Technischer Meilenstein mit modernem Design

18. Dezember 2008
Heute Insignia – Gestern Kapitän:
 

Technischer Meilenstein mit modernem Design 

Vor 70 Jahren lief der erste Opel Kapitän vom Rüsselsheimer Band
Erstes Mittelklasse-Automobil mit selbsttragender Ganzstahl-Karosserie



Rüsselsheim.  Vor 70 Jahren, im November des Jahres 1938, lief in Rüsselsheim der erste Opel Kapitän vom Band. Eindrucksvolles Design, gute Aerodynamik, zuverlässiger 2,5-Li­ter-Motor und erstmals in dieser Klasse eine selbsttragende Ganzstahl-Karosserie – das sorgte in der Automobilwelt für Aufsehen. Es war ein technischer Meilenstein, der eine große Tradition begründete, die sich bis zum aktuellen Opel-Flaggschiff Insignia erstreckt.  

In den Segmenten darunter hatte Deutschlands größter Autoproduzent mit dem Olympia und dem Kadett bereits Erfahrungen in diesem, den Fahrzeugbau revolutionierenden Fertigungsverfahren gesammelt. Um es nun auf das nächstgrößere Modell anzuwenden, hatte das Unternehmen sechs Millionen Reichsmark in eine neue Produktionsstrasse investiert. „Unter Fachleuten besteht kein Zweifel mehr darüber, dass die selbsttragende Ganzstahl-Karosserie jene Bauform ist, die den Bedürfnissen der Großserienherstellung weitaus am besten entspricht“, erklärte Dipl.-Ing. Heinz Nordhoff, technischer Berater der Opel-Verkaufsleitung am Tag der Kapitän-Vorstellung der im Rüsselsheimer Werk versammelten Presse. Die Vorzüge dieses Bauprinzips sind: Geringes Gewicht, daraus resultierend bessere Fahrleistungen, geringer Verbrauch und höhere Sicherheit für die Passagiere durch eine sichere Fahrgastzelle. 

Mit Volldampf voraus
 

Der Name des Neulings klärte gleich die Rangfolge in der Opel-Fahrzeugflotte: Als Nach­folger des Super 6 sollte der Kapitän in der gefragten Sechszylinderklasse unterhalb des

Rüsselsheimer-Flaggschiffs Admiral Fahrt aufnehmen. Für den entsprechenden Vortrieb des elegant gestylten Wagens sorgte ein 2,5-Liter-Sechszylindermotor mit 55 PS, der die viertürige Limousine in für damalige Verhältnisse beeindruckenden 12 Sekunden von 0 auf 70 km/h beschleunigte. Die Autobahngeschwindigkeit wurde mit 112 km/h ange­geben, die Höchstgeschwindigkeit lag sogar bei 126 Sachen. Entsprechend anspruchsvoll war das Fahrwerk mit Einzelradaufhängung vorne, Stabilisator und hydraulischen Stoß­dämpfern ausgelegt.  

Sicher und bequem reisen
 

Zur Sicherheit im Straßenverkehr trug auch die auf das Wesentliche reduzierte Arma­turentafel bei, die dem Fahrer eine mühelose Überwachung von Wagen und Motor ermöglichte: Ein großer Zentraltachometer und eine Benzin-Uhr, vier Kontrolllämpchen für Winker, Fernlicht, Lichtmaschine und Öldruck. Optional konnte eine Warmwasserheizung mit elektrischem Gebläse und Entfrostungsdüsen unter der Windschutzscheibe für eisfreie Sicht im Winter geordert werden. Der Steuermann saß äußerst bequem im Kapitän. Die sogar während der Fahrt verstellbare vordere Sitzbank sowie gepolsterte Armlehnen sorgten für komfortables Reisen, insbesondere wenn unter der (nachts beleuchteten) Uhr ein Autoradio montiert war und durch die Tonschlitze in der Armaturentafel Musik erklang. Der Preis für die zweitürige Limousine lag bei 3.575 Reichsmark, die viertürige Variante kostete 400 RM mehr und das Cabriolet war für 4.325 RM zu haben – bei einem Jahres­durchschnittseinkommen von 1.840,- RM sicher kein Pappenstil. Die Presse war jedenfalls begeistert und die Kundschaft ebenso: Bis zur kriegsbedingten Produktionseinstellung im Herbst 1940 verließen 25.374 Kapitäne das Rüsselsheimer Werk.
 

Zweiter Frühling 
 

Acht Jahre später erlebte der Kapitän im Herbst 1948 in leicht modifizierter Form einen zweiten Frühling. Der Wagen wurde ausschließlich als viertürige Limousine gebaut und unterschied sich optisch nur durch runde Scheinwerfer und etwas modifizierte Stoßstangen vom Vorkriegsmodell. In seinem ersten Produktionsjahr blieb der Wagen der englischen und amerikanischen Militärregierung vorbehalten oder ging in den Export. Mit der neuen
D-Mark konnten dann aber auch deutsche Kunden den Kapitän erwerben. Verbesse­rungen bei der Gestaltung des Innenraums und die Einführung einer Lenkradschaltung sorgten ab Mai 1950 noch einmal für einen Verkaufsschub. Insgesamt fanden 30.000 Exemplare des ersten Nachkriegs-Kapitäns einen neuen Besitzer.
 

Bestseller mit sechs Zylindern
 

Seitdem hat Opel sieben weitere Kapitän-Generationen hervorgebracht. Darunter Ikonen des Wirtschaftswunders wie den Kapitän ´54 mit seinem markanten Haifischmaul und den Schlüssellochkapitän (P 2,5), der seinen Spitznahmen dem unverwechselbaren Design seiner Rückleuchten verdankt. Nicht zu vergessen der P 2,6, der mit annähernd 146.000 Exemplaren meistverkaufte Kapitän aller Zeiten. Das Einstiegsmodell in die Opel-Oberklasse rollte in der A-Variante sogar 113 Mal mit einem V8-Motor vom Band, alle anderen 467.922 Kapitäne aber, die Opel bis zum Produktionsstop 1970 gebaut hatte, wurden von Sechszylindermotoren angetrieben. Somit gehört die Kapitän-Baureihe zu den erfolgreichsten Sechszylinder-Modellfamilien überhaupt.
 

40 Jahre Opel GT: "Nur Fliegen ist schöner"

2008-10-22


40 Jahre Opel GT: "Nur Fliegen ist schöner"



  • Extravagantes Sportcoupé rollte im November 1968 zum ersten Mal vom Band
  • Erfolg in Europa und Übersee übertraf sämtliche Erwartungen
  • Neuer Opel GT mit Turbo-Power und Open-Air-Feeling


Rüsselsheim. „Nur Fliegen ist schöner“ – dieser Slogan ist in die Werbegeschichte eingegangen. Auch der Beworbene ist zu einem Klassiker geworden: Im November 1968 rollte der erste Opel GT vom Band. Heute, 40 Jahre später, sorgt sein Nachfahre für Furore und – da sind sich seine Fans einig – wieder ist nur Fliegen schöner.

Die Karriere des historischen Sportcoupés beginnt bereits 1965, als erstes Konzeptfahrzeug eines europäischen Automobilherstellers: Auf der IAA in Frankfurt präsentiert Opel einen Zweisitzer, der mit seiner aufregenden Karosserielinie, dem flachen Bug mit Klappscheinwerfern, bauchigen Kotflügeln und scharfer Abrisskante am Heck den Rahmen des herkömmlichen europäischen Automobildesigns sprengt. Mit dem charakteristischen „Coke Bottle Shape“ ähnelt sein Äußeres einer kleinen Corvette. Die Verantwortlichen weisen den „Experimental-GT“ zunächst als Studie aus. Doch das Echo ist überwältigend: Von dem mutigen Design sind Presse und Besucher mehr als beeindruckt. Und so kommt es, dass sechs Jahre nach den ersten Designskizzen und nur drei Jahre nach der IAA der GT-Prototyp zum Serienauto reift. Neuzeitliche Parallele: 2003 steht das „VX Lightning Concept“ der britischen Opel-Schwestermarke Vauxhall auf der IAA und nimmt schon deutlich die Züge des neuen Opel GT vorweg. Das Publikum ist abermals begeistert – und muss sich wieder gedulden, bis der Roadster ab Frühjahr 2007 ausgeliefert wird.

