Nostalgie in Eis und Schnee

14. Dezember 2006  
Nostalgie in Eis und Schnee  



Stimmungsvolle Wintermotive vermitteln Lebensgefühl der 50er und 60er Jahre
  

Rüsselsheim.  Früher war alles besser! Alles? Ganz sicher waren die Winter in der Mitte des letzten Jahrhunderts noch richtige Winter. Diesen Eindruck vermitteln zumindest die nostalgischen Presse- und Kalenderfotos, die Opel in den 50er und 60er Jahren veröffentlichte. Die Devise dieser Zeit lautete: Das Leben genießen und Neues entdecken. Mit dem Wirtschaftswunder wächst der Wunsch nach Mobilität – es geht wieder aufwärts. Die winterlichen Motive zeigen die Modellvielfalt von Opel, den Fotografie-Stil jener Jahre und spiegeln so den Zeitgeist einer bewegten Ära .

Urvater der sportlichen Kompaktwagen

21. November 2006  
40 Jahre Opel Rallye Kadett 

Urvater der sportlichen Kompaktwagen



Beliebt im alltäglichen Einsatz und erfolgreich im Rallye-Sport  

Rüsselsheim.  1966 ist ein Jahr des technischen Fortschritts: Frankreich weiht das weltweit erste Gezeitenkraftwerk ein, während die Russen zum ersten Mal erfolgreich eine Sonde zum Mond schicken und die Menschen mit Bildern vom „Meer der Stürme“ faszinieren. Eine ganz andere Art der Begeisterung weckt hierzulande der Autobauer mit Sitz in Rüsselsheim: Opel startet die Produktion des legendären Rallye Kadett und gönnt der bisherigen Coupé-Version einen 1,1-Liter-SR-Motor mit Doppelvergaseranlage, sportliches Interieur und ein unverwechselbares rassiges Design mit mattschwarzer Motorhaube sowie prägnanten Seiten- und Heckstreifen. Der Rallye Kadett spricht durch seine Fahrleistungen und seine zweckbetonte Ausstattung die Emotionen von Liebhabern sportlicher Automobile an. Er ist somit der Urvater der sportlichen Kompaktwagen­klasse mit Fahrspaßgarantie – und zugleich Vorläufer der heutigen OPC-Modelle, den modernen Hochleistungssportlern von Opel.
 

Der „heiße“ Kadett – vom Band auf die Piste
 

Der Rallye Kadett rollt im November 1966 in Bochum zum ersten Mal vom Band – und erobert von da an in die Herzen vieler sportbegeisterter Opel-Fahrer und derjenigen, die es durch ihn erst werden. So ist in der damaligen Pressemitteilung zur Einführung des sport­lichsten Kadett-Modells auch die Rede von der „heißen“ Kadett-Version, und weiter: „Das Werk entschloss sich daher, für die Rallyefahrer ein einsatzbereites Wettbewerbsfahrzeug auf der Basis des Kadett Coupés und damit gleichzeitig für viele Fahrer einen Wagen mit ausgeprägten sportlichen Eigenschaften zu schaffen, der dank

der Produktion in hohen Stückzahlen preisgünstig angeboten werden kann.“ Beide Versprechen – das des konkurrenzfähigen Wettbewerbsfahrzeugs wie das des günstigen Preises – hält die Marke mit dem Blitz.  

Der Rallye Kadett erreicht mit seinem 60 PS starken 1,1-Liter-SR (Super-Rallye)-Antrieb bereits eine Höchstgeschwindigkeit von 148 Stundenkilometern; zu haben ist er ab
7.175 DM. Er verfügt serienmäßig über Vorderrad-Scheibenbremsen und eine Zweikreis-Bremsanlage mit Bremskraftverstärker. Um eine gute Bodenhaftung in kritischen Grenzbereichen zu gewährleisten, erhält er breite, silbergraue Sportfelgen, auf denen 155‑SR13-Gürtelreifen montiert sind. Seine gesamte äußere Erscheinung betont den Anspruch, im Renn- und Rallye-Segment ein gewichtiges Wort mitreden zu wollen: Die teilweise schwarz-mattierte Motorhaube und die markant hervortretenden Seitenstreifen ringen der Konkurrenz bereits beim ersten Blick Respekt ab. Im Innenraum setzt sich die sportliche Ausrichtung des Rallye Kadett konsequent fort: Fast alle Ausstattungsdetails, wie Dachhimmel, Sonnenblenden und Schaltkonsole, sind in blendfreiem Mattschwarz gehalten. Sicherheitslenkrad mit drei Metallspeichen und splittersicherem Kranz sowie Drehzahlmesser, Öldruckuhr und Ampèremeter in der Anzeigenkonsole sind ebenso serienmäßig wie der kurze Sportschaltknauf. 

Der „Rallye“ – Garant für sportlichen Erfolg
 

Der Anspruch, als veritabler Sportwagen wahrgenommen zu werden, gelingt auf Anhieb. Dass diesem Statement Taten folgen, beweist der Rallye Kadett seit Ende der 60-er Jahre eindrucksvoll mit vielen nationalen wie internationalen Rennsporterfolgen. Allein 1968 nimmt das Sportcoupé an unzähligen Wettfahrten teil: Die Griechische Rallyemeister­schaft, die Niederländische und die Deutsche Automobil-Rallyemeisterschaft sind nur einige davon. Klassensiege fährt der Rallye Kadett sowohl bei der 21. Internationalen Rallye Lyon/Charbonnières – Stuttgart/Solitude als auch bei der 30. Internationalen Rallye Wiesbaden (Deutschlandrallye) ein.
 

Doch dies ist nur der Anfang, mit dem die Opel die Sportlichkeit und Zuverlässigkeit des Kadett untermauern. Ein Jahr später feiern Kurt Waldner und Hans Vogt auf der 13. ADAC Tour d’Europe den Gesamtsieg. Mehr als 14.000 Kilometer geht es über Stock und Stein quer durch Europa und Kleinasien. Im Resümee hört sich das Ganze so an: „Dieser Gesamtsieg (…) ist der untrügliche Beweis für die Zuverlässigkeit des Rallye Kadett. Ob die Strecke durch den Balkan oder den Vorderen Orient führte, der Rallye Kadett hielt durch.“ Und selbst bei der als mörderisch bekannten Rallye Monte Carlo gewinnt der Opel-Sportler mehrmals in Folge seine Klasse in der Kategorie „Serien-Tourenwagen“; 1970 gelingt es dem Team Ragnotti/Thimonier auf dem Rallye Kadett 1900 sogar, mit einem beachtlichen 11. Platz in der Gesamtwertung bis in die Spitzen­gruppe der Porsche-Sechszylinder vorzustoßen.
 

Im alltäglichen Einsatz
 

Doch nicht nur im Rallye-Wettkampf lehrt der Kompaktsportler die Gegner der Oberklasse das Fürchten, auch im Alltag kann er es problemlos mit seinen Konkurrenten aufnehmen. Verschiedene Tests zeigen, dass der Rallye Kadett mit einer Länge von 4,18 Metern zwar konsequent als kompaktes Automobil ausgelegt ist, aber im Gegensatz zu anderen Mitbewerbern im Segment auch vier Erwachsenen über weite Strecken genügend Platz zur bequemen Reise bietet und darüber hinaus durch geringe Windgeräusche sowie eine hohe Verarbeitungsqualität überzeugt. 
 

So überzeugt der Rallye Kadett seine Kundschaft von Beginn an nicht nur durch seinen konsequent sportiven Auftritt – den er durch die unzähligen Motorsport-Erfolge mehr als deutlich nachweist –, sondern vielmehr durch die Verbindung von Sportlichkeit und Alltagstauglichkeit im täglichen Betrieb. 
 

Doch damit geben sich die Konstrukteure nicht zufrieden. Bereits im Herbst 1967 bringen sie einen stärkeren „Rallye“ auf den Markt. Nun wird er auch mit dem aus dem Rekord bekannten 1.9 S-Motor mit 90 PS angeboten. Das Resultat: eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 13 Sekunden sowie eine Höchstgeschwindig­keit, die die Tachonadel bis auf 168 km/h treibt – und damit Fahrleistungen auf Sport­wagenniveau.
 

Zusätzliche Begeisterung weckt ab Herbst 1968 das LS-Rallye Coupé: Ohne seitliche Kiemen und mit spitz zulaufenden Seitenscheiben hinten führt es als zusätzliches Modell die sportlich-charakteristische Linienführung fort. 
 

All diese Faktoren bescheren dem Rallye Kadett B bis zu seinem Produktionsende im Juli 1973 hohe Absatzzahlen. Insgesamt werden knapp über 100.000 Einheiten im Werk Bochum montiert.
 

Würdige Nachfolger des frühen Opel-Renners sind die aktuellen OPC-Modelle: Die Philosophie, Alltagstauglichkeit mit einer von scharfen Konturen geprägten Silhouette und Fahrleistungen im Spitzenbereich zu verbinden, setzt Opel mit seinen konsequent auf Fahrspaß und Dynamik ausgelegten OPC (Opel Performance Center)-Modellen von Astra, Vectra, Vectra Caravan, Meriva und Zafira fort.

