassistenz-Systeme auf Basis der zweiten Generation der Opel-Frontkamera und das weiter entwickelte Adaptive Sicherheitslichtsystem AFL+. Zusätzlich krönt im Sommer 2012 die Hochleistungsvariante OPC (Opel Performance Center) die Angebotspalette des rassigen neuen Kompaktcoupés. Trotz des betont sportlichen Anspruchs bleiben aber – wie einst beim Kadett – auch Funktionalität und Wirtschaftlichkeit nicht auf der Strecke. Nach 75 Jahren und über 21 Millionen gebauten Einheiten geht die Erfolgsgeschichte von Kadett und Astra also weiter. Somit gilt für die Kunden auch in Zukunft der Werbespruch aus den 50er Jahren: „Opel Kompaktklasse, kurz gesagt: OK.“

Elftes Klassikertreffen an den Opelvillen

21. Juni 2011

Elftes Klassikertreffen an den Opelvillen

  • Beim größten eintägigen Oldtimertreffen Deutschlands werden Rekorde erwartet
  • Schauspieler Norbert Heisterkamp reist im blauen Schlüsselloch-Kapitän an
  • 100 Jahre alter Opel Torpedo kommt auf eigener Achse aus Ungarn



Rüsselsheim.  Am kommenden Sonntag (26.) findet rund um die Opelvillen das elfte Rüsselsheimer Klassikertreffen statt. Zur größten eintägigen Oldtimerveranstaltung Deutschlands wird Rekordbeteiligung erwartet - im vergangenen Jahr wurden mehr als 1800 zwei- und vierrädrige Fahrzeuge gezählt. Das Klassikertreffen ist diesmal mit zahl­reichen weiteren Rüsselsheimer Aktivitäten rund um das Thema Auto verbunden. Bereits am Freitag locken Aktionen an verschiedenen Schauplätzen der Stadt und am Samstag findet unter anderem eine Ausfahrt mit Oldtimern des „Autowerks“ vom Adamshof im historischen Werksgelände durch die Fußgängerzone zum Marktplatz statt.

Wer dann am Sonntag zwischen 10 und 16 Uhr die gut ausgeschilderte Anreise mit seinem historischen Auto, Motorrad, Traktor oder Fahrrad bis Baujahr 1981 zu den Opelvillen antritt, wird schon früh auf viele Gleichgesinnte treffen. Das von der Adam Opel AG gestellte Organisationsteam wird auch in diesem Jahr wieder eine ausreichende Zahl von „Ölpappen“ bereithalten, um sie an die Teilnehmer auszugeben. Und neben dem Programm gibt es einen Veranstaltungspin sowie zum ersten Mal einen weiteren kleinen Anhänger mit der Jahreszahl 2011. Die Veranstaltung bleibt für Teilnehmer und Zuschauer weiterhin kostenlos; nicht zugelassen sind Teile-, Zubehör- oder Fahrzeughändler.

Das bunte Programm mit Musik, Kinderunterhaltung und lukullischen Verlockungen bietet für jeden etwas. Moderator Detlef Krehl stellt Fahrzeuge und Besitzer ausführlich vor und weiß manche Anekdote zu berichten. Wie zum Beispiel auch über den 100 Jahre alten Opel Torpedo und das Opel Puppchen, die beide in Ungarn restauriert wurden und per Achse eigens zum Klassikertreffen in die Stadt ihrer Entstehung reisen werden.

Ein ganz besonderer Gast ist der Schauspieler und Stuntman Norbert Heisterkamp, bekannt aus „Alles Atze“ und einer Reihe von Kinofilmen, der in einem blauen „Schlüsselloch-Kapitän“ anreist.

Harte Tests haben bei Opel Tradition

15. Juni 2011

Harte Tests haben bei Opel Tradition

  • Vor 60 Jahren nahm das Unternehmen sein erstes vollwertiges Testzentrum in Betrieb
  • Eigenes Prüffeld in unmittelbarer Nachbarschaft des Rüsselsheimer Werkes
  • Vorgänger des heutigen modernen Testzentrums im südhessischen Dudenhofen
  • Erste Einfahr- und Probestrecke auf dem Werksgelände bereits im Jahr 1903 

Rüsselsheim.  Bevor Autos heute an den Start gehen, legen Prototypen viele tausend Kilometer unter härtesten Bedingungen zurück, viele davon auf speziell eingerichteten Teststrecken. Opel verfügt gleich über mehrere solcher Testzentren, das größte davon befindet sich im südhessischen Dudenhofen, etwa 50 Kilometer vom Rüsselsheimer Stammwerk und dem Internationalen Technischen Entwicklungszentrum entfernt.

Im Jahr 1951, vor 60 Jahren, nahm das Unternehmen sein erstes vollwertiges Test­gelände in Betrieb, das damals noch den Namen Prüffeld trug und sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Rüsselsheimer Produktionsanlagen befand. Opel war damit einer der ersten deutschen Automobilhersteller mit einer solchen modernen Anlage. 150.000 Quadratmeter umfasste das Areal. Fünf Monate dauerte das Bauprojekt, das es ermöglichte, einen Teil des Testbetriebs von den öffentlichen Straßen zu holen und die Prototypen vor unerwünschten Blicken zu schützen.