Grenzübergreifende Zusammenarbeit – gemeinsam zum Erfolg

Der Weg zur Serienproduktion des 60er-Jahre-Coupés ist allerdings nicht einfach: Das Rüsselsheimer Stammwerk ist voll ausgelastet, Bochum kann nur die Endmontage übernehmen. So wird der GT zum Europäer: Die französischen Karosseriebauer Chausson und Brissoneau & Lotz übernehmen die Press- und Schweißarbeiten der Blechteile sowie Lackierung und Innenausstattung; die Bochumer Belegschaft montiert Fahrwerk und Motor.

1968 stehen zwei Triebwerke zur Wahl: Ein 1,1-Liter-Vierzylinder mit 60 PS und ein 90 PS starkes 1,9-Liter-Aggregat. Von Anfang an besonders beliebt ist der GT 1900: Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 185 km/h und einer Beschleunigung von Null auf Tempo 100 in 10,8 Sekunden schlagen die Herzen sportlicher Autofahrer höher. Serienmäßig gelangt die Motorkraft über ein manuelles Viergang-Getriebe zur Hinterachse. Die optionale Dreigang-Automatik wird von den europäischen Kunden äußerst selten gefordert, dafür erfreut sie sich in Übersee umso größerer Beliebtheit. Der neue Opel GT macht die „Wahl“ leicht: Er ist nur mit einer Motorisierung erhältlich, aber die hat es in sich: Der zwei Liter große Turbobenziner mit Direkteinspritzung entwickelt 194 kW/264 PS und 353 Nm Drehmoment. Ein Fünfgang-Schaltgetriebe überträgt die Kraft via mechanischem Sperrdifferenzial an die Hinterräder. Der Sprint von null auf 100 km/h ist in 5,7 Sekunden erledigt, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 229 Stundenkilometer.

Revolutionäres Design – pure Emotion

Die Karosserie des historischen Serienfahrzeugs von 1968 unterscheidet sich erheblich vom Experimental GT – zu seinem Vorteil: Die GT-Hülle wirkt noch durchtrainierter als zuvor. Die Frontpartie fällt wuchtiger aus, der vordere Überhang ist kürzer. Eine muskulöse Ausbuchtung für den Ansaugtrakt ermöglicht eine flachere Motorhaube, die eckigen Klappscheinwerfer des Experimental-GT sind runden „Schlafaugen“ gewichen, die dem Sportcoupé ein unverwechselbares Gesicht geben. Zugleich sorgt seine elegante Linienführung für eine gute Aerodynamik. Allerdings haben die Ingenieure während der Entwicklung genau damit ein Problem: Das neue Modell kann nirgends unerkannt zu Testfahrten aufbrechen, denn, so eine Pressemitteilung von September 1968, „die aerodynamische Form der GT-Erlkönige ließ eine Tarnung durch Attrappen einfach nicht zu“. Der neue GT teilt mit seinem Vorfahren die kraftvolle Form mit den muskulösen Kotflügeln – allerdings zeitgemäß interpretiert mit straffen, scharf geschnittenen Flächen, knappen Überhängen und breiten Reifen auf 18-Zoll-Felgen. Auffälligster Unterschied ist die Art des Daches. Was damals nur ein Traum der Frischluft-Fans in Gestalt der Studie Aero GT von 1969 war, ist beim neuen Opel GT Realität: Der kommt nämlich als Roadster daher. Sein manuell betätigtes Stoffverdeck verschwindet mit wenigen Handgriffen unter dem mit zwei Hutzen markant gestalteten Kofferraumdeckel, was für eine äußerst ästhetische, fließende Linie sorgt.

Damals wie heute verströmt der Zweisitzer auch im Innenraum mit seinen Sportsitzen, dem Dreispeichen-Lenkrad und den modernen Rundinstrumenten sportliches Flair. Bei aller Begeisterung, die die Opel-Konstrukteure mit dem GT auslösen, achteten sie jedoch bereits vor 40 Jahren auch auf den Insassenschutz. Mit Dreipunkt-Sicherheitsgurten, eingebautem Überroll- und Seitenaufprallschutz, einem stabilen Fahrgastraum, abgewinkelter Sicherheitslenksäule und vielen weiteren Vorkehrungen setzte der GT Maßstäbe für seine Zeit. Natürlich verfügt der neue Opel GT neben seiner stabilen Karosseriestruktur über ein Airbagsystem zum Schutz von Fahrer und Beifahrer, und auch die elektronische Stabilitätskontrolle ESP (mehrstufig deaktivierbar) ist serienmäßig an Bord.

Fans in Europa und USA – vom alltagstauglichen Sportwagen zum Liebhaberstück

Die Fahrleistungen, das unvergleichliche Design und der attraktive Einstiegspreis von nur 10.767 Mark machten den Alt-68er zum Renner in der Käufergunst, der alle Erwartungen übertraf. In den fünf Jahren bis zum Produktionsende 1973 erreichte er eine Gesamtauflage von 103.463 Autos. Sowohl die europäischen als auch die amerikanischen Kunden lieben das extravagante Opel-Modell – bis heute hat der GT seine Fans auf beiden Kontinenten. Mit 32.400 Euro (unverbindliche Preisempfehlung inkl. MwSt.) macht die Marke mit dem Blitz 40 Jahre später den Fans des neuen Opel GT wieder ein attraktives Angebot. Nur Fliegen ist schöner!

Von Sieg zu Sieg - Opel-Fahrräder bringen der Marke Weltruhm

2008-09-24


Von Sieg zu Sieg - Opel-Fahrräder bringen der Marke Weltruhm


  • Vor 80 Jahren: Steher-Weltrekord von Léon Vanderstuyft
  • Ende des 19. Jahrhunderts: Opel-Brüder erringen Hunderte Siege bei Fahrradrennen
  • Bis heute: Fans der Radsportszene auf Original-Wettkampfrädern unterwegs


Rüsselsheim. Opel und Rennsport? Da denkt man an Motorsportveranstaltungen wie die Deutsche Tourenwagenmeisterschaft, das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring oder die legendären Rallye-Erfolge. Doch bekannt wurde der heutige Autohersteller im Rennsport schon viel früher – und zwar mit einem nicht-motorisierten Gefährt: dem Fahrrad. In die Geschichte eingegangen ist zum Beispiel der Steher-Weltrekord, den Léon Vanderstuyft 1928 aufstellte. Vor genau 80 Jahren gelang dem Belgier der legendäre Erfolg auf zwei Rädern, der mehrere Jahrzehnte Bestand hatte.

122,771 Kilometer pro Stunde – Vanderstuyft rast zum Weltrekord

Bereits 1925 wird der Franzose Robert Grassin auf Opel Steher-Weltmeister. Doch die Rennen, bei denen die Sportler im Windschatten eines vorausfahrenden Motorrads spektakuläre Geschwindigkeiten erzielen, erreichen für Opel am 29. September 1928 auf der Autodrome Montlhéry bei Paris ihren Höhepunkt: Léon Vanderstuyft macht sich bereit zum waghalsigsten Unterfangen seines Lebens. Er will einen neuen Steher-Weltrekord aufstellen. Sein Arbeitsgerät: ein Fahrrad der Marke Opel, genauer: eine modifizierte ZR III-Rennmaschine mit 193 Zoll-Übersetzung.

Sein Schrittmacher Lehmann startet den Motor – die Fahrt beginnt. 80, 90, 100 km/h, und er legt noch an Tempo zu. Im Windschatten des Motorrads erreicht Vanderstuyft schließlich eine halsbrecherische Geschwindigkeit von 122,771 Kilometern in der Stunde. Es ist geschafft: Mit schier unglaublichen Steherqualitäten bricht er den bis dato bestehenden Weltrekord. Dabei ist besonders herausragend, dass er innerhalb einer Stunde tatsächlich 122 Kilometer Fahrstrecke zurückgelegt hat. Einmal mehr bewahrheitet sich der Slogan „Fahre Opel, dann wirst du Meister!“, mit dem der zu dieser Zeit weltgrößte Fahrradhersteller selbstbewusst für seine Produkte wirbt.