Zuverlässig von London nach Brighton

7. November 2006  

Zuverlässig von London nach Brighton




Historische Opel-Fahrzeuge beim Veteran Car Run erfolgreich  

Rüsselsheim/Brighton.  Jedes Jahr am ersten Sonntag im November steht das englische Seebad Brighton ganz im Zeichen historischer Fahrzeuge. Dann veranstaltet der Royal Automobile Club den „London to Brighton Veteran Car Run“ für Oldtimer bis zum Baujahr 1904. In diesem Jahr fuhr Hans H. Demant, Vorsitzender der Geschäftsführung der Adam Opel GmbH, einen Opel Rennwagen von 1902 und erreichte bei sonnigem Herbstwetter nach fünf Stunden das 95 Kilometer südlich von London gelegene Ziel. „Diese historischen Fahrzeuge verlangen einem alles ab“, sagte Hans H. Demant nach der Ankunft in Brighton. „Aber es macht großen Spaß, diese automobilen Denkmäler zu fahren, insbesondere wenn man entlang der Route von tausenden Menschen bejubelt wird.“ Auch das zweite Fahrzeug, ein Opel Patentmotorwagen „System Lutzmann“ von 1899, kam wie schon im Vorjahr ohne Zwischenfälle in Brighton an.
 

Mit der alljährlichen Fahrt erinnert der Veranstalter an die Aufhebung eines britischen Gesetzes im Jahr 1896. Es besagte, dass vor jedem Motorfahrzeug ein Mann mit einer roten Flagge laufen musste. Damals wurde auch die Höchstgeschwindigkeit von 4 auf 14 Meilen in der Stunde erhöht. Zur Feier der Aufhebung fuhren am 14. November 1896 über 30 Autos von London nach Brighton, allerdings erreichten nur 14 das Ziel. An Einfallsreichtum mangelte es damals nicht – angeblich wurde ein Fahrzeug mit dem Zug in die Nähe des Seebades gebracht und kurz vor der Zieleinfahrt noch mit Schlamm beschmiert. Mit seiner 110-jährigen Tradition ist der „London to Brighton Veteran Car Run“ ohne Beispiel in der Automobilgeschichte.

Einer für alle - 40 Jahre Opel Rekord C

12. Oktober 2006
Einer für alle - 40 Jahre Opel Rekord C  



Die dritte Generation der Baureihe war Opels erster Millionen-Erfolg
 

Rüsselsheim.  Premiere in Dudenhofen: Auf dem neu eröffneten Opel-Testzentrum bei Hanau - 2,6 Millionen Quadratmeter groß und mit einem Straßennetz von damals über 32 Kilometern Länge versehen - feiert der neue Rekord C 1966 sein viel beachtetes Debüt. Die dritte Generation der Rekord-Baureihe präsentiert sich in Technik und Design gänzlich überarbeitet. Als erster Opel-Pkw besitzt der Rekord C Schrauben­federn an der Hinter­achse. Mit Scheibenbremsen an der Vorderachse sowie einem Brems­kraftverstärker setzt der Rekord C Maßstäbe in seiner Klasse. Als Antrieb dienen Vier- und Sechs­zylindermotoren der ein Jahr zuvor beim Vorgänger eingeführten cih (camshaft-in-head)-Baureihe. 
 

Charakteristisches Merkmal der in Rüsselsheim entworfenen Karosserie ist der „Hüft­schwung“ vor der C-Säule. Neben Limousine und Caravan bietet Opel im Frühjahr 1967 ein dynamisch gezeichnetes Coupé an. Sportlichster Vertreter ist der 106 PS starke „Sprint“; Sonderversionen wie das elegant gezeichnete Cabriolet des Karosseriebauers Deutsch sowie eine vom Werk angebotene Taxi-Variante mit längerem Radstand er­gänzen die Serien-Modelle. 1.253.161 Einheiten werden bis zum Dezember 1971 produ­ziert. Zum ersten Mal verkauft Opel mit dem Rekord C mehr als eine Million Einheiten von einem Typ.
 

„In Stil und Leistung ein Europa-Rekord“
 

Auto-Deutschland denkt international: „In Stil und Leistung ein Europa-Rekord“ lautet die Botschaft zur Präsentation des Rekord C. Seit 1963 ordnet Opel die Rekord-Baureihe nach Buchstaben. Nach den Vorgänger-Typen Rekord A und B, von denen zwischen 1963 und
1966 insgesamt 1.155.907 Einheiten pro­duziert worden waren, präsentiert sich die dritte Generation des Mittelklasse-Modells in modernem Design, mit neu entwickelter Fahrwerkstechnik sowie in drei Karosserie­varianten.  

Komplett neu konstruiert zeigt sich das Fahrwerk. Radstand und Spurweite sind ge­wachsen, an die Stelle der bisher üblichen blattgefederten Starrachse ist eine aufwändig konstruierte, spur- und sturzkonstante „Fünf-Lenker-Hinter­achse“ getreten, die über Längs- und Querlenker verfügt. Zugunsten eines verbesserten Federungskomforts besitzt der Rekord C als erstes Opel-Modell Schraubenfedern an der Hinterachse. Hinzu kommt eine Bremsanlage, die mit Scheibenbremsen an der Vorder- sowie Trommeln an der Hinterachse Maßstäbe setzt. Opel-Vorstand und Chefingenieur Hans Mersheimer: „Als einziges Fahrzeug seiner Klasse ist der Rekord serienmäßig mit einer Zweikreisbremse ver­sehen, die außerdem einen Bremskraftverstärker einschließt. Dadurch wird sowohl größt­mögliche Sicherheit als auch ein komfortabler Pedaldruck erreicht.“ Passive Sicherheit spielt eine wichtige Rolle. Das Armaturenbrett ist komplett gepolstert, eine Sicherheits­lenksäule gehört zum Serienumfang, die Karosserie ist im Vorfeld komplexen Crashtests unterzogen worden. Einen Frontalaufprall übersteht die Fahr­gastzelle des Rekord C im vorgeschriebenen Test ohne Verformungen. 
 

Die glattflächige, repräsentative Karosserieform orientiert sich an US-amerikanischen Vorbildern des Mutterkonzerns GM, ist aber zum ersten Mal komplett im neu etablierten Rüsselsheimer Design-Zentrum entworfen worden. Kennzeichen der neuen Linie ist der charakteristische Hüftschwung, den sowohl Limousine, Coupé wie Caravan unter der C-Säule tragen. „Coke-Bottle-Shape“ heißt diese Stilrichtung, da die Karosserie mit ein­ge­zogener Taille und in Verbindung mit einer rundlichen Gürtellinie an die Form einer Coca Cola-Flasche erinnert. 
 

„Modernste und größte Prüffeld-Anlage in Europa“
 

Als Ort der Präsentation des neuen Rekord C dient das im April 1966 eröffnete Opel-Prüffeld in Dudenhofen, 30 Kilometer östlich von Rüsselsheim gelegen. Nach der 1910/11 erbauten Einfahrbahn im Werk Rüsselsheim, dem 1920 eingeweihten, rund 1,5 Kilo­meter langen Opel-Renn- und Testoval und dem 1951 in Betrieb genommenen Prüffeld auf dem Werksgelände ist das neue Areal das vierte Testgelände in der Geschichte des Unter­nehmens. Mit einer Fläche von 2,6 Millionen qm und 32,2 km Gesamtlänge der Straßen ist das 30 Millionen Mark teure Testzentrum das modernste und größte seiner Art in Europa. Herzstück ist die Schnell­fahrbahn. Dieser Rundkurs von 1,6 km Durchmesser und 4,9 km Länge umschließt das Straßennetz wie ein Ring und erlaubt dank der nach oben zu­nehmenden Über­höhung ein seitenkraftfreies Fahren mit hohen Geschwindigkeiten. Die Prototypen der neuen Rekord-Generation haben hier tausende von Test-Kilometern absolviert.
 

„Ein Traumauto, zu dem auch die Vernunft rät“
 

Im Herbst 1966 steht der neue Rekord C bei den Händlern. Die Baureihe bietet neun ver­schiedene Ausstattungsvarianten bietet die Rekord-Baureihe. Die zwei- und vier­türigen Limousinen werden in Standard- und Luxus-Ausführung (L) gebaut. Neu ist – neben dem dreitürigen Standard-Kombi - die fünftürige Variante des Caravan, der eben­falls als L-Ausführung zu bestellen ist. In der Luxus-Ausführung nimmt der Rekord C Caravan den erst später beginnenden Boom individuell ausgestatteter und hochwertiger Kombis voraus. Die aus Limousine, Caravan und dem dreitürigen Lieferwagen (einem Caravan ohne hintere Seitenscheiben) bestehende Baureihe wird zum Frühjahr 1967 durch eine besonders dynamisch gezeichnete Version ergänzt. Verkaufsdirektor und Vor­standsmitglied Dr. Hans Schnabel: „Neu ist das Hardtop-Coupé mit Fastback und ver­senkbaren Fensterpfosten. Seine Form ist von Grund auf neu entwickelt. Sie entfernt sich somit weit von einer abgewandelten Limousine. Diese Form, zusammen mit der luxuriösen Ausstattung, macht dieses Modell zum Star unserer neuen Rekord-Baureihe“. Das Coupé liegt auf dem Preisniveau der viertürigen Luxus-Limousine. Die Werbung empfiehlt das fünfsitzige Rekord-Coupé als „Traumauto, zu dem auch die Vernunft rät.“
 

Als Antrieb dienen vier moderne, bereits 1965 beim Vorgänger Rekord B eingeführte, Vier­zylinder-Triebwerke sowie ab Januar 1967 ein Sechszylinder-Aggregat.
Charakteristisches Merkmal der cih-Motorenfamilie ist die seitlich im Zylinderkopf (camshaft-in-head = cih) angeordnete und von einer Duplexkette angetriebene Nockenwelle. Kurzhubig ausgelegt glänzt das Aggregat dank kurzer Hohlstößel und Kipphebel mit ausgesprochener Dreh­freude.

