40 Jahre Opel Manta und Ascona A

13.09.2010

Mut zur Lücke – zwei neue Modelle machen in den siebziger Jahren Karriere

Rüsselsheim. Die Kunst, aus anfänglichen Nischenprodukten erfolgreiche Volumenmodelle zu entwickeln, beherrschte Opel bereits vor 40 Jahren. Wo heute variable Vans wie Meriva und Zafira die Trends setzen, erschlossen Manta und Ascona ab 1970 neue Fahrzeugsegmente für das Unternehmen – zusammen wurden sie bis 1975 fast
1,2 Millionen Mal verkauft. Beide besaßen die gleiche technische Basis, sprachen aber unterschiedliche Käufergruppen an: der Manta erschien als dynamisches Sportcoupé, der Ascona als komfortables Familienauto oder als kompakter Lifestyle-Kombi.

Manta – das familientaugliche Coupé

Es ist „Der Tag, an dem der Manta kommt“. Das sportliche Coupé, dessen Flügelrochen-Emblem nach Fotos des Meeresforschers Jacques Cousteau entworfen wurde, wird im September 1970 im Hotel Maritim, Timmendorfer Strand präsentiert. „Das Auto, das wir Ihnen heute vorstellen, stempelt kein anderes Modell zum alten Eisen, sondern gesellt sich zu unserem bisherigen Programm als wirkungsvolle Ergänzung und zur Deckung eines neu entstandenen Bedarfs“, heißt es im Pressetext. „Das Pendel schlug mal ein bisschen mehr hin zum herkömmlichen Coupé, ein andermal ein bisschen zur Limousine. Wir glauben, dass es sich jetzt beim Manta in den richtigen Relationen eingependelt hat.“ Vorbild sind die populären „Pony Cars“ aus den USA: ebenso formschöne wie familientaugliche Coupés.
Damit entspricht der Manta den Erfordernissen des Marktes. Ende der 60er Jahre finden immer mehr junge und jung gebliebene Autokäufer Gefallen an attraktiven Coupés. Individualismus ist gefragt, die formal eigenständige Linie des Manta kommt diesem Wunsch entgegen. Schon im ersten halben Verkaufsjahr 1970 setzt Opel 55.393 Einheiten ab.

Vielfalt – ein Auto für Alle

Bodengruppe und das für eine dynamische Gangart modifizierte Fahrwerk teilt sich der Manta mit dem Ascona. Neu sind wie beim Ascona die 1,6-Liter-Motoren mit 68 und 80 PS. Der für das sportliche Manta „SR“-Modell angebotene 1,9-Liter-S-Motor stammt aus dem Rekord, leistet 90 PS und bleibt vorerst dem Manta vorbehalten. Den günstigsten Einstieg in die Manta-Baureihe markiert ab 1972 die 1,2-Liter-Version mit 60 PS, 1973 feiert der Manta GT/E auf der IAA Frankfurt Premiere, sein 1,9-Liter-Einspritzmotor mit Bosch L-Jetronic leistet 105 PS. Als erster Opel besitzt der Manta A eine elektronische Einspritzung. Damit ausgerüstet, verfügt der GT/E über ein Leistungsplus von 15 PS im Vergleich zum 1,9-Liter-S-Motor. Im Stil der Zeit verzichtet der Manta GT/E weitgehend auf Chromschmuck und setzt auf mattschwarz.

Im April 1975, kurz vor dem Debüt des Manta B, erscheint das letzte Sondermodell: der Manta „Black Magic“ ist ganz in schwarz lackiert und trägt rot-orange Zierstreifen auf den Flanken. 498.553 Exemplare entstehen vom Manta A.