Wien und ganz Europa – vom ersten Erfolg zur unglaublichen Siegesserie

Mit dem richtigen Gespür für das Potenzial des damals neuartigen Fortbewegungsmittels rollen 1886 zuerst Hochräder, 1887 dann die ersten Niederräder aus dem Rüsselsheimer Werk. Und bereits 1888 – im gleichen Jahr, in dem Opel die erste Fabrikhalle einweiht, die allein der Zweirad-Produktion vorbehalten ist – gewinnt Joseph Göbel am 31. Mai auf einem Opel-Hochrad in Wien die Meisterschaft von Österreich. Es war der Startschuss für einen steilen Aufstieg der Opel-Räder. Nur ein Jahr später erringt August Lehr, der bedeutendste Rennfahrer der damaligen Zeit, auf einem Hochrad in London die „Meisterschaft der Welt“. Für Opel der Wendepunkt, denn durch diesen Sieg ist der bis dahin noch immer vorherrschende Einfluss der englischen Fahrradindustrie nachhaltig gebrochen. Insgesamt bringt das Jahr 1889 dem Hause Opel 240 Siege, darunter 13 Meisterschaften.

„Die fünf Rüsselsheimer“ – Opel-Brüder stellen die Radsportszene auf den Kopf

Bester Werbeträger für die eigene Marke werden dabei die Opel-Söhne selbst: Die beiden Ältesten – Carl und Wilhelm Opel – tragen zu dieser Zeit bereits als Rennfahrer zum erfolgreichen Abschneiden der eigenen Räder bei. Vom 12. bis 15. Mai 1892 stellt Heinrich, Adam Opels dritter Sohn, auf einer „Victoria-Blitz-Tourenmaschine“ einen neuen Rekord auf. Für die Strecke von Paris nach Frankfurt am Main benötigt er nur 80,5 Stunden Fahrzeit und schlägt damit den drei Jahre zuvor anlässlich der Pariser Weltausstellung von August Lehr und Carl Opel auf „Opel-Blitz IV“ aufgestellten Rekord um 36 Stunden.

Doch dies ist erst der Anfang der sagenhaften Rennerfolge der Opel-Brüder, die in der Folgezeit als „die fünf Rüsselsheimer“ für Furore sorgen. Carl gewinnt insgesamt 60 erste Preise, Wilhelm 70, Ludwig über 100 und Heinrich landet 150 Mal auf der obersten Stufe des Siegerpodests. Erfolgreichster Opel-Fahrer wird Fritz mit über 180 ersten Plätzen. Einer seiner größten Triumphe ist der Sieg bei der 620 Kilometer langen Fernfahrt Basel-Cleve 1894. Die besten Straßenfahrer der Zeit nehmen am Wettkampf teil. Erstaunt ist man, den damals in der Radsportszene noch unbekannten neunzehnjährigen Fritz Opel im Teilnehmerfeld zu erblicken. Er setzt sich gegen das starke Wettbewerberfeld durch und passiert nach 28-stündiger Fahrt in Cleve als Erster das Ziel. Für seine überragende sportliche Leistung wird er mit dem von Kaiser Wilhelm II. gestifteten Ehrenpreis belohnt.

Fahrrad gegen Pferd – die Opel-Rennmaschine gewinnt das Duell

Ein Jahr zuvor gewinnt Joseph Fischer auf einem Opel-Rad die erstmals vom deutschen Radfahrer-Bund veranstaltete Fernfahrt „Wien-Berlin“. Fischer zählt zu den besten internationalen Straßenrennfahrern und nimmt auch verrückte Herausforderungen an. So kommt es, dass er am 8. September 1893 spektakulär auf einer Radrennbahn in München gegen das Traberpferd Flora I antritt. Fischer gewinnt das 4.000-Meter-Rennen mit mehr als fünf Sekunden Vorsprung – anschließend erteilt er dem Besitzer des Traberpferdes Radfahrunterricht. Elf Monate später wagt er sogar das Duell gegen den Amerikaner William Cody Junior, Sohn des berühmten Buffalo Bill. Wieder heißt es: Radfahrer gegen Reiter. Und wieder heißt der Sieger in allen drei ausgetragenen Rennen Joseph Fischer.

Im selben Jahrzehnt – genauer: 1897 – wird Willy Arend auf Opel Sprintweltmeister über eine englische Meile. Er geht mit diesem Sieg als der erste Profi-Weltmeister des deutschen Radrennsports in die Geschichte ein. Weitere Höhepunkte seiner Karriere sind die Europa-Meisterschaften 1897, 1898 und 1901 sowie der mit 8.000 Mark zu den höchstdotierten Radrennen zählende „Große Preis von Deutschland“, der in Berlin ausgetragen wird. Selbst im Alter von 45 Jahren steigt Arend immer noch unermüdlich aufs Rad und siegt 1921 in der Deutschen Profi-Sprintermannschaft.

Radsportlegenden auf ZR III – die Opel-Werksmannschaft der 20er Jahre

Mitte der 20er Jahre – zur gleichen Zeit als sich Opel zum weltweit größten Zweirad-Produzenten aufschwingt – unterhält das Rüsselsheimer Unternehmen ein Werksteam. Wo auch immer die gelbe Opel-Mannschaft erscheint, fährt sie an die Spitze; so auch bei den internationalen Straßenrennen „Rund um Zürich“, „Bern-Genf“ oder „Zürich-Chaux de Fonds“.

Das bedeutendste Ereignis, das Opel mit den gelben ZR III-Rennrädern wieder für sich entscheiden kann, ist die im August 1925 in Amsterdam ausgetragene Steher-Weltmeisterschaft. Aus ihr geht Robert Grassin als überlegener Sieger hervor. In ganz Europa eilt er von Sieg zu Sieg. Schon damals stellt Opel mit den „Zeppelin Rigid III“-Rädern (in Anlehnung an den ersten Zeppelin, der den Atlantik überquerte) sowie den darunter angesiedelten RAK 29 und RAK 30-Rädern (benannt nach den Raketenfahrzeugen, mit denen Opel international Medienecho erregte) Qualität unter Beweis.

Für 1926 und die folgenden Jahre gelingt es den Rüsselsheimern, weitere Spitzenfahrer für die Werksmannschaft zu verpflichten, unter ihnen die Belgier Jules van Hevel und Philippe Maurice Ville sowie die Italienier Belloni und Zanaga. Sprintweltmeister Jaap Meyer, der spätere Steher-Weltmeister Walter Sawall und viele andere bedeutende Bahnfahrer unterstützen das achtzehnköpfige internationale Team – die bisher größte Werksmannschaft der Unternehmensgeschichte. Höhepunkt Anfang der 30er Jahre: Im Mai 1931 wird als erstes Rennen seiner Art die von Opel veranstaltete internationale Deutschlandrundfahrt ausgetragen. Start und Ziel der 4.000 Kilometer langen Strecke ist Rüsselsheim. Sämtliche Fahrer starten auf Opel ZR III-Rennmaschinen, so dass nur Leistung und Ausdauer über das Ergebnis entscheiden. Die Großveranstaltung gilt als das radsportliche Ereignis des Jahres; Millionen Zuschauer verfolgen die spannenden Wettkämpfe vom Straßenrand aus.

Vom 20. ins 21. Jahrhundert – Opel-Räder „leben“ weiter

Findet die Fahrradproduktion bei Opel, und mit ihr die aktive Teilnahme am Profi-Rennzirkus, auch 1937 ihr Ende, so sind die Wettkampfmaschinen der Marke bis in die Gegenwart legendär. Ein Beispiel hierfür ist das Engagement des Radfahrer-Vereins Opel 1888 e.V. Rüsselsheim, der bereits auf Initiative von Adam Opel gegründet wurde und auch im 120. Jahr seines Bestehens nach wie vor für Aufsehen sorgt. Zahlreiche Fans sind auf den regelmäßig veranstalteten Radtourenfahrten mit dabei, und dies oft auf originalen Opel-Rennrädern wie den berühmten ZR III-Maschinen. Auf diese Weise besteht bis heute eine lebendige Szene, die die historischen Räder pflegt und damit zugleich das Interesse der Öffentlichkeit an den früheren Opel-Erfolgen im Radrennsport immer wieder aufs Neue weckt.