Basisaggregat ist der 1,5 Liter-Vierzylinder mit 58 PS, darüber rangieren der größer dimen­sionierte 1,7 Liter mit 60 PS und die höher verdichteten S-Variante mit 75 PS. Das 1,9 Liter S-Triebwerk leistet 90 PS, die Spitzenmotorisierung ist der auf Komfort und Lauf­ruhe ausgelegte Reihensechszylinder mit 2,2 Litern Hubraum und 95 PS. Die Sechszylin­der-Version des Rekord C tritt das Erbe des vom Rekord A und B bekannten Rekord 6 an, einer besonders starken und luxuriösen Rekord-Variante, ausgerüstet mit dem Reihen­sechszylinder des Opel Kapitän. Die Rolle dieses Premium-Rekord übernimmt ab Frühjahr 1967 der neue Commodore.

Als Vertreter der oberen Mittelklasse schließt der Opel Commodore, der als Limousine und Coupé weitgehend die Karosserien des Rekord C übernimmt und über eine noch hochwertigere Ausstattung verfügt, die Lücke zwischen Rekord und den Oberklassen-Modellen Admiral und Diplomat. 
 

„Was er wirklich bietet, steht nicht auf dem Preisschild“
 

Der neue Opel Rekord C ist "Einer für alle". Zahlreiche Spezial- und Sonderausführungen fächern die Baureihe weiter auf. Mit einer Spitze von 175 km/h bleibt der „Sprint“ der schnellste aller Serien-Rekord C: zwei Solex-Fallstromvergaser sowie eine höhere Ver­dichtung verhelfen dem 1,9 Liter Motor zu 106 PS bei 5600 U/min. Zusatzinstrumente an der Mittelkonsole, mattschwarze Rallye-Streifen, Stahlsportfelgen, Zusatzscheinwerfer und Rotwandreifen unterstreichen die dynamischen Ambitionen dieses meist in Signalfarben auftretenden Sport-Rekord. 
 

Für einen besonders eleganten und exklusiven Auftritt sorgt hingegen der Kölner Karosserie­bauer Deutsch. Auf Basis des Rüsselsheimer Beststellers bietet die Karl Deutsch GmbH eine viersitzige Cabrio-Version an. Die Vorzüge des Großserienmodells bleiben dabei vollständig erhalten: Platz für fünf Insassen, ein großer Kofferraum und die Viel­seitigkeit der Modellpalette. Über die Motorisierung entscheidet der Kunde, der Umbau schlägt mit rund 4.000 Mark zu Buche.
 

Als einziger Hersteller bietet Opel ab Werk eine „Sonderausführung Taxi“ an, die über eine individuell entwickelte Trennwand und darüber hinaus ein 20 cm-Plus an Radstand verfügt. Der Preis für die viertürige Rekord-Limousine „Sonderausführung Taxi“ mit 58 PS starkem 1,5-Liter-Motor, Dreiganggetriebe, schwarz lackiert, Vorder- und Hintersitzen mit verstärkter Polster­auflage und grauem Kunstlederbezug liegt bei 9450 Mark, ein Aufpreis von fast 2000 Mark zu herkömmlichen Limousine. 
 

Der Rennfahrer Stirling Moss wirbt am Lenkrad des Rekord C für die sportlichen Qualitäten der neuen Opel-Automatic. Neben der bekannten Dreigang- und Viergangschaltung, so­wohl als Lenkrad- oder als sportliche Knüppelschaltung erhältlich, bietet das Unter­nehmen seit Herbst 1968 als Ersatz für die Zweigang-„Powerglide“-Automatik einen neu entwickelten Dreigang-Automaten an. Die Opel-Automatic wird im neu errichteten GM-Werk Straßburg gebaut und zielt auf die komfortorientierte Kundschaft.

Opel-Oldtimer-Treffen am Hauptportal

1. August 2006   

Opel-Oldtimer-Treffen am Hauptportal



Rund 45 historische 1,2- und 1,8-Liter-Modelle zurück an ihrer Geburtsstätte  

Rüsselsheim.  Ältere Besucher werden sich an vergangene Zeiten erinnern, wenn am
5. August Opel-1,2 und 1,8 Liter Oldtimer aus den Baujahren 1931 bis 1935 zu einem großen Typentreffen in Rüsselsheim zusammen kommen. Noch nie haben sich so viele Opel dieser legendären Baureihen zusammengefunden: Rund 45 auf Hochglanz polierte Liebhaberstücke werden vormittags an der Besichtigungstour durch das Werk teilnehmen und damit an ihre eigentliche Geburtsstätte zurückkehren. Um 13 Uhr geht die Fahrt im Konvoi durch das Hauptportal zum neu gestalteten Vorplatz des Rüsselsheimer Bahnhofs. Dort präsentieren sich die Erfolgsmodelle der frühen Automobiltechnik der Öffentlichkeit bis 14 Uhr. Die 1,8-Liter-Sechszylinder-Ausführung erreichte zur damaligen Zeit bereits sensationelle 90 km/h Spitzengeschwindigkeit und wurde für Opel in den 30er Jahren ebenso wie der 1,2-Liter-Wagen zum Verkaufsschlager. Mit 101.563 Verkäufen wird der Opel 1,2 der erste deutsche „Volkswagen“. Bis dahin wurden in Deutschland noch nie so viele Fahrzeuge eines Typs gebaut.

Rund 1.000 Oldtimer werden erwartet

19. Juni 2006  
Rund 1.000 Oldtimer werden erwartet 



6. Klassikertreffen an den Rüsselsheimer Opelvillen
  

Rüsselsheim.  Die Opelvillen und der angrenzende Stadtpark in Rüsselsheim sind am Sonntag, 25. Juni, zum sechsten Mal Schauplatz des Klassikertreffens. Opel und die Stadt Rüsselsheim als Organisatoren erwarten zwischen 10 und 16 Uhr erneut rund 1.000 klassische Autos, Motorräder und Traktoren sowie mehr als 6.000 Besucher. Präsentiert werden Zwei- und Vierräder aus dem vergangenen Jahrhundert bis zum Baujahr 1980. Die Teilnahme ist sowohl für Oldtimer-Besitzer als auch für Zuschauer kostenlos.
 

An den Opelvillen und im Stadtpark erwartet die Besucher auch bei der sechsten Auflage ein umfangreiches Rahmenprogramm. Für musikalische Unterhaltung sorgt die „Saxophon Bande“, die sowohl vor den Opelvillen als auch im Stadtpark zu hören sein wird. Auch Pianist Jürgen Moser pendelt zwischen den beiden Veranstaltungsorten. Speziell auf das junge Publikum ist im Stadtpark das Programm von „Ham’mer am Strand“ mit einer Mischung aus Clownerie, Jonglage und Zaubertricks zugeschnitten. 
 

Das Klassikertreffen, das für Fahrzeuge aller Marken offen ist, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem großen und sympathischen Oldtimer-Highlight auch über die Grenzen des Rhein-Main-Gebietes hinaus entwickelt. Die Premiere im Jahr 2001 begann mit 200 Autos, Motorrädern und Traktoren sowie 2.000 Besucher. Diese Zahlen haben sich inzwischen vervielfacht.

Lass’ die Sonne rein – 30 Jahre Kadett C Aero

23. Mai 2006   

Lass’ die Sonne rein – 30 Jahre Kadett C Aero


Beim Open-Air-Kadett stand die Variabilität im Mittelpunkt
  

Rüsselsheim.  Im Autofrühling des Jahres 1976 präsentiert Opel den Kadett „Aero“, den ersten Vertreter einer neuen Generation von Cabriolets. Als Basis des Open-Air-Kadett dient die zweitürige Limousine des Kadett C mit dem 60 PS starken 1,2-Liter-S-Motor. Charakteristisch für den Aero ist der breite, kräftig dimensionierte Überrollbügel, der durch seine Konstruktion nicht nur die Verwindungssteifigkeit der Karosserie erhöht, sondern im Falle eines Überschlags auch für die Sicherheit der Passagiere sorgt. Ein herausnehmbares Hardtop sowie ein hinteres Faltverdeck bieten verschiedene Variationen des offen Fahrens. Ab 1977 steht zudem ein 75 PS starker 1,6 Liter Motor zur Wahl. Bis zum Produktionsende im Jahr 1978 werden beim Stuttgarter Karosseriebauspezialisten Baur 1.332 Exemplare gebaut. Die Tradition der nachfolgenden Kadett und Astra Cabrios setzen nun der Tigra TwinTop sowie der Astra TwinTop fort, der in diesen Tagen Handelspremiere hat. Beide verfügen über ein Stahlklappdach.
 