Neben einer 1.500 Meter langen Schnellfahrbahn und einer „alltagsüblichen“ Straße mussten sich die Opel-Modelle auch Tests auf der Pflasterstrecke unterziehen. Darüber hinaus zeichnete sich das damalige Erprobungsareal durch zahlreiche Sonder-Prüfabschnitte aus. Dazu zählten die Höckerbahn und die Waschbrett-Asphaltstrecke zum Test von Federung, Radaufhängung, Stoßdämpfern und Lenkung. Auch eine Schotter- und Betonstraße sowie eine Sand- und Wasserdurchfahrt gehörten dazu. Eine Art Mittelachse im Gelände bildeten die unterschiedlichen Steilstrecken mit Steigungen von bis zu 30 Prozent – wichtig für Versuche zu Getriebeabstufungen, Steigvermögen sowie Anfahr- und Bremswirkung. Auf dem Skid Pad, einer Rutsch- und Schleuderfläche auf Betongrund, konnten die Opel-Experten schon zur damaligen Zeit in engsten Kurven die Lenkungsgeometrie überprüfen, Schlupf­winkel bestimmen und das Unter- oder Übersteuerungsverhalten testen.

1920: Opel-Rennbahn für Modellerprobung, Motorsport und Werbeveranstaltungen

Fahrzeugtests bei Opel in Rüsselsheim hatten ihren Anfang im Jahr 1903. Das hauptsäch­lich als Einfahrbahn für Motorwagen und für die Fahrraderprobung genutzte kleine Oval auf dem Werksgelände wurde jedoch bald zu klein. Deshalb eröffnete der Automobilhersteller am „Schönauer Hof“ südlich des Werksgeländes, Richtung Trebur, im Jahr 1920 die 1,5 Kilometer lange Opel-Rennbahn, die auch für Motor- und Radsportveranstaltungen genutzt wurde. Die Raketenantriebsversuche von Fritz von Opel hatten hier ebenfalls ihren Ursprung. Die bis zu 32 Grad überhöhten Kurven der ovalen Rennbahn erlaubten Geschwindigkeiten von 140 km/h, womit das Motodrom in dieser Zeit zu den schnellsten Kursen der Welt gehörte und Deutschlands erste permanente Auto- und Motorradrenn­strecke war. Zuweilen fanden auf dem Gelände auch außergewöhnliche Werbever­anstaltungen statt, wie beispielsweise 1924 die Präsentation einer gesamten Tages­produktion von mehr als 100 Exemplaren des 4/12PSModells, im Volksmund besser bekannt als „Laubfrosch“. Die Reste der Bahn sind heute noch zu sehen und werden von Spaziergängern gerne besucht.

1966 bis heute: Hochleistungs-Testzentrum Dudenhofen

Als Nachfolger des Opel-Prüffeldes von 1951, auf dem sich heute Entwicklungsein­richtungen wie das Labor für elektromagnetische Verträglichkeit, das Crashtestcenter und weitere Prüfstände befinden, baute Opel im Jahr 1966 ein völlig neues Testzentrum in Dudenhofen auf. Hier entstand eine ausgeklügelte Kombination aus Straßen und Wegen mit einer Gesamtlänge von damals bereits 33 Kilometern, um die Fahrzeuge auf ihre Dauerhaltbarkeit und die Belastbarkeit unter extremen Bedingungen zu testen.

In den vergangenen zehn Jahren ist der Streckenanteil des Testzentrums um 50 Prozent gewachsen, so dass sich hier nun rund 60 Kilometer Prüfstrecken befinden. Das Spektrum reicht von der Komfort- und Geräusch-Messstrecke über Marter- und Bergtrassen bis hin zur Hochgeschwindigkeitsbahn.

Neue Entwicklungen bei Technik und Motoren beeinflussen auch die Infrastruktur und den alltäglichen Betrieb in Dudenhofen. So verfügt die neue Tankstelle auf dem Gelände mittlerweile über 18 Kraftstoffsorten und für Elektroautos wurden Stromladestationen eingerichtet. Umweltfreundlichkeit spielt nicht nur bei den getesteten Antrieben, sondern auch auf dem Gelände selbst eine Rolle. So werden 90 Prozent des für die Waschanlage benötigten Wassers recycelt.

Gehirn des Testzentrums Dudenhofen, in dem rund 300 Menschen beschäftigt sind, ist das Elektronische Prüffeldmanagement (EPM). Das System steuert beispielsweise den Verkehr und die Zufahrtsberechtigungen zu den Strecken und gibt exakte Wetterin­formationen. Ebenfalls neu ist das Eventmanagement-Team, das das Gelände auch für die Öffentlichkeit zugänglich macht – mit großem Erfolg: Mittlerweile begrüßt das Testzentrum Dudenhofen jährlich bis zu 10.000 Besucher zu Veranstaltungen und Fahrtrainings.

Fahrwerksentwicklung auf dem Testgelände Pferdsfeld

Seit 2005 wird das Testzentrum Dudenhofen noch durch das Testgelände Pferdsfeld im der Nähe des rheinland-pfälzischen Bad Sobernheim ergänzt. Das Gelände war einst Teil eines Luftwaffenstützpunkts der Bundeswehr; die ehemalige Start- und Landebahn wurde zu Testzwecken umgebaut. Während in Dudenhofen Dauererprobung und Tests mit Prototypen im Mittelpunkt stehen, nehmen die Fachleute in Pferdsfeld vor allem die Fahr­werke unter die Lupe.

Opel Service Schule

19. April 2011

Erstklassiger Kundendienst-Pionier: 80 Jahre „Opel Service Schule“

Opel richtet 1931 in Deutschland die erste Kundendienstschule ein



Rüsselsheim.  Die Kundendienstschulung von Opel feiert runden Geburtstag: Vor 80 Jahren rief der Rüsselsheimer Automobilhersteller die werkseigene Kundendienstausbildung ins Leben und leistete damit Pionierarbeit. Die Lehrgänge der Schule richteten sich an „Leiter und Gehilfen“ der Kundendienstabteilungen bei den Händlern mit dem Ziel, erstklassige Arbeit zu gewährleisten.