Ascona – Das Auto der technischen Vernunft

Der Ascona A wird auf dem Turnier Salon präsentiert. Der Neuling ist laut Pressemappe das „Auto der technischen Vernunft“, positioniert sich zwischen Kadett und Rekord und bedient damit einen größer werdenden Kundenkreis. 691.438 Ascona A entstehen bis März 1975.
Chassis, Fahrwerk und Antriebstechnik sind bei Ascona und Manta identisch. Die Vorderachse besitzt einzeln aufgehängte Räder mit Schraubenfedern und Teleskopstoßdämpfern, die Zentralgelenk-Hinterachse wird von zwei Längslenkern sowie einem Panhardstab geführt.
Angeboten wird der Ascona als 2- und 4-türige Limousine in Normal- und Luxus-Ausführung. Als Triebwerk steht ein 1,6-Liter-Vierzylinder mit 68 PS und eine höher verdichtete S-Variante mit 80 PS zur Verfügung. Wie die größeren Vierzylinder des Rekord verfügt das Ascona-Triebwerk über eine seitlich im Zylinderkopf angeordnete Nockenwelle, „camshaft-in-head“ (cih) genannt. Ab März 1972 wird ein 1,2-Liter Motor mit 60 PS angeboten und somit ein kostengünstiges Einstiegsmodell geschaffen.


Ascona Voyage – Die neue Mitte

Eine vielbeachtete Neuheit im Modellprogramm ist der Ascona Voyage. Die zweitürige Caravan-Variante ist kein Kombi im klassischen Sinn, sondern ein Freizeit-Mobil, mit Platz für Gummiboot und Fahrrad, ein Wagen für die junge Familie, der Vorreiter aller Lifestyle-Kombis. „Die heutige Reisefreudigkeit, die Camping-Bewegung, die Neigung zu sportlichen und oft transportabhängigen Hobbies wie Wassersport, ... verlangen nach einem Personenwagen mit großzügigen Raumverhältnissen und Transportkapazitäten. In Sachen Komfort darf aber der Personenwagen-Charakter keinesfalls getrübt werden. Den nach diesen Vorstellungen gebauten Wagen nennen wir Ascona Voyage.“, lautet der Text in der Pressemappe. Der Ascona Voyage wird nur als L-Version geliefert, erst 1974 ergänzt eine weniger luxuriöse Caravan-Version die Baureihe.

Ascona SR – Das Zeug zum Sieger

Im Frühjahr 1971 werden der Ascona 1,9 S und der Ascona SR vorgestellt. Motorisiert ist die SR-Variante mit einem 80 PS starken 1,6 Liter-S-Triebwerk oder dem 1,9-Liter-Aggregat mit 90 PS. In Kombination mit den beiden stärkeren Motorisierungen gibt es gegen Aufpreis eine Dreigang-Automatik. Die SR-Ausstattung ist - ein Novum für das Segment der Kombifahrzeuge - auch für den dreitürigen Voyage lieferbar. In der Limousine zeigt sie das sportliche Potenzial des Ascona auf. Mit einer zweitürigen Limousine gehen Walter Röhrl und Jochen Berger 1974 in der Rallye-Europameisterschaft an den Start. Der Ascona des Opel-Euro-Händler-Teams hat einen Vierzylinder-Motor, der durch Aufbohren auf 2 Liter Hubraum und mit einem Aluminium-Querstrom-Zylinderkopf über 200 PS bei 6700 U/min abgibt. Röhrl und Berger siegen bei sechs von acht Läufen und gewinnen die Rallye-EM mit der bis dahin unerreichten Maximal-Punktzahl von 120 Zählern.
1975, kurz vor der Ablösung durch den Nachfolger Ascona B, gewinnen Walter Röhrl und Jochen Berger die Rallye Akropolis und verbuchen den ersten Opel-Sieg bei einem Rallye-WM-Lauf

Neue Sachlichkeit - 50 Jahre Opel Rekord P2

27.08.2010

Rüsselsheim.  Ein Auto, vier Typen. So vielfältig wie der 1960 präsentierte Opel Rekord P2 zeigt sich zu Beginn des neuen Jahrzehnts kein anderes Modell in der Mittelklasse.