Nürburgring im Zeichen des Opel GT-Jubiläums

5. August 2008  

Nürburgring im Zeichen des Opel GT-Jubiläums



·         Feierlich: 40 Jahre Opel GT beim AvD-Oldtimer-Grand-Prix 2008
·         Spektakulär: Demonstrationsläufe mit rund 100 Opel-Klassikern  

Rüsselsheim/Nürburgring.  Auf dem diesjährigen AvD-Oldtimer-Grand-Prix feiert Opel ein ganz besonderes Jubiläum: Vor 40 Jahren rollte unter dem Slogan „Nur Fliegen ist schöner…“ der erste Opel GT vom Band – ein unvergesslicher Klassiker der Automobilgeschichte und Grund genug, das Sportcoupé ausgiebig vom 8. bis 10. August auf dem Nürburgring zu feiern.
 

Auf der größten europäischen Oldtimer-Rennsportveranstaltung präsentiert Opel in einer Ausstellung im HAZET-Fahrerlager oberhalb der NGK-Schikane alles rund um den Mythos GT: So ist der Experimental-GT, der 1965 auf der Frankfurter IAA seine aufsehenerregende Premiere feierte, ebenso zu bestaunen wie eine Aero GT-Studie von 1969 und ein frisch restaurierter Conrero GT, der auf eine erfolgreiche Motorsport-Karriere zurückblicken kann. 

Publikumsrenner: Opel-Rekordhalter und historische Rennboliden 

Auch die beiden Rekordfahrzeuge Diesel- und Elektro-GT sind neben verschiedenen Serienautos mit von der Partie. Der modifizierte Opel GT mit Dieselmotor stellte im Juni 1972 auf der Hochgeschwindigkeits-Kreisbahn in Dudenhofen zwei Welt- und 18 internationale Rekorde auf: Die gestoppte Höchstgeschwindigkeit über die Distanz von 1.000 Metern bei fliegendem Start lag bei 197 km/h – für Diesel-Fahrzeuge damals eine Sensation. Bereits ein Jahr zuvor erreichte die mittels Elektromotor angetriebene Version 188 km/h Spitze und erzielte sechs Weltrekorde.  

Als historische Rennboliden aus den Geburtsstunden des Motorsports präsentiert Opel darüber hinaus den ersten von Opel entwickelten Rennwagen von 1903, den Grand-Prix-Rennwagen von 1913 und das grüne Hubraum-„Monster“ von 1914 mit 12,3 Liter-Vierzylinder-Motor, 16 Ventilen und 260 PS sowie oben liegender Nockenwelle mit Königswellenantrieb. 

Weitere Höhepunkte des Opel-Auftritts: Pünktlich zum 100-jährigen Bestehen der Glasurit-Werke präsentiert Opel auf dem Nürburgring den 10/18 PS von 1908 und den halb so alten „Schlüsselloch-Kapitän“– beide wurden zuvor in Rüsselsheim technisch überholt, für die Lackierung zeichnet die BASF-Tochter Glasurit verantwortlich.
 

Zum besonderen Erlebnis werden die Demonstrationsläufe am Samstag und Sonntag. Der Dachverband der europäischen GT-Clubs hat sich zum Ziel gesetzt, mit
68 GTs an den Start zu gehen. 1968 war das Jahr, in dem der GT auf den Markt kam. Außerdem sind Highlights wie Lotus Omega, Omega Evo 500, Ascona 400 und Manta 400 dabei. Für die Steinmetz-Fans tritt Oliver Steinmetz, Sohn des legendären Opel-Tuners Klaus Steinmetz, mit einem überarbeiteten Commodore A GS mit Dreiliter-Motor und 300 PS an. In Interviews erzählen Rennsportgrößen wie Joachim Winkelhock und Stig Blomqvist Anekdoten aus ihrer langjährigen Karriere.

Opel Motorwagen 10/18 PS und Opel Kapitän strahlen im Glasurit-Glanz

31. Juli 2008  
Opel Motorwagen 10/18 PS und Opel Kapitän strahlen im Glasurit-Glanz



Historische Fahrzeuge in Münster und beim Oldtimer Grand Prix auf dem Nürburgring
 

Münster / Rüsselsheim / Darmstadt. Drei starke Partner haben es ermöglicht: Am Samstag, 6. September 2008 wird in Münster Automobilgeschichte zu sehen sein. Die BASF Coatings präsentiert beim Tag der offenen Tür gemeinsam mit Opel Classics und der BASF SE zwei historische Automobil-Meilensteine: einen Opel Motorwagen aus dem Jahre 1908 und einen Opel Kapitän aus dem Jahre 1958. Beide Oldtimer sind restauriert und neu lackiert. Noch vor dem Gastspiel in Münster werden die Fahrzeuge beim Oldtimer Grand Prix auf dem Nürburgring (8. bis 10. August) ihren ersten Auftritt haben.  
 

Mit Bedacht wurden die beiden vierrädrigen Oldies ausgewählt, denn ihre Baujahre stehen für Jubiläen, die die Lackmarke Glasurit der BASF Coatings 2008 feiert. So wie die Fahrzeuge in diesem Jahr 100 beziehungsweise 50 Jahre alt werden, so feiert auch die Marke Glasurit gleich drei Ehrentage. 1888 wurde das Handelsgeschäft mit Lacken und Farben Max Winkelmann gegründet. 1898 fasst Max Winkelmann dann den Entschluss, alle Erzeugnisse unter die Bezeichnung „Glasurit“ auf den Markt zu bringen. Das Unternehmen wurde 1908 schließlich in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. 1903 wurde der Standort in Münster-Hiltrup eröffnet.  
 

Lackiert wurden die beiden Fahrzeuge in der Lackiererei des Glasurit-Kunden Georg Büttner in Darmstadt. Beide Oldtimer kamen in Einzelteile zerlegt an und mussten nach und nach sorgfältig beschichtet werden. Über mehrere Wochen zogen sich die Arbeiten hin, denn es sollte die Original-Farbe wieder aufgetragen werden.  


Für Lackiererei-Besitzer Georg Büttner, selber im übrigen ein echter Oldtimer-Fan, stand fest: „Wir schaffen das rechtzeitig vor den beiden Großveranstaltungen“. 
 

Der Opel Kapitän wurde in seinen verschiedenen Versionen von 1938 bis 1970 produziert und bildete zusammen mit dem Opel Admiral und dem Opel Diplomat die Oberklasse-Reihe des Unternehmens. Der P 2,5 erschien 1958 und war motorisiert mit einem 2,5-Liter-Motor mit einer Leistung von 59 kW (80 PS). 
 

Panoramascheiben, Heckflossen und Zweifarben-Lackierungen bestimmten Ende der 50er Jahre die Automobilwelt. Dieser Linie folgend hatte der Kapitän 1958 ein gestrecktes, modernes Aussehen, mit nach hinten leicht abfallender Dachpartie. Der üppig verchromten Frontpartie und der markant geschwungenen Stoßstange folgen in gerader Linie die Kotflügel. Weit herumgezogene Panoramascheiben integrieren den Dachaufbau harmonisch in das Gesamtbild. Chromleisten untergliedern die Seitenteile, die in abgerundeten Heckflossen münden. In den Flossenenden eingebettet liegen die Rückleuchten mit der charakteristischen Form eines Schlüssellochs. Dieser Tatsache verdankt das gut 4,70 Meter lange Opel-Topmodell auch seinen Spitznamen – schnell wurde er als „Schlüsselloch“-Kapitän bekannt. 
 

Der ebenfalls frisch restaurierte Opel Doppelphaeton 10/18 PS wurde bei seinem Markteintritt im Jahr 1908 mit gewählten Worten vorgestellt: 
 

"Von dem Grundsatz ausgehend, dass das Beste gerade gut genug ist, bringen die Opel-Werke in dieser Saison einen kleinen Vierzylinder auf den Markt, welcher dem Verlangen des Publikums nach einem derartigen Gefährt in jeder Beziehung Rechnung trägt und den weitgehendsten Ansprüchen genügen dürfte", war im zeitgenössischen Prospekt des 8.500 Mark teuren Motorwagens zu lesen. Besonders hervorgehoben sind darin die "Verwendbarkeit als Stadt- und Tourenwagen, absolute Betriebssicherheit, leichtes Gewicht, daher äußerst geringe Pneumatikabnutzung, minimaler Benzin- und Oelverbrauch, denkbar einfachster Mechanismus, daher leichteste Bedienung auch ohne Chauffeur, Schnelligkeit bis 60 km/h, Kulissenschaltung, automatischer Baggerölung, Magnetzündung, Präzisionsarbeit und erstklassiges Material".