Ab dem Frühjahr 1931 werden zwölf bis 15 Mechaniker in zweiwöchigen Kursen ausgebildet und erhalten nach bestandener Prüfung ein Diplom. Die erste Schule auf dem Rüsselsheimer Werksgelände umfasst einen Unterrichtsraum, eine Musterwerkstatt und ein Teilelager. Die Ausstattung mit Lichtbild- und Filmvorführungsapparaten ist technisch auf der Höhe der Zeit. „Von Grund auf wird jeder Handgriff praktisch geübt, denn beim Kundendienst kommt es nicht nur auf größte Sorgfalt, sondern auch auf größtmögliche Schnelligkeit an“, heißt es in einer Werbebroschüre von 1933. Im selben Jahr ergänzen sechstägige Kurzlehrgänge das Ausbildungsangebot.

Fliegende Kundendienstschule: Praxisnaher Unterricht vor Ort

Um möglichst viele Mechaniker der Werkstätten zu erreichen, wird die „Opel Service Schule“ 1935 um eine besondere Komponente erweitert: die „Fliegende Kundendienstschule“. Die dafür eingesetzten Fahrzeuge werden komplett mit Werkzeugen und Maschinen ausgerüstet und so können die Trainer teilweise mehrwöchige Lehrgänge vor Ort bei den Opel-Betrieben abhalten. 1944 unterbricht der Krieg für kurze Zeit das sich stets weiterentwickelnde Lehr- und Lernmodell. Bereits 1947 unterrichtet ein Ausbilder wieder in zweitägigen Notkursen in Rüsselsheim, und fünf Jahre später begrüßt die Kundendienstschule den 50.000sten Teilnehmer. Die Einrichtung wächst auf 19 Lehrsäle, zwei Karosserieschulen und eine Lackierschule an. 1966 eröffnet Opel im vier Jahre zuvor erbauten Werk Bochum eine weitere Schule. Die Tradition der Wanderschule aus den 1930er Jahren wird 1971 mit der „Rollenden Kundendienstschule“ wieder aufgenommen.

Dabei spiegelt der Lehrplan mit Themen wie Hydramatic und Dynaflow zur Einführung moderner Automatikgetriebe ab 1950, der mechanischen Kraftstoffeinspritzung (1969), dem Dieselmotor (1972) oder der Klimaanlage (1977) den technischen Fortschritt im Automobilbau wider. Zudem gehören Werksrundgänge zum Programm, um den Lehrgangsteilnehmern einen Einblick in aktuelle Fertigungsmethoden zu geben.

Moderne Unterrichtsformen halten Mitarbeiter auf dem neuesten Stand der Technik

Heute finden rund 26.000 Schulungen pro Jahr statt – verteilt auf fünf Trainingszentren in ganz Deutschland. Über das Learning Management System hat jeder Servicemitarbeiter Zugang zum Bildungsangebot der europaweiten Opel-Trainingsorganisation. Neben den Lehrgängen in den Centern haben die Teilnehmer die Option, sich mit Hilfe Web-basierter Selbstlernprogramme weiterzubilden oder über das virtuelle Klassenzimmer, eine Live-Veranstaltung im Internet, am Trainingsprogramm teilzunehmen.

Der Service-Trainer hat die Rolle eines Moderators. Er bildet zusammen mit den Lehrgangsteilnehmern ein Team, das gemeinsam Lösungen erarbeitet mit Hilfe praxisnaher Fallbeispiele wie der Fehlerdiagnose an einem speziell präparierten Motor. Der Austausch untereinander ist ein wichtiger Bestandteil der Seminare. Die einzelnen Ausbildungsreihen konfrontieren die Teilnehmer mit neuen Herausforderungen wie der immer stärkeren Vernetzung von Karosserie, Elektrik und Mechanik oder den komplexer werdenden elektronischen Systemen im Komfort- und Sicherheitsbereich. Zudem vermitteln die Kurse Wissen, das über die praktischen Fertigkeiten in der Werkstatt hinausgeht, beispielsweise zur Arbeit am Prüfstand oder zur optimalen Verwaltung eines Teilelagers. Für Serviceleiter und Geschäftsführer stehen seit 1997 auch Strategie und Führung auf dem Lehrplan.

Um optimalen Service zu garantieren, unternahm Opel schon früh zahlreiche Maßnahmen, die über die qualifizierte Ausbildung von Service-Mitarbeitern hinausgehen. Die Adam Opel AG war Pionier einer Entwicklung, die sich auf zwei Ebenen vollzog: servicegerechte Konstruktion von Fahrzeug und Komponenten sowie „Wartung nach Plan“. So arbeiten Konstrukteure, Versuchsingenieure und Kundendienstfachleute bereits im frühesten Entwicklungsstadium eines neuen Modells zusammen, um wartungs- und reparaturfreundliche Fahrzeuge zu bauen. Und auch die exakten Vorgaben für jede Inspektion sind das Ergebnis gemeinsamer Anstrengungen von Kundendienst-Experten, Produktentwicklung und Fertigung.