„Mehr Sonne, mehr Luxus, mehr Kadett“

Der Kadett Aero setzt die Tradition offener Opel-Modelle nach 20-jähriger Unterbrechung erstmals wieder fort. Zur gleichen Zeit wird in der Bundesrepublik die Anschnallpflicht eingeführt und das Überschallflugzeug Concorde startet von Paris und London zu den ersten Linienflügen. Gefertigt wird das Fahrzeug beim renommierten Stuttgarter Karosserie-Maßschneider Baur, wo auch die eleganten und exklusiven Bitter Diplomat CD gebaut werden. Der Kadett Aero vereint gleich mehrere Tugenden in sich: „Das Cabrio, das geräumige Urlaubs- und Einkaufsauto sowie das problemlose Fahrzeug für den Stadt- und Berufsverkehr. Ein Cabrio für die ganze Familie.“, so eine zeitgenössische Opel-Presseinfo. In seiner Variabilität und Alltagstauglichkeit ist der Aero seiner Zeit und
anderen Cabriolets auf dem Markt voraus. Das großzügige Platzangebot erlaubt vier Personen samt Gepäck entspanntes Reisen und ermöglicht gleichzeitig offene Fahrt in unterschiedlicher Intensität.  

Von der Konstruktion her entspricht der neue Kadett Aero, der das Modell-Programm der unteren Mittelklasse komplett macht, daher eher der Olympia Rekord Cabrio-Limousine als dem bekannten Voll-Cabriolet. Ein massiver Überrollbügel verleiht der Karosserie eine hohe Torsions­steifigkeit und schützt im Falle eines Überschlags die Insassen. Passive Sicherheit steht bei der Konstruktion im Vordergrund. Schon 1972 hat Opel auf diesem Gebiet mit dem bis zu 40 km/h aufprallsicheren Forschungs-Fahrzeug „Opel Safety Vehicle 40“ wichtige Erfahrungen in Sachen Sicherheit und Insassenschutz gesammelt. Die Forschungsergebnisse fließen in die Konstruktion der neuen Kadett C-Baureihe ein, die 1973 präsentiert wird. Sie kommt als Limousine, Caravan und Coupé, das erstmals von einem Einspritzer angetrieben wird, auf den Markt. Neu ist der Kadett City, eine Kompakt-Variante mit großer Heckklappe. Dem Kadett Aero dient die zweitürige Limousine als Basis und offeriert aus diesem Grund auch viel Platz für Insassen und Gepäck.
 

Die Werbung streicht die sonnigen Seiten des Kadett Aero heraus: „Wenn Sie die Sonnenseiten des Fahrens in einem fröhlichen Auto genießen wollen, dann ist der Kadett Aero für Sie genau der richtige. Denn immer wenn’s das Wetter erlaubt, sind Sie mit ihm unter der strahlenden Sonne.“ In zwei Stufen können die Insassen das offen Fahren genießen und das Dach gegen den Fahrtwind tauschen. In der Stufe Eins wird das Dachteil vor dem Überrollbügel mit zwei Handgriffen abgenommen und in einer gesonderten Halterung im Kofferraum verstaut. Auch bei voll beladenem Kofferraum ist das nur wenig Platz beanspruchende Hardtop sofort zugänglich. Stufe Zwei, in der das hintere Dachteil nach unten gefaltet wird, macht das Fischluft-Vergnügen anschließend perfekt. Das Cabrio-Konzept ist ausgefeilt, die Basis erprobt. „Mit seinen vielen guten Eigenschaften bietet der Kadett Aero Ihnen ungetrübte Fahrfreude. Er ist ein Kadett durch und durch. Erstaunlich komfortabel, wirtschaftlich, zuverlässig und solide. Mit Fahreigenschaften, die sie sich besser nicht wünschen können.“ 
 

Als Basismotorisierung steht im Premierenjahr 1976 der bekannte 1,2-Liter-S-Motor mit
60 PS zur Verfügung, der den Aero in 17,5 Sekunden von 0 auf 100 beschleunigt, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 142 km/h. Neben der Version mit Schaltgetriebe steht eine Automatik-Variante zur Wahl. Der Preis liegt bei 15.500 Mark, ab 1977 kann der Käufer eine stärkere Version mit einem 1,6-Liter-S-Motor wählen, der 75 PS leistet. Das aus der cih- (camshaft-in-head) Motorenfamilie stammende Vergaser-Triebwerk sorgt für eine Spitze von 157 km/h, und das bei einem gesunkenen Preis von 15.375 DM. Nach 1.332 Einheiten des Kadett Aero läuft 1978 die Produktion bei Baur in Stuttgart aus.

Der Neuling und seine Ahnen

4. April 2006 
Der Neuling und seine Ahnen  



Opel-GT-Ausstellung auf der Techno Classica
 

Rüsselsheim/Essen.  Auf der diesjährigen Techno Classica in Essen (6. bis 9. April), der Weltmesse für Oldtimer, gewährt Opel einen Einblick in die Geschichte der legendären Modellbezeichnung „Opel GT“. Mit einer GT-Ausstellung würdigt der Hersteller einen Auto-Klassiker, der noch heute Emotionen weckt. Auf dem im Stil der siebziger Jahre gestalteten Opel-Stand wird jedoch ein Neuwagen noch mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen: Zusammen mit dem Kult-Sportwagen aus den Siebzigern präsentiert Opel in Essen den neuen GT und erweckt damit den Mythos zu neuem Leben. Der Sportwagen glänzt gegenüber seinem Urahn mit einer Eigenschaft, die sich damals viele Käufer gewünscht hatten.„Wir haben den neuen GT als Roadster konzipiert – mit Stoffverdeck und klassischem Heckantrieb für puren, offenen Fahrspaß“, so Marketingchef Alain Visser. 
 

Geburtsstunde des Klassikers vor 41 Jahren auf der IAA
 

Im Jahr 1965 präsentierte Opel die Studie des GT Experimental auf der IAA und traf auf große Resonanz. Schon ein Jahr später entschieden sich die Verantwortlichen, den GT in Serie gehen zu lassen – der Rest ist Geschichte. Auf der Techno Classica zeigt Opel historische Exponate der Siebziger-Ikone. Der Experimental-GT ist ebenso dabei wie die Studie des GT Aero, eine offene Version mit Targa-Dach, die nie in Serie ging. Ein weiteres Unikat ist der zu Versuchszwecken umgebaute GT mit Dieselmotor, der 1972 auf der Opel-Teststrecke in Dudenhofen zahlreiche Rekorde aufstellte. Auch der Elektro-GT ist ein Einzelstück, mit dem Georg von Opel 1971 bei Rekordfahrten Aufsehen erregte. Darüber hinaus können sich die Besucher auf großformatigen Tafeln und Bildschirmen ausführlich über die Geschichte des GT informieren. An die Werbung der damaligen Zeit wird ebenfalls erinnert; nicht nur der GT selbst, auch der Slogan „Nur Fliegen ist schöner“ ist seitdem Kult.
 Im Anschluss an die Techno Classica in Essen wechselt die GT-Ausstellung für drei Monate an die Spree zu „Opel in Berlin“, der Hauptstadt-Repräsentanz von Opel.

Der Sechszylinder wird erschwinglich

28. März 2006
Der Sechszylinder wird erschwinglich




Vor 75 Jahren revolutioniert Opel mit dem 1,8 Liter-Modell den Automobilmarkt
  

Rüsselsheim.  „Sensationelle Ankündigungen sind im Automobilhandel recht häufig, wirkliche Sensationen dafür umso seltener. Das Erscheinen des neuen 1,8 Ltr. Opel-Wagens ist eine der ganz großen, wie sie oft fünf oder mehr Jahre auf sich warten lassen.“ So euphorisch begrüßte die „Berliner Börsenzeitung“ Anfang 1931 das neue Opel Sechszylinder-Modell vom Typ 1,8 Liter.
 

Die neue Fahrzeugfamilie war gemeinsam mit bei GM in den USA entwickelt worden und bot modernes Fahrzeugdesign in Verbindung mit Sechszylinder-Komfort zum Preis eines Vierzylinder-Wagens. Tatsächlich verfügten die Modelle über einen erstaunlichen Antriebskomfort mit seidenweich laufendem Motor, der zunächst bei 3.200 U/min 32 PS mobilisierte, ab 1933 stieg die Leistung bei unveränderter Drehzahl auf 34 PS. Sechs Versionen standen zur Wahl, von der viertürigen Normal-Limousine über den rassigen „Moonlight“-Roadster bis zum eleganten Sport-Zweisitzer, mit dem das Unternehmen erfolgreich im Motorsport antrat. Bei der Langstreckenfahrt „2000 km durch Deutschland“ im Jahr 1933 trugen sich die 1,8 Liter Sport-Zweisitzer in die Siegerlisten ein. 
 

Mit selbstbewussten Aussagen wie „Der Wagen des neuen Jahrzehnts“ und „Der goldene Schnitt“ warb Opel für seinen technisch und optisch überzeugenden Sechszylinder. Trotz wirtschaftlicher schwieriger Zeiten wurde das Fahrzeug ein großer Erfolg: bis November 1933 verkaufte Opel inklusive der Lieferwagen auf 1,8 Liter-Basis 33.805 Exemplare des wegweisenden Modells und begründete eine lange Reihe an leistungsstarken und bezahlbaren Mittelklasse-Automobilen mit Sechszylindermotor. 1934 trat der weiter entwickelte Opel 2 Liter das Erbe an, nach dem Krieg knüpften der Rekord 6 und die Commodore-Baureihen an die früheren Erfolge an.
 

Kraftvoll und geschmeidig
 

Bereits bei der Entwicklung des neuen Sechszylinder-Modells gingen Opel und GM völlig neue Wege: ein Preisausschreiben ermittelte unter potentiellen Käufern und Wagen­besitzern, über welche Eigenschaften ein Automobil verfügen soll. „Preiswert in der Anschaffung, zuverlässig, sicher, billig im Betrieb sowie kraftvoll und geschmeidig“, lauten die fünf meistgenannten Eigenschaften aus tausenden von Einsendungen. Das Ergebnis wurde am 24. November 1930 anlässlich der Opel-Händlertagung in Frankfurt am Main präsentiert: der Opel 1,8 Liter Sechszylinder. 
 