 

Sehr erfolgreich war der 10/18 PS Motorwagen im Motorsport . So belegte er 1909 den ersten und zweiten Platz bei der damals renommierten "Ostdeutschen Tourenfahrt Königsberg - Zoppot" und errang den zweiten Preis beim Schnelligkeitsrennen des Argentinischen Automobilklubs. Bei der 1.025 km langen internationalen "Prüfungsfahrt für leichte Wagen - Wien - Triest - Klagenfurt - Wien" ging er ebenfalls als Sieger durchs Ziel. 

Die baugleiche, zwei PS stärkere Ausführung 10/20 PS wurde im gleichen Jahr Sieger, Dritter und Fünfter beim wichtigsten Rennen des Jahres, der rund 2.000 km langen "Internationalen Prinz Heinrich-Tourenfahrt" und erhielt den Ehrenpreis des Kaiserlichen Automobilklubs.

Der CC von Opel – Premiere vor 30 Jahren

17. Juli 2008  

Der CC von Opel – Premiere vor 30 Jahren




Sportliche Eleganz mit hohem Praxisnutzen: 1978 erscheint der Manta CC
  

Rüsselsheim.  Ab 1975 rollt die zweite Generation des Opel Manta vom Band. Ebenso wie sein Vorgänger entwickelt sich das Sportcoupé dank schnittigen Designs und Familientauglichkeit schnell zum Liebling in der Käufergunst. Drei Jahre später erweitern die Rüsselsheimer ihre Manta-Baureihe um eine Karosserievariante mit Heckklappe und variablem Innenraum: Der Manta CC ist geboren, das Combi Coupé. 

In der Technik ist der Neue mit seinen „Brüdern“ identisch, ebenso führt er die kraftvollen, sportlichen Konturen fort. Das Besondere ist seine weit öffnende Heckklappe, die bequemes Beladen ermöglicht und bei umgeklappter Rücksitzlehne einen für diese Fahrzeugklasse voluminösen Stauraum von 670 Litern (nach VDA-Messmethode) freilegt. Selbst mit Passagieren im Fond stehen immer noch 330 Liter für das Gepäck zur Verfügung. Auf diese Weise wird der Manta CC für all jene zum universellen Lademeister, die aufgrund ihres Hobbys oder Berufs große Staukapazitäten benötigen. Ausgesprochen nützlich dabei ist seine Innenraumvariabilität: Das CC-Coupé lässt sich mit nur wenigen Handgriffen vom Fünf- in einen Zweisitzer verwandeln. Zugleich betont aber auch diese Manta-Version weiterhin ihre Sportlichkeit: Das Zweiliter-Topaggregat mit 81 kW (110 PS) sprintet in nur 10,5 Sekunden von Null auf Tempo 100. Auf der Autobahn erreicht der Manta CC bis zu 187 km/h Spitze. Bereits vor 30 Jahren betonte das heute wieder in Mode gekommene Kürzel CC bei Opel die Verbindung von Eleganz, sportlicher Performance und hohem Praxisnutzen.

8. Klassikertreffen an den Opelvillen

27. Juni 2008   
8. Klassikertreffen an den Opelvillen 



Größtes Oldtimer-Highlight für alle Marken im Rhein-Main-Gebiet in Rüsselsheim
 

Rüsselsheim.  Die Opelvillen und der angrenzende Stadtpark in Rüsselsheim sind am Sonntag, 29. Juni, zum achten Mal Schauplatz des Klassikertreffens. Opel und die Stadt Rüsselsheim als Organisatoren erwarten zwischen 10 und 16 Uhr erneut mehr als 1.300 klassische Autos, Motorräder und Traktoren aller Marken sowie mehr als 15.000 Besucher. Präsentiert werden Zwei- und Vierräder aus dem vergangenen Jahrhundert bis zum Baujahr 1980. Die Teilnahme ist sowohl für Oldtimer-Besitzer als auch für Zuschauer kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
 

Opel „Schlüsselloch“-Kapitän – vom Topmodell zum Liebhaberstück

27. Juni 2008 

Opel „Schlüsselloch“-Kapitän – vom Topmodell zum Liebhaberstück




·         Im Juni 1958 nehmen die Händler den Kapitän P 2,5 an Bord 

Rüsselsheim. 1958: Die Hula-Hoop-Welle schwappt als Vorreiter der Fitnessbewegung aus den USA nach Europa, Elvis Presley kommt als Soldat nach Deutschland und versetzt die Jugend in Wallung. Während sich die Teens und Twens in Jeans, Lederjacke und Petticoat auf dem Motorroller zum nächsten Tanzschuppen aufmachen, feiert vor genau
50 Jahren ein mondänes Auto mit amerikanischen Flair Premiere: Ab Juni rollt der Opel Kapitän P 2,5 vom Band. Nach knapp vierjähriger Entwicklung kommt der große Rüsselsheimer auf die Straße und trifft mit seinem kraftvollen und eleganten Design genau den Zeitgeschmack. In nur einem Jahr werden 34.842 Exemplare gebaut. 

Mit elegantem Design die gehobene Klientel begeistern
 

Panoramascheiben, Heckflossen und Zweifarben-Lackierungen bestimmen Ende der
50er Jahre die Automobilwelt. Dieser Linie folgend, erhält der neue Kapitän ein gestrecktes, modernes Aussehen, mit nach hinten leicht abfallender Dachpartie, die den viertürigen amerikanischen Coupés ähnelt. Der üppig verchromten Frontpartie und der markant geschwungenen Stoßstange folgen in gerader Linie die Kotflügel. Weit herumgezogene Panoramascheiben integrieren den Dachaufbau harmonisch in das Gesamtbild. Zugleich verbessern sie die Sichtverhältnisse enorm: So hat der Fahrer nach vorne nun einen Sichtwinkel von 103 Grad. Chromleisten untergliedern die Seitenteile, die in abgerundeten Heckflossen münden. In den Flossenenden eingebettet liegen die Rückleuchten mit der charakteristischen Form eines Schlüssellochs. Dieser Tatsache verdankt das gut 4,70 Meter lange Opel-Topmodell auch seinen Spitznamen – schnell ist es als „Schlüsselloch“-Kapitän bekannt und geht unter diesem Namen in die Geschichte ein.   

Vielfalt und Sicherheit werden groß geschrieben
 

Die Kunden haben bei dem neuen Luxusliner indes die Qual der Wahl: Zu elf einfarbigen und 23 zweifarbigen Außenlackierungen kommen beim normalen Kapitän fünf und bei der „L“-Version (Luxus) acht verschiedene Polsterkombinationen. Damit ergeben sich insgesamt 139 unterschiedliche Farb- und Stoffkombinationen – so ist für jeden Geschmack und jeden Verwendungszweck der passende Auftritt garantiert. Um die Fahrt mit dem Kapitän noch angenehmer zu machen, kann der Wagen zusätzlich mit Frischluft-Kurbeldach und Overdrive-Getriebe ausgestattet werden. Das sogenannte „In die Knie-Gehen“ des Fahrzeugs bei starkem Bremsen wird durch das „Antidive“-Prinzip wirksam ausgeschaltet, ermöglicht durch die Weiterentwicklung der Vorderachse.
 

Doch nicht nur auf Komfort und Variantenreichtum legen die Opel-Konstrukteure bei dem 59 kW/80 PS starken Spitzenmodell Wert, die Passagiere sollen sich vor allem sicher fühlen. So geht der neue Kapitän P 2,5 mit verbesserter Bremswirkung und Lenkung an den Start. Der tiefere Fahrzeugschwerpunkt und der vergrößerte Radstand sorgen für geringere Kurvenneigung und mehr Fahrstabilität. Um die kleinsten Mitfahrer davor zu bewahren, dass sie bei einem Tempo bis zu 142 km/h nicht versehentlich die Türen im Fond öffnen können, ist erstmals eine „Kindersicherung“ einstellbar. Auf diese Weise wird der Kapitän nicht nur zum eleganten Vorzeigeobjekt, sondern gerade auch zur idealen Reiselimousine für die ganze Familie.
 