Neben der zwei- und viertürigen Limousine führt Opel, seit 1953 Vorreiter auf dem Gebiet der Kombinationswagen, eine Caravan- und Lieferwagen-Variante sowie ab 1961 erstmals eine Coupé-Version im Programm. Mit der optionalen „Luxus“-Ausstattung für die Limousine sowie dem Coupé mit 60 PS starkem 1,7 Liter-S-Motor erschließt Opel neue Käufergruppen, die in diesem Fahrzeug-Segment Wert auf Komfort und Sportlichkeit legen. Der Erfolg gibt dem Unternehmen recht: mit 786.411 produzierten Fahrzeugen in den Jahren 1960 bis 1963 avanciert der Opel Rekord P2 zum meistverkauften Auto in der Mittelklasse und rangiert zeitweise auf dem 2. Platz der bundesdeutschen Zulassungsstatistik.  

Rekord P2 – „Ein Wagen, wie Sie ihn sich wünschen“

200 Vertreter von Tages- und Fachzeitungen, von Rundfunk, Fernsehen und Wochenschauen erleben im August 1960 in der Rüsselsheimer Stadthalle die Premiere des neuen Opel Rekord P2. Im Vergleich zum populären, von 1957 bis Mitte 1960 gebauten Vorgänger Olympia Rekord P1 – das P steht für das wichtigste Stilmerkmal der Baureihe, die Panoramascheibe – zeigt sich der neue Rekord P2 in modischer Trapezform und zugleich sachlicher in der Linienführung. „An die Stelle der leicht gewölbten und geschwungenen Form und Linie ist die markante Betonung der Horizontalen getreten“, heißt es in der Presse-Mitteilung. „Bei der Konstruktion der neuen Modelle ging das Rüsselsheimer Werk vom Innenraum aus. Dessen Abmessungen wurden festgelegt, bevor die Karosserie geformt wurde.“ Bei nahezu identischen Abmessungen ist der Platz im Innen- und Gepäckraum gewachsen. Passive Sicherheitselemente wie ein Lenkrad mit versenkter Nabe sowie eine gepolsterte Armaturenbrett-Oberkante gehörten erstmals zu den zentralen Punkten im Lastenheft der Entwickler.

Neben der zwei- und viertürigen P2-Limousine steht erneut eine besonders variable Caravan-Version mit umlegbarer Rückbank zur Verfügung. Als einer der ersten deutschen Hersteller hatte Opel 1953 beim Typ Olympia Rekord diese Modell-Variante eingeführt. Der P2 Schnell-Lieferwagen basiert auf dem Caravan, besitzt anstelle der hinteren Seitenfenster einen geschlossenen Aufbau und wendet sich an Gewerbetreibende.

 „Der neue Rekord – Ein Wagen wie Sie ihn sich wünschen“, verspricht die Werbung.

Ab Werk besitzt der Rekord P2 ein am Lenkrad geschaltetes Dreiganggetriebe, das ab Frühjahr 1962 erhältliche Vierganggetriebe sowie die halbautomatische Kraftübertragung „Olymat“ zählen zu den Sonderausstattungen. Standardmotorisierung ist der Vierzylinder-“Kurzhub“-Motor mit 1,5 Litern Hubraum und 50 PS. Die stärkere 1,7 Liter-Variante mit 55 PS kostet 75 DM Aufpreis.

„Rekord Coupé – Ein liebenswerter Wagen“

Zur IAA des Jahres 1961 überrascht das Unternehmen mit einer neuen Modell-Variante: erstmals in der Geschichte des Opel Rekord ergänzt eine vom Werk angebotene Coupé-Version die Baureihe. Das zweitürige Coupé besitzt eine eigenständige Linienführung und verfügt serienmäßig über eine besonders luxuriöse Ausstattung mit Frischluftheizung, Einzelsitzen, Veloursteppichen, Lichthupe, Rückfahrleuchten und Zweitonhorn.