125 Jahre Opel-Fahrräder

8. April 2011 

Vor 125 Jahren – Opel startet mit dem Fahrrad in eine neue Ära

  • 1886: Erstes Opel-Hochrad verlässt die Rüsselsheimer Werkshallen
  • Über 560 Radrenn-Siege: Opel-Söhne als Imageträger
  • Mitte der 20er Jahre: Opel weltgrößter Fahrradhersteller
  • Heute: Mobil mit Auto und Rad durch FlexFix-Fahrradträgersystem
  • Ausstellung im Opel-Forum: „125 Jahre Opel-Fahrräder"



Rüsselsheim.  Bevor Opel sich dem Bau von Automobilen widmete, stand das Fahrrad im Mittelpunkt. An diese Epoche erinnert das Unternehmen mit einer Ausstellung, die vom 8. April bis Ende Juni 2011 im Opel-Forum in Rüsselsheim, Eingang Marktstraße, gezeigt wird. Im Frühjahr 1886 – vor 125 Jahren – verließ das erste Opel-Hochrad die Werks­hallen. Mitte der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts stieg Opel zum größten Fahrradhersteller der Welt auf.

Erste Bekanntschaft mit dem Fahrrad: Paris 1884

In Paris macht Adam Opel 1884 Bekanntschaft mit der neuartigen Erfindung, die im Volksmund „Knochenrüttler“ genannt wurde. Erste Exemplare wurden für den Eigenbedarf gekauft. Von der Begeisterung seiner Söhne und den kaufmännischen Möglichkeiten des neuen Verkehrsmittels überzeugt, entschließt sich Opel zum Bau von Fahrrädern. Und schon wenige Monate später rollt das erste in Rüsselsheim gefertigte Hochrad vom Hof – damit zählt Opel zu den ersten Fahrradherstellern in Deutschland. Adam Opel charakteri­siert die wirtschaftliche und kulturhistorische Bedeutung so: „Bei keiner anderen Erfindung ist das Nützliche mit dem Angenehmen so innig verbunden wie beim Fahrrad.“ Schon bald wird die Modellpalette um Dreiräder und „Sicherheits-Niederräder“ erweitert. 1888 wird die erste Fabrikhalle eingeweiht, die allein der Zweiradproduktion vorbehalten ist.

Daran angeschlossen ist ein Fahrsaal, in dem die Kunden ungestört üben können. Im selben Jahr gründet Adam Opel mit rund 20 Radsportlern den ersten Radfahrverein Rüsselsheims. Bereits 1889 sind bei Opel mehr als 1.000 Menschen beschäftigt, die neben Nähma­schinen jährlich 2.200 Hoch- und Niederräder bauen.

Opel-Fahrräder und -Radprofis: Publikumslieblinge eilen von Sieg zu Sieg

Wegbegleiter des kommerziellen Erfolges der Opel-Räder sind in den Anfangsjahren 240 Wettkampfsiege. Darunter ein besonderes Glanzlicht: Am 20. Juli 1888 erringt August Lehr in London auf einem Opel-Hochrad die „Meisterschaft der Welt“. Beste Werbeträger für die eigene Marke werden jedoch die fünf Opel-Söhne selbst. Fritz, Heinrich, Ludwig, Wilhelm und Carl fahren zusammen über 560 Siege ein. Ein Fahrradmodell macht dabei besondere Karriere: die 1893 eingeführte Halb-Rennmaschine „Opel-Victoria-Blitz. Die Erfolgsserie zieht sich durch die Jahrzehnte. Insbesondere in den 1920er Jahren fährt das werkseigene Team von Sieg zu Sieg. 1928 stellt der Belgier Léon Vanderstuyft auf einer modifizierten ZR III-Rennmaschine mit 122,771 km/h einen legendären Geschwindigkeitsrekord auf, der noch viele Jahrzehnte Bestand haben sollte.

Frisch vom Fließband: Opel wird Weltmarktführer bei der Fahrradproduktion

Durch die Umstellung des Fahrradbaus auf die Methoden der Serienproduktion avanciert Opel Mitte der 20erJahre zum weltgrößten Hersteller. Bei vollem Betrieb verlässt alle sieben Sekunden ein Fahrrad die Fertigung. Eine enorme Arbeitsleistung und logistische Herausforderung, wenn man bedenkt, dass um 1929 ein durchschnittliches Herrenfahrrad aus 1435 und ein Damenrad aus 1465 Teilen besteht. In einem zeitgenössischen Buch­beitrag heißt es: „Die Opel-Werke sind in der Lage, jede der millionenfach möglichen Variationen an Größe, an Lackierung, an Felgen, an Bereifung usw., die etwa von der Kundschaft gewünscht werden sollten, spätestens sieben Stunden nach Bestellung versandfertig an einen der 15.000 Händler auszuführen.“ Am 15. Februar 1937 nach über 51 Jahren und 2,6 Millionen gebauten Fahrrädern endet die Produktion.

FlexFix-Trägersystem

Die Verbundenheit mit der Fahrradtradition besteht auch heute noch weiter. Eine wichtige Schnittstelle zwischen Auto und Fahrrad sind die Transportmöglichkeiten für Zweiräder. Auf diesem Gebiet ist Opel mit dem FlexFix-Trägersystem besonders innovativ. Es ist in den hinteren Stoßfänger integriert und somit immer an Bord. Der praktische Träger gleitet nah am Boden wie eine Schublade aus der Heckstoßstange heraus. Wird er nicht mehr gebraucht, verschwindet er nahezu unsichtbar wieder hinter der Stoßfängerverkleidung. So hat Opel das Angebot an Modellen, die optional über den FlexFix-Fahrradträger ver­fügen, sukzessive ausgebaut: Mittlerweile können Corsa, Meriva, Astra Limousine, sowie Antara problemlos Zweiräder huckepack mit auf die Reise nehmen.