Die Presse feiert den neuen Kapitän
 

„‚Sicherheit zuerst’ hieß diesmal der Grundsatz in Rüsselsheim. Dass dabei Komfort und Eleganz nicht zu kurz kommen, versteht sich bei Opel von selbst“, resümiert 1958 das „Hamburger Echo“. Auch die übrige Presse zeigt sich von Beginn an vom neuen Opel-Flaggschiff begeistert. Die „Main-Post“ aus Würzburg schreibt: „Ein neuer ‚Kapitän’ geht auf die Reise. Die Rüsselsheimer gaben ihm alles mit, was er brauchte – eine Freude für die Augen und mehr als das…“ Und die ADAC-Motorwelt spricht gar von der „repräsentativen Visitenkarte des Rüsselsheimer Werkes, nicht nur für Deutschland, sondern für Europa, ja für die Welt…“ Heute ist der „Schlüsselloch“-Kapitän ein Liebhaberstück und noch rund drei Dutzend zugelassene Raritäten sind auf Deutschlands Straßen unterwegs.
  
Technische Daten Opel Kapitän P 2,5
 
Bauzeit                       1958-1959
Motor                          2,5 Liter
Zylinder                      6 / Reihe
Hubraum                    2473 cm³
Leistung                      80 PS/ 59 kW
Geschwindigkeit         142 km/h
Grundpreis 1958        DM 10.250,-
                                   Kapitän „L“ DM 11.000,-
Stückzahl                   34.842

Vor 80 Jahren: Fritz von Opels Rekordfahrt im RAK 2

7. Mai 2008  
Vor 80 Jahren: Fritz von Opels Rekordfahrt im RAK 2 



Auf der Berliner AVUS beginnt im Mai 1928 das Raketenzeitalter
  

Rüsselsheim.  Vor 3.000 geladenen Zuschauern beginnt am 23. Mai 1928 auf der Berliner AVUS das Raketenzeitalter. Fritz von Opel, Enkel des Firmengründers Adam Opel, startet mit seinem RAK 2 zu einer weltweit beachteten Rekordfahrt. Der Raketenwagen ähnelt einer schwarz lackierten Zigarre, zwei gewaltige Flügel sollen den errechneten Auftrieb kompensieren und ein Abheben des Fahrzeugs verhindern. 24 Pulverraketen mit insgesamt 120 Kilogramm Sprengstoff katapultieren den RAK 2 mit einem langen Feuer- und Rauchschweif nach vorne. Mit jedem Tritt aufs Gaspedal zündet Fritz von Opel die nächste Stufe des Antriebs, das Fahrzeug beschleunigt auf die Rekordgeschwindigkeit von 238 km/h. Gleich nach dem umjubelten Erfolg kündigt Fritz von Opel weitere Raketenversuche auf der Schiene und in der Luft an. 256 km/h erreicht am 23. Juni 1928 der unbemannte RAK 3 auf einem gesperrten Eisenbahngleisstück bei Burgwedel - neuer Weltrekord für Schienenfahrzeuge. Im September 1929 absolviert „Raketen-Fritz“ den ersten bemannten Raketenflug der Welt, mit dem Opel-Sander RAK 1-Flugzeug erhebt sich Fritz von Opel auf dem Flughafen Frankfurt-Rebstock in die Luft.
 

„Der Vorstoß in den Weltenraum“
 

Im Jahr 1927 sucht der Südtiroler Astronom, Testpilot und Publizist Max Valier, Verfasser des Werks „Der Vorstoß in Weltenraum“, bei Fritz von Opel Unterstützung für seine Forschung an einem „Raketen-Motor“. Der Enkel des Firmengründers Adam Opel, selbst Rennfahrer und Flieger, erkennt die Möglichkeiten der Raketen-Technik und die Werbewirkung für die Marke Opel. Fortan wird in Rüsselsheim an der neuartigen Technologie geforscht, auf einem eigens konstruierten Prüfstand die Schubkraft unterschiedlicher Raketen-Typen gemessen. Der Ingenieur und Raketenbauer Friedrich Wilhelm Sander aus Wesermünde bei Bremerhaven liefert hochmoderne Feststoff-Raketen. Er hat sich einen Namen mit der Herstellung von Raketen zur Seenotrettung erworben. Mit solchen Raketen werden Rettungsleinen zu havarierten Schiffen hinüber geschossen.
 

Für den 11. April 1928 kündigt das Unternehmen die öffentliche Premiere des Raketenwagens RAK 1 auf der hauseigenen Opel-Rennbahn in Rüsselsheim an, der ersten permanenten Versuchs- und Rennstrecke Deutschland. Um 16.30 Uhr ist es soweit: Werksrennfahrer Kurt C. Volkhart hebt den Arm als Zeichen zum Start, die ersten von zwölf Raketen zünden.  Nach nur acht Sekunden erreicht der RAK 1 Tempo 100, dann rollt das Fahrzeug aus. Die Fahrt wird zum Triumph einer neuen Technologie, die Zeitungs-Berichte sind getragen von Zukunftseuphorie. Vom „betriebssicheren Amerikaflug“ und „dessen Weiterentwicklung zum Weltenraumschiff“ wird phantasiert. 
 

„120 Kilo Sprengstoff im Rücken, genug für ein ganzes Häuserviertel“
 

Weil die hauseigene Opel-Rennbahn nicht für Geschwindigkeiten über 140 km/h konzipiert ist, verlegt Fritz von Opel die Rekordfahrt mit dem technisch und aerodynamisch neu konzipierten RAK 2 auf die Berliner Hochgeschwindigkeits-Strecke AVUS, um das innovative Antriebssystem dort einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Rund 3.000 geladene Gäste aus Film, Sport, Wissenschaft und Politik sowie Vertreter der Presse haben sich auf der Nordtribüne versammelt und warten auf den Start. Filmstar Lilian Harvey und Box-Idol Max Schmeling sind unter den prominenten Zuschauern. Noch steht das Raketenauto verhüllt unter Segeltuch. Geheimrat Schütte, Präsident der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Luftfahrt, würdigt das Wirken Max Valiers. Fritz von Opel schildert das Ziel der Forschung: die bemannte Raumfahrt.
 

Der RAK 2 wird enthüllt und zum Start geschoben, wo die Raketen eingesetzt und mit den Zündkabeln verbunden werden. Staunend betrachten die Zuschauer das Raketenauto. Ein schlanker, schwarz lackierter Karosseriekörper, das Fahrgestell stammt von einem Opel 10/40 PS. Zwei gewaltige Flügel sollen den errechneten Auftrieb kompensieren und

ein Abheben des Raketenwagens verhindern. Mit der Kraft von 24 Raketen, die einen Schub von 6.000 Kilo entwickeln und über ein eigens entwickeltes, elektrisches Zündsystem per Fußpedal gezündet werden, soll der RAK 2 eine Geschwindigkeit jenseits der 200 km/h-Marke erreichen. Der 29-jährige Fritz von Opel setzt sich in Fliegerjacke und mit Fliegerbrille ans Lenkrad, „merkwürdige Gedanken duchblitzten mich“, erinnert er sich später. „120 Kilo Sprengstoff im Rücken, genug für ein ganzes Häuserviertel... da steht ja auch die goldige Lilian Harvey, knapp 90 Pfund mag sie wiegen.“ 

„Hinter mir das Rasen der unbändigen Kräfte“
 

Am Start stehen nur noch Carl Jörns, der legendäre Opel-Rennfahrer, Max Valier und der Raketenbauer Friedrich Wilhelm Sander beim Piloten. Fritz von Opel notiert später: „Sander drückt mir die Hand. Warum so feierlich? Ich trete auf das Zündpedal. Hinter mir heult es auf und wirft mich vorwärts. Es ist wie eine Erlösung. Ich trete nochmal, nochmals und – es packt mich wie eine Wut – zum viertenmal. Seitwärts verschwindet alles. Ich sehe nur noch das große Band der Bahn vor mir. Ich trete schnell noch viermal, fahre nun mit acht Rohren. Die Beschleunigung ist ein Rausch. Ich überlege nicht mehr. Ich handle nur noch im Unterbewusstsein. Hinter mir das Rasen der unbändigen Kräfte...“ 
 

Kurz vor Schluss kommt es fast zur Katastrophe: die Tragflächen sind nicht ausreichend auf Abtrieb gestellt, das enorme Tempo lässt den Vorderwagen des Raketenfahrzeugs abheben, Fritz von Opel kann den RAK 2 nur durch schnelle Reaktionen auf der Bahn halten. Nach kaum drei Minuten ist das Spektakel vorbei und die Sensation ist perfekt. Die Höchstgeschwindigkeit der Rekordfahrt lag bei 238 km/h, die Nachricht geht um die Welt. Einem Reporter verrät UFA-Star Lilian Harvey: „Mit Fritz von Opel möchte ich im Raketenauto fahren.“ 
 