Der 60 PS starke 1,7 Liter-S-Motor, beschleunigt das Rekord P2 Coupé auf 140 km/h.

„Rekord Coupé – Ein liebenswerter Wagen“, wirbt Opel für die ebenso elegante wie sportliche P2-Ausführung. 33.816 Kunden entscheiden sich für das Coupé, das zur Initialzündung einer neuen Fahrzeuggattung bei Opel wird: in Zukunft sind Coupé-Ausführungen sowohl bei Kadett und später bei Rekord und Commodore ein fester Bestandteil der Angebots-Palette.

Rekord „L“ – „Extraklasse in Luxus und Leistung“

Im Juni 1962 folgt das Spitzenmodell der P2-Baureihe. Wie schon beim repräsentativen Opel Kapitän, dem zu dieser Zeit meistverkauften Sechszylinderwagen in Deutschland, ist für die Rekord-Limousine eine luxuriöse „L“-Ausstattung erhältlich. Zum Serienumfang gehören u.a. der aus dem Coupé bekannte 1,7 Liter-S-Motor mit 60 PS, das optionale Vierganggetriebe, Heizung, Einzelsitze mit Liegesitzbeschlägen, Radzierringe, eine verchromte Auspuffblende und vieles mehr. Der Preis für die „Extraklasse in Luxus und Leistung“ beträgt 7.935 DM, eine viertürige P2-Limousine in Standrad-Ausführung steht mit 6.960 DM in der Preisliste.

Mit dem Rekord P2 stürmt Opel in der Gunst des Publikums an die Spitze: in der Mittelklasse ist der Rekord die erste Wahl, in der Zulassungsstatistik belegt er lange den 2. Platz. Bis zur Ablösung der Baureihe 1963 durch den neuen Opel Rekord A werden 786.411 Einheiten des Rekord P2 gebaut.

Opel hat beim 38. AvD-Oldtimer-Grand-Prix was zu feiern

10.08.2010

Rüsselsheim.  Temperamentvoll feiert die Marke mit dem Blitz beim 38. AvD-Oldtimer-Grand-Prix eine Reihe von Jubiläen. Wenn der Nürburgring vom 13. bis 15. August wieder zum fahrenden Freilichtmuseum wird, bereichert Opel die Szenerie um sportliche Meilensteine der Unternehmensgeschichte. Das Ahnenspektrum reicht vom Ur-Rennwagen von 1903 über den 75 Jahre alten Olympia, die 40-jährigen Ascona und Manta sowie diverse Kadett-Rallyemodelle bis hin zum „Jungspund“ Calibra. Das legendäre Coupé trug vor 20 Jahren den Titel „Windschnittigster Serien-Pkw der Welt“. Dazu drehen viele höchst interessante, teilweise einzigartige Fahrzeuge von Opel-Clubmitgliedern und -Liebhabern auf der Formel 1-Strecke des Nürburgrings ihre Runden. Und zwischendurch geben sich der weltmeisterliche Copilot Christian Geistdörfer und der ehemalige Opel Rallye-Werksfahrer Jochi Kleint beim Oldtimer-Grand-Prix die Ehre.

1935 – 1970 – 1990: Anlässe zum Feiern

Der Opel Olympia – auf dem Nürburgring in einer grün lackierten Cabrio-Version zu sehen – galt 1935 als revolutionär: erstes deutsches Fließband-Fahrzeug mit selbsttragender Ganzstahlkarosserie. Dieses Konzept machte den Wagen nicht nur sicherer, komfortabler und leichter, sondern war wegweisend für die Automobilfertigung der folgenden Jahrzehnte. Die so genannte „Hochzeit“ zwischen Karosserie und Chassis mit Motor wird bis heute im Prinzip unverändert in den Fahrzeugwerken vollzogen.