 

Im Bauch des Zeppelins nach Rio

29. März 2011

Im Bauch des Zeppelins nach Rio

Erster Autotransport per Luftpost: Der 500.000 Opel hob 1936 mit der Hindenburg ab

Rüsselsheim/Friedrichshafen.  Vor 75 Jahren, am 31. März 1936, schrieb der Opel Olympia Automobilgeschichte. Denn er war nicht nur das erste in Großserie gefertigte Fahrzeug mit selbsttragender Ganzstahlkarosserie, sondern auch das erste Auto weltweit, das auf spektakuläre Weise den Atlantik überquerte. Im Bauch des berühmten Luftschiffs LZ 129 Hindenburg schwebte der 500.000 Opel seit Aufnahme der Automobilproduktion bis nach Rio de Janeiro. Ein Olympia schaffte es somit höher und weiter hinaus als irgendein Auto je zuvor.

Eine große Herausforderung: Autotransport via Luftpost

Besonders einfach war das Transportvorhaben allerdings nicht. Der feinrippige Innenraum des Zeppelins bot keine feste Plattform zum sicheren Abstellen des Fahrzeugs und so musste eine Lösung her, die die unversehrte Lieferung des Olympia gewährleisten konnte. Kurzerhand entschied man sich dafür, die außergewöhnliche Ladung im Inneren des Luftschiffs an einem Aluminiumgestell aufzuhängen. Und so schwebten etwas mehr als 800 Kilogramm automobile Fracht im Bauch der Hindenburg von Friedrichshafen am Bodensee nach Südamerika. Im Vergleich mit der gewaltigen Masse des 245 Meter langen, 41 Meter hohen und 220 Tonnen schweren Zeppelins war der Olympia damit eine relativ leichte, wenn auch aufwendig zu transportierende Last.

Nach nur drei Tagen Flugzeit und 10.000 zurückgelegten Kilometern landete die Hindenburg mit dem Olympia an Bord in Rio de Janeiro. Die begeisterten Brasilianer feierten die Ankunft in der südamerikanischen Metropole und begleiteten die Rundfahrt des Olympia durch die Straßen Rios mit großem Jubel. Nach dem beeindruckenden Empfang wurde „das fliegende Auto“ schließlich feierlich dem brasilianischen Verkehrsminister überreicht.

Die abenteuerliche Aktion, die sowohl in Deutschland als auch in Südamerika großes Aufsehen erregte, stand für die Innovationskraft der Marke Opel und rückte den Olympia in den Mittelpunkt der medialen Öffentlichkeit. Allein 1936, dem Jahr der Olympischen Spiele, rollten 37.127 Exemplare des Opel-Erfolgsmodells vom Band. Bis zum Produktionsstopp vier Jahre später sollten es insgesamt 168.875 Fahrzeuge werden.

Der historische Atlantikflug unterstrich die herausragende Stellung des Rüsselsheimer Automobilbauers, der zu dieser Zeit mit einer Jahresproduktion von mehr als 120.000 Einheiten nicht nur größter Hersteller, sondern auch größter Exporteur Europas war. Seine Vorreiterrolle hatte Opel somit auch der Verbindung zur damals noch recht jungen Luftfahrt zu verdanken, die seit Anfang der 30er Jahre als Sinnbild der technischen Möglichkeiten und des Fortschritts galt. Dieses Symbol nutzte Opel für seine Marke und so zierten bereits seit 1934 stilisierte Zeppeline als Kühlerfigur die Opel-Modelle 1,3 Liter und 2,0 Liter. Bis Mitte der 50er Jahre wurde das Emblem kontinuierlich weiterentwickelt und wandelte sich schließlich zum bekannten Blitz-Logo, das heute jedem Opel sein Gesicht verleiht.

 

Der Opel Frontera wird 20

28. März 2011

Erfolgreicher Grenzgänger: Der Opel Frontera wird 20

  • 1991  Debüt des allradgetriebenen Trendsetters in zwei Versionen
  • 1993 und 1994 Spitzenreiter im europäischen Offroad-Segment
  • Nachfolger Opel Antara in zweiter Generation auf dem Markt



Rüsselsheim. Mit dem Frontera präsentiert Opel im März 1991 als einer der ersten deutschen Hersteller ein preiswertes, geländegängiges Freizeitfahrzeug mit Vierradantrieb. Angeboten wird der Offroader in zwei Varianten: als zweitürige Hardtop-Version „Sport“ und als Viertürer mit langem Radstand. Knapp zwei Jahre nach dem Verkaufsstart führt der Opel Frontera als Europas bestverkaufter Offroader sein Marktsegment an. Im September 1998 erscheint der neue Frontera in überarbeiteter Form mit neu entwickelten Motoren, im Dezember  2003 endet die Produktion. Heute vertritt der Opel Antara die Marke im Segment der dynamischen SUV-Crossover; im Februar 2011 stellte Opel die zweite, technisch völlig überarbeitete, Antara Generation der Öffentlichkeit vor.      

Für Europa entwickelt

Der auf dem Genfer Salon 1991 vorgestellte Opel Frontera (Spanisch = die Grenze) bricht auf zu neuen Ufern. Mit dem Offroader zielt das Unternehmen in die Nische der allradgetriebenen Freizeit-Automobile, einem Wachstumsmarkt in Europa: „Der Opel Frontera entspricht als Freizeit-Automobil dem veränderten Lebensstil der Autokäufer der neunziger Jahre. Sie verfügen über mehr Freizeit, sind sportlich aktiver und dokumentieren dies auch durch den Kauf vielseitig nutzbarer Fahrzeuge“, heißt es im Pressetext von 1991.