Die Zeitschrift „Das Motorrad“ schreibt: „Es konnte sich niemand des Eindrucks erwehren, dass man am Beginn eines neuen Zeitalters steht. Vielleicht ist der Opelwagen mit Raketenantrieb der erste praktische Schritt zur Überwindung des Weltalls.“ „Raketen-Fritz“ ist ein Held und will nun Schiene und Luftraum erobern. Eine Fortsetzung des Rüsselsheimer Raketenprogramms im Juni 1928 findet mit den unbemannten Schienenfahrzeugen RAK 3 und 4 auf der eigens gesperrten Reichsbahnstrecke Celle-Burgwedel statt. Dabei wird mit dem RAK 3 ein neuer Weltrekord für Schienenfahrzeuge

aufgestellt. Ein paar Wochen später missglückt ein neuer Rekordversuch mit dem RAK 4, der bei der gewaltigen Explosion zerstört wird. Weitere Versuche mit einem Raketen-getriebenen Opel Motoclub-Motorrad folgen, werden aber von den Behörden untersagt. Im September 1929 absolviert Fritz von Opel den ersten bemannten Raketenflug der Welt. Mit dem Opel-Sander RAK 1-Flugzeug erhebt er sich auf dem Flugplatz Frankfurt-Rebstock in die Luft und wird 150 km/h schnell. Das Raketenzeitalter hat begonnen.

Opel Senator und Monza feiern 30. Geburtstag

5. Mai 2008   

Opel Senator und Monza feiern 30. Geburtstag


Opel Spitzenmodelle bieten Eleganz und Technikkompetenz für anspruchsvolle Kunden  

Rüsselsheim.  Als „Synthese von Komfort, Leistung und Raumökonomie“, so die damalige Pressemappe, stellte Opel vor 30 Jahren im Frühjahr 1978 seine Topmodelle Senator und Monza vor. Während die Senator Limousine auf Komfort und Eleganz ausgelegt ist, ver­bindet das Monza Coupé das Beste aus der Limousine mit der Kraft eines leistungsstarken Sportwagens. Beide verfügen über ein Fahrwerk modernster Konzeption: Erstmals sind bei der neuen Doppelbaureihe die Hinterräder einzeln aufgehängt. Das Zusammenspiel mit McPherson-Federbeinen vorne und Schräglenkern hinten sorgt nicht nur für höchsten Komfort, sondern auch für ein Mehr an Fahrsicherheit und optimale Bodenhaftung. Völlig neu im Automobilbau ist auch die Miniblockfeder an der Hinterachse, die sich durch einen äußerst geringen Platzbedarf auszeichnet. 
 

Mit besonderem Luxus verwöhnt der Senator CD seine Insassen: Lenkradhöhenver­stellung, integrierte Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Sitzheizung und viele weitere Ausstattungsdetails zählen – für die damalige Zeit außergewöhnlich – zum serienmäßigen Lieferumfang. Lohn der Mühen: Zahlreiche Prominente aus Politik, Wirtschaft und Sport entscheiden sich für das Spitzenmodell – beispielsweise Deutschlands Box-Legende Max Schmeling.
 

Ein Garant für besten Reisekomfort und vielseitige Einsatzmöglichkeiten ist auch der Monza: Als erstes Coupé seiner Leistungsklasse bietet er im Fond vollwertige Sitze. Und auch an das Gepäck der Urlauber wurde gedacht, denn trotz des sportlichen Designs mit schräger Dachlinie muss noch lange kein Koffer zu Hause bleiben: Mit einem Fassungs­vermögen von 425 Litern (765 Liter bei umgeklappter Rücksitzlehne) ergänzt der Koffer­raum das großzügige Innenraumangebot des Monza. Das Beladen wird dem Fahrer zu­dem durch die weit öffnende Heckklappe erleichtert. 
 

Um die mögliche Last flott vom Fleck zu bewegen, sorgen kräftige Sechszylinder-Trieb­werke für den nötigen Durchzug und hohe Fahrdynamik. Der 3,0-Liter-Spitzenmotor leistet 132 kW/180 PS bei 5.800 Touren. Das Angebot ergänzen ein 110 kW/150 PS starkes Aggregat der gleichen Hubraumgröße sowie ein 2,8-Liter-Vergasermotor mit 103 kW/140 PS. Dank des aerodynamischen Designs von Senator und Monza bringen die beiden Modelle ihre Kraft auch mit beeindruckender Beschleunigung auf die Straße: Der Senator mit 180 PS benötigt aus dem Stand auf 100 km/h neun Sekunden, der Monza ist noch eine halbe Sekunde schneller. Und auch bei der Höchstgeschwindigkeit legt das Sportcoupé noch etwas drauf: Schiebt sich beim Senator die Tachonadel bis auf 210 km/h, kommt sie im Monza erst bei 215 km/h ins Stocken. Für diese Leistung und Hubraum­klasse agieren die beiden komfortablen Athleten mit einem Durchschnittsverbrauch von 11,3 respektive 10,8 Litern Superbenzin auf 100 Kilometer durchaus wirtschaftlich.

Die erste Senator-Generation wird bis zum Facelift 1982 fast 70.000 Mal, das Monza-Coupé mehr als 27.000 Mal verkauft.

Vor 80 Jahren: Opel startet das Raketenzeitalter

8. April 2008  
Vor 80 Jahren: Opel startet das Raketenzeitalter  



Auf der Rüsselsheimer Rennbahn sorgt der RAK 1 für Furore
  

Rüsselsheim.  Vor internationaler Presse beginnt am 11. April 1928 auf der Rüsselsheimer Opel-Rennbahn das Raketenzeitalter mit der ersten öffentlichen Fahrt des RAK 1. Um 16.30 Uhr hebt Opel-Ingenieur und Rennfahrer Kurt C. Volkhart den Arm als Zeichen zum Start, die ersten von zwölf Raketen in seinem Rücken zünden, unter lautem Heulen verschwindet der Raketen-Wagen RAK 1 im Rauch. Nach nur acht Sekunden erreicht der
RAK 1 Tempo 100, die Fahrt wird zum Triumph einer neuen Technologie, die es letztendlich möglich macht, den Weltraum zu erobern. 

„Der Vorstoß in den Weltenraum“


Die Eroberung des Orbits beginnt im Jahr 1927. Der Südtiroler Astronom, Testpilot und Publizist Max Valier, Verfasser des Werks „Der Vorstoß in den Weltenraum“, sucht bei Fritz von Opel Unterstützung für seine Forschung an einem „Raketen-Motor“. Der Enkel des Firmengründers Adam Opel, selbst Rennfahrer und Flieger, erkennt die Möglichkeiten der Raketen-Technik und die Werbewirkung für die Marke Opel. Fortan wird in Rüsselsheim an der neuartigen Technologie geforscht, auf einem eigens konstruierten Prüfstand die Schubkraft unterschiedlicher Raketen-Typen gemessen. 
 

Am 12. März 1928 beginnen unter strengster Geheimhaltung die ersten Testfahrten auf der Opel-Rennbahn. Als Versuchsträger dient ein Opel 4/12 PS „Laubfrosch“. Aus Sicherheitsgründen treiben das Fahrzeug zuerst nur zwei Raketen an: eine „Seelenrakete“ für den Start sowie ein „Dauerbrander“ für anhaltenden Schub. Am Steuer sitzt der Opel-

Ingenieur und Rennfahrer Kurt C. Volkhart. Die Fahrt endet nach 35 Sekunden, in denen lediglich 150 Meter zurückgelegt werden. Weitere Testläufe mit stärkeren Raketen führen schnell zu den erhofften Resultaten. Einen Monat später ist alles bereit für die ersten öffentlichen Demonstrationsfahrten. 