1970 erschienen zwei Modelle auf der Bildfläche, die das folgende Automobil-Jahrzehnt mitprägen sollten: Opel Ascona und Opel Manta. Während aus dem Coupé das Kult-Auto schlechthin wurde, zeichnete sich der Ascona als zuverlässiger und funktionaler Pkw aus. Welche sportlichen Leistungen damit möglich waren, bewies vor allem das Team Walter Röhrl/Christian Geistdörfer als Rallye-Weltmeister 1982 auf dem Ascona 400 gegen die scheinbar übermächtige Allrad-Konkurrenz. Auch Jochi Kleint gab damals den Boliden mit dem Blitz erfolgreich die Sporen. Der Rallye-Europameister von 1979 (Gruppe 2 – Ascona B) folgt der Opel-Einladung zum 38. Oldtimer-Grand-Prix genauso gerne wie Röhrl-Beifahrer Geistdörfer. Das automobile Spalier für die Jubilare Ascona und Manta bilden weitere Opel-Motorsportklassiker wie der Monza oder die Kadett-Reihen B, C und E.

Ehre, wem Ehre gebührt – das gilt auch für den „Jungspund“ in diesem Kreis: Der Opel Calibra begeisterte beim Marktstart 1990 mit besonders schnittigem Design, das hielt, was es versprach. Der cW-Wert 0,26 machte das Coupé vor 20 Jahren zum windschlüpfigsten Serien-Pkw der Welt. Das zahlte sich nicht nur beim Verbrauch im Alltagsbetrieb, sondern durchaus auch bei den Rundenzeiten aus. Obwohl der DTM-Calibra von 1996 als Youngtimer firmiert, gilt er doch als einer der Stars am Nürburgring.

Das Zeug zum Publikumsliebling hat darüber hinaus der voll fahrfähige Opel-Rennwagen von 1903. Mit seiner puristisch-kantigen Form, der turmartigen Lenkung und den höhenversetzten Lederrennsesseln geizt der Leiterrahmen-Flitzer nicht mit Oldtimer-Reizen. Immerhin bringt es der weiße Veteran mit seinem 1.885 cm3 großen und 12 PS starken Zweizylinder-Motor auf 70 km/h.

Zehntes Klassikertreffen an den Opelvillen

21. Juni 2010

Zehntes Klassikertreffen an den Opelvillen

  • Aus bescheidenen Anfängen zum größten eintägigen Oldtimer-Treffen Deutschlands
  • Frühere Rallyefahrerin Isolde Holderied kommt im Opel GT Aero
  • Bob- Weltmeister Wolfgang Hoppe fährt den Opel Rekord von Sepp Herberger



Rüsselsheim.  Die Opelvillen und der angrenzende Stadtpark in Rüsselsheim sind am kommenden Sonntag, 27. Juni, zum zehnten Mal Schauplatz des Klassikertreffens. Opel und die Stadt Rüsselsheim als Organisatoren erwarten zwischen 10 und 16 Uhr erneut mehr als 1.500 klassische Autos, Motorräder, Fahrräder und Traktoren aller Marken sowie über 15.000 Besucher. Präsentiert werden Zwei- und Vierräder aus dem vergangenen Jahrhundert bis zum Baujahr 1980. Die Teilnahme ist sowohl für Oldtimer-Besitzer als auch für Zuschauer kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Händler sind nicht zugelassen.

„Aus bescheidenen Anfängen hat sich  die Veranstaltung zum größten, eintägigen Oldtimertreffen Deutschlands entwickelt“, sagt Heinz Zettl, nun Privatier und seinerzeit Mitinitator in Opel Diensten. „Dass zum Beispiel im letzten Jahr mehr als 1600 Fahrzeuge bei uns zu Besuch waren, freut natürlich ungemein und bestätigt die Richtigkeit dieses Konzepts.“

Und darin liegt sicherlich auch der Erfolg der Veranstaltung. Wer am Sonntag zu Besuch nach Rüsselsheim kommt wird herzlich empfangen, kann zwanglos sein Fahrzeug unter Gleichgesinnten in schöner Umgebung parken und Freunde treffen. Auch Kinder sind willkommen. Ein Moderator begrüßt die Teilnehmer mit Ihren Schmuckstücken auf dem roten Teppich, Musiker unterhalten die Besucher im Park und die örtliche Gastronomie bietet kleine Leckereien und Deftiges.