Entwickelt wurde der Frontera von einem internationalen Ingenieur-Team speziell für die Ansprüche der Käufer auf dem europäischen Markt. Eine gute Aerodynamik, Personenwagen-Komfort, Funktionalität, ein dynamisches Erscheinungsbild und gutes Handling standen bei der Konzeption im Vordergrund.  

Der Frontera wird in zwei Versionen angeboten: Als zweitüriger Frontera „Sport“ mit kurzem Radstand (2330 mm) und Hardtop verfügt er über ein 2,0 Liter-Triebwerk mit 85 kW/115 PS. Den viertürigen Frontera mit langem Radstand (2760 mm) gibt es wahlweise mit dem aus dem Omega bekannten 2,4 Liter-Vierzylinder mit 92 kW/125 PS oder einem 74kW/100 PS starken 2,3 Liter-Turbodiesel mit Ladeluftkühlung. Im März 1995 wird der

2,3 TD von einem 2,8 TD Dieselmotor mit direkter Einspritzung und 83kW/113 PS ablöst. Ab September 1998 folgt ein 2,5 TDS Diesel mit 85kW/115 PS.

Ein Fahrzeug für alle Fälle

Die Kraft wird bei allen Modellen über ein Fünfgangschaltgetriebe und ein zweistufiges Verteilergetriebe an die Hinterachse übertragen, auf Wunsch ist ein Sperrdifferential lieferbar. Über einen zweiten Schalthebel kann die Vorderachse im Geländebetrieb zugeschaltet werden. Im ersten Gang, bei eingelegter Geländereduktion, bewältigt der Frontera Steigungen bis zu 80 Prozent. Während der Frontera Sport mit seinem herausnehmbaren Hardtop als Freizeitauto mit Pick-Up-Charakter auftritt, empfiehlt sich der Viertürer als geräumiges Multitalent. Mit einer Zugkraft von bis zu 2,8 Tonnen eignet er sich besonders als Zugfahrzeug.

Die Kombination aus hohem Freizeitwert, guter Geländetauglichkeit und einem Fahrkomfort auf Pkw-Niveau überzeugt die Kundschaft: 1993 und 1994 ist der Frontera der meistverkaufte Offroader Europas, der größte Markt ist Deutschland. Insgesamt werden vom Frontera über 320.000 Einheiten in West- und Zentraleuropa zugelassen.

Ende August 1998 geht ein neuer Frontera an den Start. Die Neuauflage des Offroaders punktet mit modernen Vierventil-Motoren - erstmals werden für den Viertürer ein 3,2 Liter-V6-Benziner mit 151 kW/205 PS (ab Juni 2000 auch für den Zweitürer)  sowie für beide Modellvarianten ein 2,2 Liter-DTI 16V-Diesel mit 85 kW/115PS angeboten. Basis-Benzinmotorisierung ist der 2,2 16V mit 100 kW/136 PS. Darüber hinaus verfügt er selbstverständlich über einen während der Fahrt zuschaltbaren Allradantrieb, intelligenten Leichtbau bei Rahmen und Karosserie sowie mehr Sicherheit in Form von Seitenaufprallschutz, Airbags und Gurtstraffer. Bis zum September 2003 bleibt der Frontera in Produktion.

Seit 2006 vertritt der Antara Opel im SUV-Crossover-Segment. Mit einem geschärften Außendesign, neuen Motoren, einem neu abgestimmten Fahrwerk und einem überarbeiteten Innenraum verbindet der neue Opel Antara zum Modelljahr 2011 Offroader-Eigenschaften mit hohem Nutzwert und urbanem Schick. 

 

Opel auf der Techno Classica Essen

18. März 2011

Opel auf der Techno-Classica

Unternehmensgeschichte von der Nähmaschine bis zur Elektromobilität



Rüsselsheim.  Von der Nähmaschine bis zur automobilen Zukunft – unter diesem Motto präsentiert sich Opel auf der 23. Techno-Classica in Essen (30. März bis 3. April).
Das traditionsreiche Unternehmen gibt dabei eine Vorschau auf das 150jährige Firmenjubiläum, das im Jahr 2012 gefeiert wird.

Besucher des Opel-Standes begeben sich auf eine Zeitreise, beginnend mit der Nähmaschine, mit der Adam Opel im Jahr 1862 sein Unternehmen begründete.

Ein historischer Schwerpunkt ist die Raketentechnik Ende der 20er Jahre mit RAK-Fahrzeugen sowie dem Opel-Sander RAK 1-Flugzeug. Vor 125 Jahren nahm Opel die Produktion von Fahrrädern auf – entsprechend darf in Essen eine modifizierte Rennmaschine des Typs ZR III nicht fehlen, auf der Léon Vanderstuyft im Jahr 1928 mit 122,771 km/h einen halsbrecherischen Geschwindigkeitsrekord aufstellte.

Auch einer der ersten Opel-Rennwagen, ein weißer 10/12 PS von 1903, wird auf der Techno-Classica gezeigt – mit 1,9 Litern Hubraum aus zwei Zylindern und 12 PS errang Opel-Werksfahrer Carl Jörns seine ersten Motorsport-Erfolge. Bis zu seinem Karriere-Ende 1926 sollten noch 288 Siege und vordere Platzierungen folgen                                                                                      
Ein Erfolgssportler ist der Opel Manta 400. Höhepunkt seiner Motorsportkarriere: 1984 gewannen die Belgier Guy Colsoul und Alain Lopes damit  bei der Rallye Paris-Dakar die Wertung der nicht-allradgetriebenen Pkw.