„Man hat den tüchtigsten Ingenieuren den Auftrag gegeben: „Baut uns einen Wagen, der die Welt erobert!“. Die Ingenieure haben sich dieser Aufgabe unterzogen ohne jede Rücksicht auf alles bisher Dagewesene, ohne Rücksicht auf die laufenden Bänder, auf das bisher verwandte Material, auf Maschinen und Werkzeuge, nur fußend auf Erfahrungen, die der größte Automobilkonzern der Welt beim Bau von 20 Millionen Automobilen gewonnen hat. Dieser 1,8 Liter Opelwagen hat zwei Jahre lang – sowohl in Amerika, als auch in Deutschland – seine Leistungen und Eignung durch harte Proben Tag und Nacht beweisen müssen
“, heißt es bei der Präsentation.
 

Der 1,8 Liter verfügt über einen Sechszylinder-Reihenmotor mit 1.790 ccm Hubraum, der 32 PS bei 3200 U/min leistet und den Wagen auf eine Spitze von 90 km/h beschleunigt. Motorblock, Zylinderkopf und Kolben sind aus Grauguss, die seitlich stehenden Ventile werden über eine stirnradgetriebene Nockenwelle betätigt. Vier Gummilager halten Vibrationen vom Fahrgestell fern, Chassis und Fahrwerk sind bewährte Konstruktionen. Die Karosserie sitzt auf einem soliden U-Profilrahmen, vorne wie hinten besitzt der 1,8 Liter Starrachsen an Blattfedern und hydraulischen Stoßdämpfern. Für Aufsehen sorgt neben der prestigeträchtigen Sechszylindertechnik die moderne Form, die in den Designstudios von GM entstanden ist und mit dem schlanken, verchromten Kühlergrill an die aktuellen Chevrolet-Modelle erinnert. Ab Januar 1931 laufen die ersten Einheiten des Mittelklasse­wagens mit der Typenbezeichnung 18 B in Rüsselsheim vom Band.
 

„Der goldene Schnitt“
 

Die Erfahrungen der Opel-Mutter GM mit rationeller Großserienfertigung und die moder­nen Anlagen des größten deutschen Autoherstellers Opel erlauben es, die einzelnen Komponenten des neuen Modells so günstig zu fertigen, dass zum ersten Mal auf dem deutschen Markt ein Sechszylinder-Wagen annähernd zum Preis eines Vierzylinders angeboten werden kann. Sechs Versionen stehen zur Wahl. Die viertürige „Normal-Limousine“ kostet 3295 Mark, für den Aufpreis von 155 Mark erhält der Käufer die „Sonnenlimousine“, einen geschlossenen Viersitzer mit Kunststoff bezogenem Schiebedach. „Für elegante Menschen von kultiviertem Geschmack“ wird das „Sonnen-Coupé“ angeboten, das zum Preis von 3.495 Mark über ein großes Stahl-Schiebedach verfügt. 3.175 Mark kostet die zweisitzige, zweitürige Cabriolet-Version. Eine Lieferwagen-Variante mit Kastenaufbau und 350 Kilogramm Nutzlast ist für 2.950 Mark zu bestellen. Günstigstes Modell bleibt der viersitzige, offene „Touring“ für 2.700 Mark.
 

Für Opel wird der Typ 1,8 Liter ein großer Erfolg. Im März und April 1931 werden täglich durchschnittlich 283 Opel-Automobile in Deutschland verkauft, im Juni läuft bereits der 10.000ste 1,8 Liter vom Band, 1.000 Einheiten des 1,8 Liter werden im Juni ausgeführt, der Opel-Anteil am deutschen Autoexport steigt auf 77,6 Prozent.
 

Im Sommer 1932 wird die Baureihe durch weitere Versionen ergänzt. Ab Werk wird eine zweitürige Cabriolimousine mit vier Sitzplätzen und feststehenden Fensterrahmen geliefert. Eine Ausnahmestellung nehmen die beiden Sport-Zweisitzer auf 1,8 Liter-Basis in der Modellpalette ein, die von namhaften Karosseriebauern eingekleidet werden. Der bei Autenrieth in Darmstadt gebaute, 3.700 Mark teure Sport-Zweisitzer verfügt über eine zweisitzige Cabrio-Karosserie mit tief ausgeschnittenen Türen, ein am Wagenheck befestigtes Reserverad sowie ein wetterfestes Klappverdeck. Das beim Kölner Karosseriebauer Deutsch geschneiderte Blechkleid des „Moonlight-Roadster“ ist noch knapper. Seinen Namen verdankt der niedrige Zweisitzer einer Fahrzeuggattung aus der Zeit der US-amerikanischen Prohibition. Alkoholschmuggler bauten sich für nächtliche Schmuggelfahrten sprintstarke und niedrige Roadster, die nachts unter den für Lastwagen konzipierten Zollschranken durchschlüpfen konnten. Der rassige Moonlight-Roadster unterscheidet sich vom Sport-Zweisitzer durch die gepfeilte Windschutzscheibe und die Speichenfelgen anstelle der Stahlscheibenräder. Nur 51 Exemplare des 3.895 Mark teuren Roadsters entstehen.
 

Unter der Bezeichnung „Regent“ wird im Juli 1932 eine ebenso repräsentative wie innovative 1,8 Liter-Variante präsentiert. Der Regent besitzt eine hochmoderne Karosserie mit geschwungenem Ganzstahldach sowie ein schräg abfallendes Heck, in welches das Ersatzrad eingelassen ist. Erstmals werden bei einem Opel-Modell Begriffe wie Stromlinienform und Aerodynamik betont, der Prospekt hebt die Vorteile hervor: „Die charakteristischen Merkmale des Opel Regent sind weiche, fließende Linien in harmonischer Proportion und eine starke Verringerung des Luftwiderstands und der Luftwirbel. Über schräge Flächen, an gewölbten, glatten Außenwänden entlang, wird der auftretende Luftstrom nahezu reibungslos geleitet.“ Wie bei der Serie 18 B gibt es auch vom Regent verschiedene offene und geschlossene Karosserievarianten.
 

„Erfahrungsgemäß überlegen“

Zwei Jahre nach der Präsentation erfährt der Motor eine grundlegende Überarbeitung. Ab 1933 ersetzen bei allen Opel-Modellen Leichtmetallkolben die Vorgänger aus Grauguss, eine höhere Verdichtung, größere Einlassventile und ein verbesserter Vergaser steigern die Leistung des Reihensechszylinders auf 34 PS bei 3.200 Touren. Die moderne Auslegung als Kurzhuber prädestiniert den 1,8 Liter für den Motorsport, an dem sich Opel zum ersten Mal seit 1926 wieder beteiligt. Zuverlässigkeitsfahrten fordern den Einsatz seriennaher Technik, Höhepunkt der Saison ist die 2.000-Kilometer-Deutschlandfahrt. 
 

„Noch nie hat die Welt eine Motorsportveranstaltung von dem Ausmaß und der Bedeutung wie die 2.000 Kilometerfahrt durch Deutschland erlebt. Noch nie wurden an die Automobiltechnik und Fahrer so gewaltige Anforderungen wie bei dieser Ohnehaltfahrt gestellt...“,
beschreibt die Mitarbeiterzeitschrift „Der Opel Geist“ die Bedeutung der Marathon-Prüfung. Vom Start- und Zielort Baden-Baden führt der Rundkurs über die Eckpunkte München, Berlin und Köln 2000 Kilometer durchs Land, allein 1200 Kilometer sind auf kurvenreichen und steilen Straßen im Mittelgebirge zu absolvieren. Zum Pausieren bleibt keine Zeit, wer den Schnitt erfüllen und unter der vorgegeben Zeit von 28 Stunden und 13 Minuten bleiben will, muss durchfahren. 
 

Zwölf serienmäßige Opel 1.0 und 1.8 Liter stellen sich der Aufgabe, elf erreichen das Ziel. Als bester Opel-Pilot schneidet Erwin Sander aus Berlin auf seinem 1.8 Liter Sport-Zweisitzer ab, der auch die Vorgebezeiten für stärkere Fahrzeuge unterbietet.
Nach 26 Stunden und 23 Minuten erreicht Sander das Ziel, die Durchschnittsgeschwindig­keit beträgt 78,8 km/h. Nach weiteren Siegen verabschiedet sich die 1,8 Liter-Baureihe Ende 1933 eindrucksvoll von der Autobühne.

„Nur Fliegen ist schöner!“

2. März 2006  
„Nur Fliegen ist schöner!“ 
Opel GT-Ausstellung im Adam Opel Haus 



Historische Schau über den Kult-Sportwagen aus den Siebzigern
  

Rüsselsheim.  Zeitgleich mit der Weltpremiere des neuen Opel GT auf dem Genfer Automobilsalon (2. bis 12. März) gewährt Opel einen Einblick in die Geschichte der legendären Modellbezeichnung. Mit der GT-Ausstellung im Adam Opel Haus in Rüsselsheim würdigt der Hersteller einen Auto-Klassiker, der noch heute jede Menge Emotionen weckt. 
 