Ein ganz besonderer Gast, die frühere Rallyefahrerin Isolde Holderied, die Ende der 80er Anfang der 90er  Jahre viele Siege für Opel holte, wird gegen 11 Uhr mit einem 69er Opel GT Aero, einem von zwei noch bestehenden Exemplaren aus der Werkssammlung, beim Treffen vorbeischauen. Der mehrfache Olympiasieger und Weltmeister im Bobfahren, Wolfgang Hoppe, kommt im grünen Opel Rekord des früheren Fußball Bundestrainers Sepp Herberger.

Opel Olympia – Der Revolutionär wird 75

16. April 2010

Opel Olympia – Der Revolutionär wird 75

  • 1935: Erstes deutsches Großserienfahrzeug mit selbsttragender Ganzstahlkarosserie
  • 2010: Opel-Tradition der Innovationen wird aktuell vom neuen Meriva fortgesetzt



Rüsselsheim.  Opel und Innovationen sind seit jeher untrennbar miteinander verbunden. Jüngstes Beispiel ist der neue Meriva, der gerade erst in Genf Weltpremiere feierte. FlexDoor-Türkonzept, FlexRail-Mittelkonsole und FlexSpace-Sitzkonzept sind nur einige der Ausstattungsmerkmale, die für Aufsehen sorgen. Die gleiche Innovationskraft, die der Meriva heute aufweist, strahlte vor genau 75 Jahren das damalige Vorzeigemodell Olympia auf der Berliner Automobilausstellung aus. Sein Konzept sollte Technik-Geschichte schreiben. Denn der Opel Olympia war der erste deutsche Großserienwagen mit selbsttragender Ganzstahlkarosserie und ermöglichte in der Fertigung die Einführung der so genannten „Hochzeit“.

Superlativ in der Fahrzeugkonstruktion

Das Jahr 1935 beginnt für die Automobilwelt mit einem Superlativ: Opel enthüllt auf der Berliner Automobilausstellung den Olympia 1,3 Liter. Im April geht das innovative Modell in Serienfertigung. Das Außergewöhnliche am Olympia ist nicht nur, dass er in der Folgezeit als erstes Auto per Luftschiff über den Atlantik nach Südamerika fährt, vielmehr ist er das erste in Deutschland in Großserie produzierte Fahrzeug mit selbsttragender Ganzstahlkarosserie. Plastisch ausgedrückt sind Karosserie und Chassis wie die Elemente eines Flugzeugs zu einer selbsttragenden Struktur verschmolzen. Dieses technische Konzept markierte den Bruch mit der herkömmlichen Bautechnik in der Automobil-produktion. Die Vorteile des damals revolutionären und heute selbstverständlichen Bauprinzips sind vielfältig:

Das Metallgerippe der selbsttragenden Karosserie besteht aus Profilträgern, die wie im Flugzeugbau miteinander verbunden sind und eine geringere Masse mit sich bringen.

Mit einem Leergewicht von nur 835 Kilogramm, wiegt der neue Olympia bei gleicher Motorisierung 135  Kilogramm weniger als sein auf einem Profilchassis basierender Vorläufer. Die Folge ist eine Steigerung der Fahrleistungen bei gleicher Motorisierung sowie reduzierter Verbrauch.