Mit in Essen dabei auch der Elektro GT aus dem Jahr 1971, mit dem Dr. Georg von Opel, ein Enkel des Firmengründers, mehrere Weltrekorde erreichte. Dazu kommt sein aktuelles Pendant, der Opel Ampera, der noch in diesem Jahr auf den Markt kommt.

 

Gemacht für den Motorsport: 30 Jahre Opel Manta 400


11. März 2011

Gemacht für den Motorsport: 30 Jahre Opel Manta 400 

  • 1981: Vorstellung des Sportmodells auf dem Genfer Automobilsalon
  • 1984: Größter Erfolg bei der Rallye Paris-Dakar als bestes Auto ohne Allradantrieb
  • Heute: Bernhard Schmittner und Peter Hass fahren über 40 Klassensiege ein



Rüsselsheim.  Auf dem Genfer Automobilsalon 1981 präsentiert Opel das neue Modell für den Motorsport, den Manta 400. Ab Werk verfügt der exklusivste Vertreter der von 1975 bis 1988 gefertigten Manta B-Baureihe über einen 2,4‑Liter-Vierzylindermotor mit einer Leistung von 144 PS. In der über 250 PS starken Wettbewerbsvariante gewinnen die Belgier Guy Colsoul und Alain Lopes 1984 bei der materialmordenden Rallye Paris-Dakar die Wertung der nicht-allradgetriebenen Fahrzeuge und erreichen den vierten Platz im Gesamtklassement hinter drei Autos mit Vierradantrieb.

Dynamische Fahrfreude für Kenner und Könner

Der Manta 400 unterscheidet sich deutlich von den zivilen Modellen der Manta B-Baureihe – die Ausrichtung auf den Rennsport ist offensichtlich. Herzstück der Motorsport-Offensive ist ein 2,4-Liter-Motor mit Querstromzylinderkopf mit 16 Ventilen, die von zwei obenliegenden Nockenwellen betätigt werden; die Kurbelwelle verfügt über acht Ausgleichsgewichte. Der mit einer Bosch-LE-Jetronic-Einspritzanlage ausgerüstete Vierzylinder leistet 144 PS. Den Sprint von null auf Tempo 100 absolviert der Manta 400 in 7,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 210 km/h.

Serienmäßig ist ein Fünfganggetriebe, zwei Hinterachsübersetzungen stehen ab Werk zur Wahl. Bereits beim Basismodell des Manta 400 wird die Hinterachse von fünf Lenkern geführt, die optimierte Bremsanlage hat innenbelüftete Scheiben an der Vorderachse.

„Dynamischer Ausdruck reiner Fahrfreude. Für Kenner und Könner“, bewirbt Opel das für 31.201 DM erhältliche Sportcoupé in limitierter Auflage.

Auf Rallye- und Rundstrecke zuhause

Für den Einsatz des Manta 400 im Rennsport stehen verschiedene Modifikationen an Karosserie, Fahrwerk und Motor zur Verfügung. Irmscher in Winnenden bietet ein Tuning-Paket an, das Stoßfänger aus Kunststoff – vorne mit integriertem Frontspoiler –, verbreiterte Kotflügel, Seitenschweller, Leichtmetallräder im Format 8 J x 15 mit Reifen der Größe 225/50 VR 15 sowie einen dreiteiligen Heckspoiler umfasst. Mit diesen Änderungen liegt der Preis eines Manta 400 „C“ bei 40.611 DM. Darüber hinaus kann mit einem Tuningsatz aus dem optionalen Opel-Sportteile-Programm die Leistung des Triebwerks auf rund 250 PS gesteigert werden. Spätere „Phase-II“- und „Phase-III“-Triebwerke bieten sogar bis zu 280 PS und sind mittlerweile mit Weber-Vergaser ausgestattet. Das leistungsstärkste Aggregat beschleunigt den Boliden in nur 5,5 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h.

Manta 400 – der Name bezeichnet den Einsatzzweck. Für die Homologation in der Gruppe 4 schreiben die Regularien des internationalen automobilen Rennsportverbandes FIA (Fédération Internationale de l’Automobile) eine Stückzahl von 400 gefertigten Fahrzeugen vor. Das neue Reglement der Gruppe B für 1982 ändert dies, nur noch 200 Fahrzeuge müssen nachgewiesen werden. Bis 1984 baut Opel 245 Einheiten des Manta 400.

1983 gibt der Manta 400 sein Motorsport-Debüt bei der Korsika-Rallye.

Erwin Weber und Copilot Gunter Wanger werden auf Anhieb Deutscher Meister in der Gruppe A für seriennahe Fahrzeuge. Den größten Erfolg seiner Motorsport-Karriere feiert der Manta 400 bei der Rallye Paris-Dakar 1984: Nach 20 Tagen und 11.000 Kilometern gewinnen die Belgier Guy Colsoul und Alain Lopes die Wertung der Fahrzeuge ohne Allradantrieb. Von den 396 in Paris gestarteten Teilnehmern erreichen nur 92 das Ziel in Dakar. Noch bemerkenswerter ist die Platzierung im Gesamtklassement, wo der Manta 400 als Vierter hinter drei allradgetriebenen Mitstartern ins Ziel kommt. Bei seinem letzten Werkseinsatz, der Rallye Hongkong-Peking, erzielt der Manta 400 1985 nochmals einen Podiumsplatz. In privater Hand bleibt er erfolgreich: Mit einem 280 PS starken Manta 400 belegen der Motorjournalist Norbert Haug, der damalige Opel-Kommunikationsdirektor

Karl Mauer und Joachim Winkelhock, heute Markenbotschafter von Opel, 1986 beim 24‑Stunden-Rennen auf dem Nürburgring den zweiten Platz.