Als Opel auf der IAA des Jahres 1965 die Studie des GT Experimental präsentierte, ahnte noch niemand, dass dies die Geburtsstunde eines Kult-Sportwagens war. Doch die Resonanz war enorm, die Medien und das Publikum reagierten euphorisch. Die Verantwortlichen entschieden schon ein Jahr später, den GT in Serie gehen zu lassen – der Rest ist Geschichte.
 

Vom 3. bis 29. März zeigt Opel nun einige historische Exponate des Klassikers. Für die Ausstellung verwandelt sich das Atrium des Adam Opel Hauses in eine Bühne mit knalligen Farben der siebziger Jahre. Der Experimental-GT ist ebenso dabei wie die Studie des GT Aero, eine offene Version mit Targa-Dach, die nie realisiert wurde. Ein weiteres Unikat ist der zu Versuchszwecken umgebaute GT mit Dieselmotor, der 1972 auf der Opel-Teststrecke in Dudenhofen zahlreiche internationale und zwei Weltrekorde aufstellte. Ein Einzelstück ist auch der Elektro GT, mit dem Georg von Opel 1971 bei Rekord­fahrten Aufsehen erregte. Darüber hinaus können sich die Besucher auf großformatigen Infotafeln und Bildschirmen ausführlich über die Geschichte des GT informieren. An die Werbung der damaligen Zeit wird ebenfalls erinnert; nicht nur der GT selbst, auch der Slogan „Nur Fliegen ist schöner“ ist seitdem Kult.


Zur Ausstellung gehört zudem die Studie Vauxhall VX Lightning. Der rassige Roadster hat das Design des neuen Opel GT inspiriert. Vauxhall hatte den VX Lightning, der vom Advanced Design Studio in Birmingham und dem Designzentrum in Rüsselsheim gemeinsam entwickelt worden war, anlässlich des 100-jährigen Firmenjubiläums 2003 vorgestellt. Das Gemeinschaftsprojekt erklärt auch die Ähnlichkeit mit dem neuen Opel GT. 
 

Im direkten Vergleich wird deutlich, wie Lightning und GT mit aufregendem Design und klassischen Sportwagen-Tugenden an das erfolgreiche Konzept des ersten GT anknüpfen. Herausgekommen ist jedoch kein Fahrzeug im Retro-Look, sondern ein modernes, völlig eigenständiges Auto. Zudem verfügt der neue GT über ein entscheidendes Attribut, das sich beim Urahn viele Fahrer gewünscht hatten: Die Neuauflage ist ein Roadster für offenen, puren Fahrspaß. „Wir haben den neuen Opel GT noch konsequenter als Sportwagen konzipiert: knackig, rassig, mit Stoffverdeck und klassischem Heckantrieb. Gleichzeitig betonen wir mit dem markanten Design seine Zugehörigkeit zur Opel-Modellfamilie“, sagt Marketingchef Alain Visser.
 

Die Ausstellung im Adam Opel Haus, Friedrich-Lutzmann-Ring 1, läuft vom 3. bis zum
29. März, montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr. Danach ist sie vom 6. bis 9. April auf der Techno Classica, der Weltmesse für Oldtimer, in Essen zu sehen und im Anschluss daran wechselt sie zum 14. April für drei Monate an die Spree zu „Opel in Berlin“, der Hauptstadt-Repräsentanz von Opel.

„Hallo, Taxi“

21. Februar 2006  

„Hallo, Taxi“



1906 lieferte Opel das erste speziell als Taxi gebaute Automobil aus  

Rüsselsheim.  Vor 100 Jahren startete Opel in ein neues Geschäftsfeld: die erste „Kraftdroschke“ vom Typ Opel Motorwagen 12/14 PS „System Darracq“ wurde ausgeliefert. Nachdem 1896 in Paris erstmalig benzingetriebene Droschken zugelassen worden waren, folgten auch deutsche Metropolen wie Stuttgart, Hamburg, München und Berlin diesem Beispiel. Damit schritt die Spezialisierung im Automobilbau bei Opel weiter fort. Nach dem ersten Lieferwagen im Jahr 1899 wandte sich das Unternehmen mit maßgeschneiderten Taxi-Fahrzeugen an einen weiteren gewerblichen Kundenkreis.
100 Jahre später ist das Angebot deutlich gewachsen: mit sechs Fahrzeugen, von den kompakten Modellen Meriva und Combo über Vectra, Signum und den flexiblen Zafira bis hin zum Vivaro, bietet Opel im Jahr 2006 eine breite und moderne Palette an Taxi-Versionen an.  

Pferde gegen Pferdestärken
 

Im Jahr 1900 stehen in Berlin 8114 Pferdedroschken einem einzigen benzingetriebenen Taxi gegenüber. 1906 kommen auf 8692 Pferdedroschken bereits 233 Benzindroschken und 22 Kraftdroschken mit Elektroantrieb. Immer mehr Motorwagen bevölkern die Straßen der schnell wachsenden und pulsierenden Hauptstadt, einen besonderen Boom erleben Taxen. Auch Opel liefert das erste Taxi nach Berlin. Das Fahrzeug vom Typ Opel Motorwagen 12/14 PS „System Darracq“ folgt der bereits gängigen Bauart mit offenem Fahrersitz und geschlossenem Passagierabteil, das über feste und verglaste Seitentüren sowie ein Klappverdeck im Landaulet-Bauweise verfügt, ein Erbe des Kutschenzeitalters mit seinen „Landauern“. Der im mittleren Preissegment angesiedelte Opel Motorwagen 12/14 PS besitzt einen 2078 ccm großen Zweizylindermotor, leistet 14 PS und ist bis zu
55 km/h schnell. 9550 Mark beträgt der Preis für eine 12/14 PS-Droschke – eine enorme Summe, ein Arbeiter verdient durchschnittlich rund 60 Mark im Monat. Der Wagen basiert in technischer Hinsicht nur noch zum Teil auf den seit 1902 in Lizenz gefertigten Darracq-Modellen, Triebwerk und Karosserie sind bereits Eigenentwicklungen.  

Zum Ende des Jahres 1906 verwendet das Unternehmen ausschließlich die Bezeichnung „Opel Motorwagen“. Zu diesem Zeitpunkt wird in Rüsselsheim die Fertigstellung des 1000sten Automobils gefeiert. Jedes siebte Automobil auf Deutschlands Straßen ist nun ein Opel. Um den privaten Kunden und Taxi-Chauffeuren in der Hauptstadt einen perfekten Service zu gewährleisten - aber auch, um das Unternehmen besser präsentieren zu können – wird zudem 1906 in Berlin eine Opel-Niederlassung gegründet
. Im gleichen Jahr wird in Deutschland mit dem Reichsstempelgesetz die Kfz-Steuer eingeführt. Die vordere Zahl bezeichnet die „Steuer-PS“, die hintere Zahl die effektive Motorleistung. So wird aus dem 12/14 PS der 8/14 PS, für den künftig 74 Mark Steuer im Jahr zu entrichten sind. Von der Besteuerung sind nur Kraftdroschken ausgenommen.

Ende einer Ära
 

Am 15. Dezember 1926 wird in Berlin das neuartige Rufsäulennetz in Betrieb genommen, innerhalb von drei Jahren hat sich der Taxenbestand in der Hauptstadt verdreifacht und die Kraftdroschke sich gegenüber den Pferdefuhrwerken endgültig durchgesetzt. Zwei Jahre darauf endet eine Ära. Der 69-jährige Gustav Hartmann aus Berlin-Wannsee, genannt der „Eiserne Gustav“, unternimmt seine letzte Droschkenfahrt von Berlin nach Paris und zurück. Fünf Monate dauert die umjubelte Reise des letzten Berliner Pferdedroschken-Kutschers, die ihn 1928 auch nach Rüsselsheim führt. Bei Opel besichtigt der Eiserne Gustav gemeinsam mit Pferd „Grasmus“ das moderne Fließband, auf dem auch Taxen gebaut werden.
 

Basierend auf der repräsentativen Sechszylinder-Baureihe 8/40 PS bietet Opel ein speziell auf die Bedürfnisse von Chauffeuren und Passagieren konzipiertes Droschken-Landaulet an. Der 2-Liter-Reihensechszylinder leistet 40 PS bei 3600 U/min, der niedrige Verbrauch von 11 Litern Benzin auf 100 Kilometern macht das Modell fürs Fuhrgewerbe interessant. Der eigens für die Taxi-Kundschaft erstellte Katalog „Die Opel Droschke“ beschreibt dessen Vorzüge: 
 

„Die Opeldroschke ist solide gebaut und den Anforderungen der Praxis angepasst. Bei der Herstellung der Droschkenaufbauten auf das 8 PS 6 Zylinder-Chassis wurde größte Sorgfalt angewandt, um Dauerhaftigkeit mit schönem Äußeren zu verbinden. Keine einzige für den Droschkenbetrieb notwendige Einzelheit ist übergangen worden. Der Fond ist geschmackvoll und komfortabel ausgestattet. Der Führersitz ist mit schwarzem Rindleder bezogen, daneben ist ein Raum für Gepäck angeordnet. Die gute, dauerhafte Lackierung ist standardmäßig droschkengrün, das Oberteil schwarz.“
 

Angebot und Nachfrage 

Die Taxen der Nachkriegszeit tragen als Erkennungszeichen ein einheitliches Schwarz, mit dem Wirtschaftswunder boomt der Taxi-Markt. Die Rekord-Baureihe mit 55 PS starken
1,5-Liter- und 60, bzw. 67 PS leistenden 1,7-Liter-Vierzylindermotor entspricht den Anforderungen der Taxi-Fahrer. Drehstrom-Lichtmaschine, 12-Volt-Anlage, verstärkte Sitze im Innenraum, stärkere Federn an der Hinterachse sowie ein Druckknopfschloss zählen zur Taxi-Ausstattung des von 1963 bis 1965 gebauten Rekord A. „Der Rekord verdient sofort“ heißt es im Prospekt. 