Der anfangs 18 kW/24 PS starke 1,3-Liter-Motor beschleunigt das Gefährt auf eine Spitzengeschwindigkeit von 95 km/h. Dabei benötigt der Olympia im Schnitt neun Liter Benzin auf 100 Kilometer. Weitere Neuerungen: Der Schwerpunkt des Autos liegt rund 15 Zentimeter tiefer als beim alten Opel 1,3 Liter – bei fast unveränderter Bodenfreiheit. Für tadelloses Fahrverhalten sorgt außerdem die komfortable Opel-Synchron-Federung. Das Ergebnis aller Maßnahmen beschreibt der Rüsselsheimer Hersteller so: „Selbst mit hoher Geschwindigkeit kann man in die Kurve gehen, der Olympia ist kurvensicher.“ Bei einer Gesamtlänge von nur 3,95 Metern ist der Wagen zudem sehr wendig. Der hohe Anspruch, den Opel an das neue Modell stellt, wird auch von Fachmagazinen bestätigt. In der Zeitschrift „Motor und Sport“ ist zu lesen: „Die Fahrleistungen sind für einen 1,3-Liter-Wagen sehr beachtlich und setzen den Führer des Wagens in die Lage, sehr ansehnliche Reisedurchschnitte zu erzielen.“

Neue Bauweise bringt mehr Sicherheit und Komfort

Doch nicht nur die vorbildliche Leistung und Straßenlage machen den Olympia zum perfekten Reisemobil der 30er Jahre, auch sein Innenraum überzeugt mit komfortbetonten und zugleich praktischen Qualitäten. „Die Polstersitze sind mit Cord bezogen, die Rücklehnen der Vordersitze lassen sich vorklappen, die Hintersitze sind in Breite und Tiefe so günstig bemessen, dass man volle Bewegungsfreiheit hat und auch dadurch keine Fahrstrapazen spürt“, lautet die zeitgenössische Beschreibung. Die Konstruktion der selbstragenden Karosserie „aus einem Guss“ erhöht darüber hinaus die Sicherheit der Passagiere: Das Dach ist aus einem zusammenhängenden Stück Stahl gefertigt und gibt dem Auto weitere Stabilität; im Bereich des gabelförmigen Frontprofils absorbiert eine Sollbruchstelle bei einem Auffahrunfall einen Teil der Aufprallenergie – die Vorläufer von steifer Fahrgastzelle und Knautschzone sind somit geschaffen.

Startschuss für die moderne Automobilproduktion

Die selbstragende Ganzstahlkarosserie macht aber nicht nur das Auto leichter, sicherer und komfortabler, sie erst ermöglichte moderne Fahrzeugfertigung in Großserie. Heute in allen Automobilwerken Standard, war die so genannte „Hochzeit“ zwischen Karosserie und Aggregaten vor 75 Jahren eine Premiere. Zum ersten Mal wurden die komplett vormontierten Achsen und Motoren nicht mehr ins aufbaulose Chassis geschraubt, sondern über hydraulische Hebetische in die von oben an Förderketten herbeigeführten Karosserien hineingehoben. Der gesamte Produktionsablauf geht so schneller und effizienter vonstatten – wirtschaftliche Vorteile, die in Form eines günstigen Preises auch an die Kunden weitergegeben werden. Die zweitürige Limousine und die zweitürige Cabriolet-Limousine sind ab 2.500 Mark zu haben und unterbieten damit das 1,3 Liter Vorläufermodell um satte 450 Mark.

So hat Opel neben dem Verdienst, mit dem Olympia auf einen Schlag die Fahrzeugkonstruktion und den Produktionsablauf revolutioniert zu haben, 1935 einen weiteren Grund zum Feiern: Als erster deutscher Automobilhersteller übertrifft die Marke bei der Jahresproduktion die 100.000-Fahrzeuge-Grenze. Den Namen Olympia tragen nachfolgende Opel-Modellgenerationen noch bis zu Beginn der 70er Jahre und sind Synonym für Qualität und Zuverlässigkeit.