Selbst 30 Jahre nach seinem Debüt feiert der Manta 400 fortwährend Erfolge in der „Grünen Hölle“: Bernhard Schmittner und Opel-Mitarbeiter Peter Hass gehen regelmäßig bei Langstreckenrennen im Manta 400 an den Start. Nach der Übernahme des ehemaligen Werkswagens 1987 kann das Team bis heute bei fast 100 Langstreckenrennen mehr als 40 Klassensiege gegen die moderne Konkurrenz verbuchen.

Die Traditionspflege und den Erhalt der sportlichen Opel-Modelle haben sich die Mitglieder des 1986 gegründeten Opel-400-Clubs auf die Fahnen geschrieben. Hier finden Freunde der 400er Rat und Hilfe für die Restaurierung ihrer Schätze, sowie viele Informationen zur Historie und zum sportlichen Werdegang der erfolgreichen Boliden.

 

Vor 100 Jahren: Opel geht in die Luft

18. Februar 2011

Vor 100 Jahren: Opel geht in die Luft

Im Jahr 1911 baute der Automobilhersteller den ersten Flugmotor

Rüsselsheim.  Vor 100 Jahren schlug Opel mit dem Bau des ersten Flugmotors ein neues Kapitel in der Firmengeschichte auf. Der Auftraggeber war der luftfahrtbegeisterte Ernst-Ludwig, Großherzog von Hessen und bei Rhein, der sich an Opel wandte, weil sich das Unternehmen bereits im Jahr 1911 einen guten Ruf beim Bau zuverlässiger Motoren erworben hatte.

60-PS-Vierzylinder für den „Gelben Hund“

Es ist insbesondere der stehende Motor mit Wasserkühlung, wie er sich seit Jahren im Automobilsektor bewährt hat, der die Frage nach dem für die Luftfahrt geeigneten Antrieb zu lösen scheint. Dies belegen Erfolge bei Überland- und Dauerflügen in ganz Deutschland. Vier Zylinder sorgen bei 1.250 Touren für eine Dauerleistung von 60 PS; maximal entwickelt die Maschine rund 70 PS. Wie bei Flugmotoren üblich, erfolgt der Antrieb direkt. Während eines achtstündigen Testlaufs beträgt der Benzinverbrauch 17,4 Liter und der Ölverbrauch 0,8 Liter pro Stunde – sehr günstige Werte für die damalige Zeit. Die weiteren Vorteile des Aggregats: Es ist hervorragend verarbeitet, hat ein gutes Leistungsgewicht und ist durch Anwerfen mit dem Propeller schnell und unkompliziert zu starten – 1911 keine Selbstverständlichkeit. Eingebaut wird der Opel-Flugmotor in die „Euler Flugmaschine – Zweidecker – Type Hessen“, genannt „Gelber Hund“. Ihr Konstrukteur August Euler, der zuvor als erfolgreicher Kaufmann Opel-Automobile in Russland bekannt gemacht hatte, erhielt ein Jahr zuvor als Erster in Deutschland das „Internationale Flugzeugführerpatent Nr. 1“ und führte den ersten deutschen Überlandflug von Darmstadt nach Frankfurt durch. Nur fünf Jahre nach dem ersten Flugmotor aus Opel-Hallen fertigt das Unternehmen in Lizenz den 200 PS starken, 314 Kilogramm schweren „As III O“, wobei As für den 

Kraftfahrzeug- und Motorenhersteller Argus und O für Opel steht. Sechs Zylinder bringen das Triebwerk auf 1.470 Umdrehungen pro Minute. Ein vor wenigen Jahren aufwendig restauriertes Exemplar ist im Rahmen der Werkstour heute in der Rüsselsheimer Opel Oldtimer-Werkstatt zu besichtigen. Der aus fein gemasertem Holz nachgebaute Propeller mit einem Durchmesser von rund 2,5 Metern verleiht der Antriebseinheit ein imposantes Aussehen. Opel produziert bis 1919 insgesamt über 2.200 Motoren der Typen „As III O“ und „BMW IIIa O“ in Lizenz. Opel verfügt über die technischen und personellen Ressourcen, um die damals benötigten Stückzahlen ohne Zeitverzögerungen in Großserie herstellen zu können – bis zu 130 Triebwerke liefert das Rüsselsheimer Werk pro Monat. Der „As III O“ wurde vornehmlich in Aufklärungsflugzeuge eingebaut.

Opel RAK – erster öffentlicher bemannter Raketenflug der Welt

Den Höhe- und zugleich Schlusspunkt der Flugtriebwerksentwicklung von Opel bildet das RAK-Programm. Am 30. September 1929 zündet Fritz von Opel auf dem Flughafen Frankfurt-Rebstock in einem speziell von Julius Hatry für den Raketenflug entwickelten Hochdecker mit doppeltem Leitwerk nacheinander sechzehn Feststoffraketen.

Im Beisein zahlreicher internationaler Medienvertreter hebt das Flugzeug ab, bleibt etwa 80 Sekunden in der Luft und erreicht in einer Höhe von 20 bis 30 Metern eine Geschwindigkeit von ca.100 km/h: Fritz von Opel schreibt mit seinem bemannten Raketenflug Geschichte. Zugleich suchen die Opel-Ingenieure nach neuen Herausforderungen. Diese finden sie – in der Entwicklung von Flüssigtreibstoffraketen für ein Flugzeug, mit dem Fritz von Opel einen Flug über den Ärmelkanal plant. Dazu kommt es jedoch nicht mehr. In der Weltwirtschaftskrise konzentriert sich Opel auf seine Kernkompetenz, den Automobilbau.