Eine Sonderstellung nimmt der Rekord C ein. Zur Schutz der Taxi-Fahrer wird am 6. Januar 1966 mit der „Trennwandverordnung“ eine schützende Sicherheitsscheibe zwischen Passagierabteil und Vordersitzen zur Pflicht. Als einziger Hersteller bietet die Adam Opel AG mit dem zum Modelljahr 1967 präsentierten Rekord C ab Werk eine „Sonderausführung Taxi“ an, die über eine individuell entwickelte Trennwand und darüber hinaus ein Plus an Radstand verfügt. Der um 20 Zentimeter von 2668 mm auf 2868 mm gewachsene Radstand kommt Chauffeur und Fahrgästen gleichermaßen zugute – der Fahrer wird in seiner Bewegungsfreiheit nicht eingeschränkt, der Fußraum im Fond bleibt erhalten. 
 

Die Trennwand ist nun einmal gesetzlich vorgeschrieben. Sie darf den Fahrgastraum jedoch nicht zu einem Notaufenthaltsraum machen. In Ihrem REKORD soll der Fahrgast, trotz Trennwand, bequem und behaglich sitzen. Er soll genug Beinraum, Kopf- und Hüftraum haben. Die „Sonderausführung Taxi“ des viertürigen REKORD bietet alles, was der Fahrgast auch in Anbetracht der gesetzlichen Vorschriften für sich fordern kann
“, wirbt der Prospekt für die beim Taxi-Gewerbe heftig umstrittene Trennscheibe.
 

Der Preis für die viertürige Rekord-Limousine „Sonderausführung Taxi“ mit 58 PS starkem 1,5-Liter-Motor, Dreiganggetriebe, schwarz lackiert, Vorder- und Hintersitzen mit verstärkter Polsterauflage und grauem Kunstlederbezug liegt bei 9450 Mark. Ein Aufpreis von fast 2000 DM zu herkömmlichen Limousine. Vorgenommen werden die Umbauten von der Firma Vogt in Bad Neuenahr, wo auf Wunsch auch Fahrzeuge der Kadett B-Baureihe mit längerem Radstand und Trennscheibe versehen werden. Nach wenigen Jahren ist die Verordnung Vergangenheit, eine neue Richtlinie regelt die Farbgebung. Seit 1970 tragen neu zugelassene Taxen den Farbton „Hell-Beige“, die Übergangsfrist endet erst 1980.
 

Admiral und Erdgas
 

Opel baut sein Angebot für Verkehrs-Unternehmer aus. Seit 1972 ist beim Opel Rekord D erstmals ein Diesel-Motor erhältlich. Der Selbstzünder mit 2068 ccm Hubraum und 60 PS und erweist sich besonders wirtschaftlich. Mitte der 70er Jahre reicht die Palette der Taxi-Varianten vom „zuverlässigen Mitarbeiter“ Ascona B über das Auto „zum Wohlfühlen und Geldverdienen“ Rekord D bis zu „Repräsentation und Komfort“ im Oberklassen-Modell Admiral B mit 2,8-Liter-Sechszylindermotor mit 129 PS. Auf Wunsch ist für den Admiral sogar eine Klimaanlage erhältlich.
 

Zwischen 1985 und 1989 verdoppelt das Unternehmen seinen Absatz an Taxi-Ausführungen und rückt zum drittgrößten Anbieter auf dem deutschen Taximarkt auf. Seit 2001 liefert Opel neue, erdgasbetriebene Varianten des Compact van Zafira an ein Taxi-Unternehmen aus. 2004 erweitert die Konzeptstudie des Vivaro Multi-Taxi mit behindertengerechter Ausstattung der auf Sonderserien und Umbauten spezialisierten Tochtergesellschaft Opel Secial Vehicles (OSV) die Angebots-Palette, die sich 100 Jahre nach dem ersten Opel-Taxi aus sechs Modellen zusammensetzt.

Opel mit Ascona A bei der Historischen Rallye Monte Carlo

8. Februar 2006  
Opel mit Ascona A bei der Historischen Rallye Monte Carlo 



Team Klaus-Peter Thaler und Jochen Berger bereits 2001 erfolgreich
 

Rüsselsheim.  Wenn heute, 9. Februar, der Startschuss zur 12. „AvD-Histo-Monte“ fällt, darf ein Fahrzeug nicht fehlen: der gelb-schwarze Ascona A, mit dem der ehemalige Opel-Werksfahrer Walter Röhrl und sein Beifahrer Jochen Berger 1974 Europameister wurden. Dass der Ascona auch heute noch für Siege gut ist, wollen der frühere Radprofi Klaus-Peter Thaler als Fahrer und Jochen Berger als Copilot erneut unter Beweis stellen. Thaler/Berger haben sich bereits mehrfach als routiniertes Team präsentiert; bisheriger Höhepunkt war der Sieg bei der Rallye Monte Carlo für historische Fahrzeuge vor fünf Jahren.
 

Jochen Berger (59) war der erste Profi-Beifahrer Deutschlands und saß von 1972 bis 1976 neben Walter Röhrl. Danach fungierte er bis 1992 als Teammanager der Opel-Motorsport-Abteilung. Klaus-Peter Thaler (56) sammelte zunächst auf zwei Rädern sportliche Erfolge. Fünf Teilnahmen bei der Tour de France brachten ihm mehrere Etappensiege ein, außerdem war er Träger des Gelben Trikots. Seine größten Erfolge feierte er jedoch als Querfeldein-Radfahrer. In dieser Disziplin wurde er viermal Weltmeister. Nach dem Ende seiner Profi-Laufbahn im Sattel wechselte er zum Motorsport und gewann 2001 die Deutsche Langstreckenmeisterschaft, zweimal wurde er Vizemeister. 

Die zwölfte Auflage der vom Automobilclub von Deutschland (AvD) veranstalteten Oldtimerfahrt startet in diesem Jahr in Bad Homburg und führt in vier Etappen unter anderem über das Opel-Testzentrum Dudenhofen, das Elsass, die Gorges du Verdon mit einem fantastischen Blick in die bis zu 700 Meter tiefe Schlucht und den bei Rallye-Fahrern gefürchteten Col de Turini. Das Ziel ist am 12. Februar nach 1.930 Kilometern der Hafen von Monte Carlo.

Räder für die Welt

24. Januar 2006 

Räder für die Welt


Vor 120 Jahren begann Opels
Aufstieg zum größten Fahrradproduzenten der Welt
  

Rüsselsheim.  Im Jahr 1886, als in Rüsselsheim das erste Hochrad gefertigt wurde, begann eines der erfolgreichsten Kapitel in der Opel-Firmengeschichte. 1927 avancierte das Unternehmen sogar zum größten Zweiradhersteller der Welt. Zahllose Rekorde und Sporterfolge machten die Marke bekannt, allein über 560 Siege errangen die fünf Opel-Söhne. Mit der Konzentration aufs Automobilgeschäft und dem Verkauf der Fahrradproduktion an NSU endete 1937 nach über 2,6 Millionen gefertigten Fahrrädern das Zweirad-Kapitel.
 

Die Geschichte der Fahrradproduktion bei Opel beginnt mit dem Weihnachtsfest 1885. Adam Opel schenkt jedem seiner Söhne Carl, Wilhelm, Heinrich, Friedrich und Ludwig ein Velociped. Bekanntschaft mit der neuartigen Erfindung hat Adam Opel bei seiner Hochzeitsreise im Vorjahr in Paris gemacht, wo Zweiräder bereits zum Straßenbild gehören. Die Probefahrt auf dem Hochrad am ersten Weihnachtsfeiertag endet für den Firmengründer im Straßengraben, der anschließende Verkauf der offenbar gefährlichen
Weihnachtsgeschenke bringt allerdings einen beträchtlichen Gewinn ein. Die erlöste Summe überzeugt Adam Opel von den kaufmännischen Möglichkeiten des neuen Verkehrsmittels. Schon im Frühjahr 1886 verlässt das erste Hochrad die Werkshallen, die konstruktiven Vorgaben liefert die führende englische Fahrradindustrie.  

1887 studiert der älteste Sohn Carl Opel in England die Fertigungsmethoden der marktbeherrschenden Hersteller. Dort hat sich das Fahrrad neben Pferd und Kutsche sowie als Sportgerät bereits etabliert. Kurz darauf wird die eigene Produktpalette ausgeweitet. Neben den Hochrädern, bei denen das Auf- und Absteigen akrobatisches Geschick vom Fahrer verlangt, werden so genannte „Sicherheits-Niederräder“ und Dreiräder hergestellt. Die erste Anzeige kündet vom hohen Freizeitwert der Neuent­wicklung: „Das Vergnügen des Radfahrens ist keinem Alter und Stand verschlossen,

selbst Damen und älteren Herren bietet das Dreirad Gelegenheit zu gesunder Erholung. Das Fahren übt eine für Körper und Geist gleich kräftigende Wirkung aus. Rüsselsheim, Dezember 1887, Adam Opel.“ 

1888 wird die erste Fabrikhalle eingeweiht, die der Zweirad-Produktion vorbehalten ist. Die Proteste anderer Verkehrsteilnehmer anlässlich des Auftauchens der neuartigen Zweiräder werden im gleichen Jahr vom Reichsgericht abgelehnt: beim Aufeinander­treffen zweier Fuhrwerke – etwa Kutsche und Velociped – muss jeder  Fahrer auf sein Fuhrwerk aufpassen und gegebenenfalls absteigen. Zweirad-Fahrer sind mit Kutschern und Reitern somit gleich gestellt. Die wachsende Beliebtheit von Fahrrädern – eine Folge des einfacher und sicherer zu bedienenden Niederrads – macht sich in den Verkaufs- und Beschäftigten-Zahlen bemerkbar. 1889 sind bei Opel in Rüsselsheim erstmals mehr als 1.000 Menschen beschäftigt, die neben Nähmaschinen 2.200 Hoch- und Niederräder bauen. Im selben Jahr kann das Unternehmen den ersten bedeutenden Sporterfolg seiner Geschichte verbuchen. Der Radrennfahrer August Lehr erringt in London auf einem Hochrad die „Meisterschaft der Welt“ und feiert gleichzeitig seinen 240. Sieg auf einem Opel-Rad. 
 

Das Sportengagement macht das Unternehmen bekannt, berühmt wird es durch die Erfolge und Meisterschaften der fünf Opel-Söhne. Carl gewinnt insgesamt 60 erste Preise, Wilhelm 70, Ludwig über 100 und Heinrich 150. Erfolgreichster Opel-Fahrer ist Fritz mit über 180 ersten Plätzen. Einer seiner größten Triumphe bleibt der Sieg bei der Fernfahrt Basel-Cleve im Jahr 1894. Für die 620 Kilometer benötigt er 27 Stunden und 50 Minuten. Sein Rad: die 1893 eingeführte Halb-Rennmaschine „Opel-Victoria-Blitz“, deren Bezeichnung in ferner Zukunft zum Typennamen der Nutzfahrzeugpalette „Opel Blitz“ und anschließend zum Markenzeichen des Unternehmens werden wird.
 Die werbewirksamen Auftritte der fünf Brüder mit ihrem fünfsitzigem Fahrrad, dem „Quintuplet“, zeugen vom Aufkommen neuer Reklamestrategien. In Rüsselsheim lässt Adam Opel eigens für Neukunden einen „Fahrsaal“ zu Übungszwecken errichten, Ehefrau Sophie fungiert zeitweilig als Instruktorin. Zudem wird in Rüsselsheim ein Radfahrer-Verein gegründet und für den wachsenden Markt das Damenrad konzipiert. Transporträder erfreuen sich bei Handel und Reichspost großer Beliebtheit.

Die erste Krise kommt 1898. Überproduktion führt zum Sterben vieler kleiner Marken, auch bei Opel sinkt die Fertigung von rund 16.000 Einheiten auf nur noch 11.500 Stück im Jahr 1900. Die Abhängigkeit vom Fahrradbau ist nur allzu deutlich, bei der Suche nach neuen Geschäftsfeldern werden die Opel-Söhne in Dessau fündig. 1899 beginnt mit dem Bau des ersten Opel-Patentmotor­wagens „System Lutzmann“ der Automobilbau bei Opel.
 

Rad der Räder
 

Nach einem großen Brand im Werk wird 1911 die Herstellung von Nähmaschinen beendet und der Zweiradbau forciert. 1927 avanciert Opel zum größten Fahrradhersteller der Welt, 15.000 Händler vertreiben Räder aus Rüsselsheim. Auf dem Höhepunkt der Fahrradproduktion und nach der Einführung des Fließbands Mitte der 20er Jahre verlässt alle sieben Sekunden ein Fahrrad die Fertigung. Der Ruf als Marktführer verpflichtet: Opel verfügt über einen eigenen Rennstall und eine Werksmannschaft. Die Fahrer auf gelb-schwarzen Rennrädern vom Typ ZR3 zählen zu den Favoriten aller großen Rennen. Schon der dreifache Tour de France Sieger Philippe Thys aus Belgien setzte bei seinen Siegen 1913, 1914 und 1920 auf Rennräder aus Rüsselsheim. 
 

1925 wird der Franzose Robert Grassin auf Opel Steher-Weltmeister. Steher-Rennen, bei denen die Rennfahrer im Windschatten eines vorausfahrenden Motorrads Steher-Qualitäten beweisen müssen, sind im ersten Drittel des letzten Jahrhunderts überaus populär. 1928 wird das Jahr der Sensation. Der Text eines Werbeplakats:
 

„Opel bricht den Weltrekord. Auf der Autorennbahn von Montlhéry bei Paris gelang dem belgischen Dauerfahrer Léon Vanderstuyft hinter dem Schrittmacher Lehmann 122,771 km in der Stunde zurückzulegen und damit den von Brunier vor drei Jahren an gleicher Stelle errungenen Weltrekord von 120,900 km/h zu brechen. Weitere Rekorde stellte er auf über 25 km (12:41,8), über 50 km ( 24:44,8) und über 100 km (49:00). Die unerhörten Leistungen waren nur möglich mit einem Rad, das höchste Leichtigkeit mit höchster Festigkeit verbindet. Vanderstuyft benutzte daher das Rad, das in seiner Güte einzigartig dasteht, das Rad der größten Fahrradwerke der Welt, das Rad der Räder OPEL.“
 

Ein Rekord, der noch fast 80 Jahre später Bestand hat. Das Steher-Rad des Weltmeisters ist noch heute in Opel-Besitz und zusammen mit einer restaurierten Steher-Maschine Teil der historischen Sammlung. Dieses gewaltige, 250 Kilogramm schwere Gefährt besitzt einen Opel-Automobil-Motor. Der 1,6 Liter-Vierzylinder besteht aus paarweise zusammen­

gegossenen Zylindern mit Querstrom-Zylinderköpfen, die Leistung beträgt circa 30 PS, die Leistung wird durch zwei lederne Flachriemen über hölzerne Riemenscheiben auf das Hinterrad übertragen. 

Mehr Komfort und Stabilität 
 

Entscheidende Neuerungen halten Einzug in die Produktion: 1930 werden die für mehr Fahrkomfort sorgenden Ballonreifen in das Programm aufgenommen und 1933 präsen­tiert Opel den verwindungssteifen Doppelrohr-Rahmen. „Dieses Prinzip ist der bedeutend­ste Fortschritt in der Fahrradkonstruktion seit der Einführung des Freilaufs“, wirbt die Adam Opel AG für ihr neues Produkt. Die offizielle Verkaufsbezeichnung ist „Doppel­stabil“. 1936 folgt nach 50 Jahren Fahrrad-Produktion der letzte Höhepunkt. Opel ist offizieller Ausstatter des Botendiensts im Olympischen Dorf in Berlin. Am 15. Februar 1937 produziert Opel das letzte Fahrrad. Es gehört der „Blau-Chrom-Klasse“ an und trägt die Seriennummer 2.621.964. Im Jahr des 75-jährigen Firmenjubiläums erfolgt mit dem Ver­kauf der Fahrradfertigung an NSU - wo noch für ein Jahr Fahrräder mit der Bezeichnung Opel-NSU hergestellt werden - die Konzentration auf das Automobil­geschäft; Opel ist Europas größter Automobilproduzent. Nach rund 2,6 Millionen Exemplaren und 51 Jahren endet dieses Kapitel der Opel-Mobilitäts-Geschichte.
 

Der neue Opel GT: Legendärer Name feiert Comeback

2006-01-18

Der neue Opel GT: Legendärer Name feiert Comeback



Weltpremiere für den sportlichen Zweisitzer in Genf  

Rüsselsheim.  „Nur Fliegen ist schöner“: Dieser Slogan ist als Klassiker in die Werbegeschichte eingegangen und galt einem Automobil, das inzwischen selbst zum Klassiker gereift ist - dem Opel GT. Jetzt füllt Opel den Mythos GT mit frischem Leben: Den legendären Namen wird ein neuer sportlicher Zweisitzer tragen, der mit aufregendem, scharf geschnittenem Design, klassischem Heckantrieb und einem bärenstarken neu entwickelten Vierzylinder-Motor mit Turboaufladung und Direkteinspritzung an das erfolgreiche Konzept seines Vorgängers anknüpft. Seine Weltpremiere feiert der Roadster jetzt: auf dem Genfer Automobilsalon 2006. 
 

Ein Blick zurück: Die Karriere des Opel GT begann mit einem Paukenschlag. Völlig unerwartet präsentierte Opel auf der IAA 1965 in Frankfurt einen zweisitzigen Sportwagen, der so gar nicht in die gewohnte mitteleuropäische Großserienwelt passen wollte. Die aufregende Karosserielinie des Opel-Coupés folgte einem neuen US-Designstil, dem so genannten „Coke Bottle Shape". Flacher Bug mit Klappscheinwerfern, bauchige Kotflügel, eingezogene Flanken im Türbereich, dann wieder wuchtige hintere Kotflügel, die in ein Heck mit scharfer Abrisskante münden, waren die Designmerkmale des Opel GT. Über 100.000 Einheiten wurden von 1968 bis 1973 produziert; und längst ist der Opel GT in der Sammler-Szene zum gesuchten Klassiker avanciert, für den heute Liebhaberpreise gezahlt werden.