„Raketenantrieb – ein erfolgreicher Versuch der Opel-Werke“


Für den 11. April 1928 kündigt das Unternehmen die Premiere des Raketenwagens auf der hauseigenen Opel-Bahn an. Das 1920 eingeweihte Beton-Oval bei Rüsselsheim ist die erste permanente Versuchs- und Rennstrecke Deutschlands. Der RAK 1 getaufte Raketenwagen verfügt über eine aerodynamische Kühler-Attrappe, im Motorraum befindet sich lediglich die speziell für die Fahrten mit Raketenantrieb entwickelte, elektrische Zündanlage. Durch wiederholtes Durchtreten eines Fußpedals zündet Pilot Kurt C. Volkhart paarweise die zwölf Raketen, die sich in einem Stahlkasten am Heck des RAK 1 befinden. Die Ladung, so wurde nach vielen Versuchen und Messreihen ermittelt, soll für eine vollständige Umrundung des 1,5 Kilometer langen Ovalkurses reichen. Zwei von Volkhart konstruierte, seitlich angebrachte Flügel sorgen für Anpressdruck auf der Vorderachse. Ein Entfernen der Motorhaube überzeugt die geladenen Gäste von der „Motorlosigkeit“ des Fahrzeugs und der Ernsthaftigkeit des Unternehmens.

Um 16.30 Uhr ist es soweit. Kurt C. Volkhart hebt den Arm als Zeichen zum Start, die ersten von zwölf Raketen in seinem Rücken zünden. Unter lautem Heulen verschwindet der Raketenwagen RAK 1 in einer Rauchwolke. Nach nur acht Sekunden erreicht der RAK 1 Tempo 100, dann rollt das Fahrzeug aus. Nur drei Raketenpaare und eine einzelne Rakete haben gezündet, die Zündkabel der anderen fünf Raketen sind durchgebrannt. Trotzdem: die Fahrt wird zum Triumph einer neuen Technologie, die Zeitungs-Berichte sind getragen von Euphorie. Vom „betriebssicheren Amerikaflug“ und „dessen Weiterentwicklung zum Weltenraumschiff“ ist die Rede. „Raketenantrieb – ein erfolgreicher Versuch der Opel-Werke“, lautet ein Titel. Das Unternehmen ist in aller Munde, Fritz von Opel kündigt weitere Forschungen mit dem Ziel der bemannten Raumfahrt an und lässt Taten folgen. 
 

Am 23. Mai 1928 startet Fritz von Opel vor 3.000 geladenen Gästen aus Politik, Film und Wissenschaft zur Rekordfahrt. Mit 230 km/h fliegt das schwarz lackierte Experimental-Fahrzeug RAK 2 über die Berliner AVUS. Mit jedem Tritt aufs Gaspedal zündet Fritz von
Opel die nächste Stufe des Antriebs, 24 Pulverraketen mit insgesamt 120 Kilogramm Sprengstoff katapultieren das Fahrzeug auf 238 km/h. Fritz von Opel ist ein Held und will nun Schiene und Luftraum erobern.  

256 km/h erreicht am 23. Juni 1928 der unbemannte RAK 3 auf einem gesperrten Eisenbahngleisstück bei Burgwedel (Hannover) - neuer Weltrekord für Schienenfahrzeuge. Weitere Versuche mit einem Raketen-getriebenen Opel Motoclub-Motorrad sollen folgen, werden aber von den Behörden untersagt. Im September 1929 absolviert „Raketen-Fritz“ den ersten öffentlichen bemannten Raketenflug der Welt, mit dem Opel-Sander RAK 1-Flugzeug erhebt sich Fritz von Opel auf dem Flugplatz Frankfurt-Rebstock in die Luft und wird 150 km/h schnell. Der Vorstoß in den Weltraum hat begonnen

Historische Motorsport-Fahrzeuge auf der Techno Classica

20. März 2008   
Historische Motorsport-Fahrzeuge auf der Techno Classica 



Gemeinsame Präsentation mit der Alt-Opel-Interessengemeinschaft e. V.
  

Rüsselsheim.  Die Techno-Classica in Essen (26. – 30. März), weltgrößte Messe für Oldtimer, Youngtimer und Prestige-Automobile, steht für Opel im Zeichen der frühen Motorsporterfolge. Auf dem Stand der Alt-Opel-Interessengemeinschaft e. V. in Halle 2 zeigt Opel Classic Highlights aus der über 100-jährigen Rennsportgeschichte der Marke mit dem Blitz: einen Opel Rennwagen aus dem Jahr 1903 sowie den Ascona 400, mit dem Ari Vatanen und Terry Harryman 1983 die legendäre Safari-Rallye gewannen.
 

Außerdem dabei der spektakuläre grüne Opel Renn- und Rekordwagen von 1914. Mit 12,3 Litern ist er der hubraumstärkste Wagen der Opel-Modellgeschichte. Der 260 PS starke Bolide, mit dem Opel-Werksfahrer Carl Jörns nicht nur zahlreiche Sprint- und Bergrennen gewann, sondern auch den späteren Geschwindigkeits-Weltrekordler Malcolm Campbell besiegte, war zwar bereits vor drei Jahren auf der Techno-Classica zu sehen – allerdings nur als halb fertig gestelltes Restaurierungsobjekt. Nun sind die Arbeiten abgeschlossen und Opel Classic kann das fahrfertige, über 230 km/h schnelle grüne Ungetüm der Öffentlichkeit präsentieren. Großformatige Tafeln informieren über die Anfänge des Motorsports und insbesondere über das legendäre Kaiserpreisrennen von 1907. Carl Jörns erhielt damals den von Kaiser Wilhelm gestifteten Porzellanpokal für das beste deutsche Automobil.
 

Eine Website für Corsa-Fans

19. März 2008
Eine Website für Corsa-Fans 



Infos und Geschichten zum Opel-Erfolgsmodell jetzt auf opel.de
  

Rüsselsheim. Vor 25 Jahren rollte der erste Opel Corsa im spanischen Werk Saragossa vom Band. Er wurde zu einem der beliebtesten Kleinwagen der Welt und ist auch heute in seiner vierten Auflage ein Bestseller – im vergangenen Jahr war der kompakte Opel das beliebteste Fahrzeug seiner Klasse in Deutschland.
 

Zum Jubiläum hat Opel die Homepage
http://www2.opel.de/25_jahre_corsa designt. Hier erfährt man alles über die Geschichte des Corsa, von Modellvarianten über Designstudien bis hin zu seinen legendären Werbeauftritten. Und die Seite ist interaktiv: Hier können Corsa-Fahrerinnen und - Fahrer die schönsten, lustigsten, witzigsten, aufregendsten, spannendsten und romantischen Geschichten und Erlebnisse mit ihrem Auto erzählen. Unter allen Einsendungen wird ein OPC Performance Training verlost.
 

Wer noch mehr interessante Informationen über den Corsa bekommen möchte, kann bis zum 31. März die Corsa-Ausstellung im Opel Forum am Rüsselsheimer Bahnhofsplatz besuchen. Sie zeigt 25 Jahre und vier Generationen Opel Corsa in Bild-, Film- und Textdokumenten, die detaillierte Erklärungen zu Design und Entwicklung beinhalten. Daneben werden Corsa Originalfahrzeuge präsentiert. Allen, die die Ausstellung nicht bis zum 31. März 2008 in Rüsselsheim besuchen können, bietet sich die Chance, die Ausstellung in Bochum (von April bis August) und im Anschluss in Eisenach zu sehen.

Mit Motorsport-Ikonen auf der Retro Classics in Stuttgart

7. März 2008   

Mit Motorsport-Ikonen auf der Retro Classics in Stuttgart



Opel-Erfolge im Wandel der Zeit: Vom Kaiserpreis zur Rallye Monte Carlo  

Rüsselsheim.  Auf dem „Internationalen Schauplatz automobiler Tradition“ – so das Motto der Retro Classics in Stuttgart – präsentiert Opel Classic vom 14. bis 16. März Highlights der Rennwagen- und Rallye-Geschichte. Vor 101 Jahren gewann Opel-Werksfahrer Carl Jörns beim Kaiserpreisrennen den Titel für das beste deutsche Automobil. Die Siegtrophäe – ein großer, aus Porzellan geformter Pokal – kann von den Gästen auf dem neuen Messegelände ebenso bewundert werden wie drei Rennboliden aus den Geburtsjahren des Motorsports: der Opel Rennwagen von 1902, der Opel GP-Rennwagen von 1913 und der Vierzylinder 12,3 Liter-Rennwagen von 1914. Großformatige Info-Tafeln geben den Besuchern Einblicke in die Anfänge des Motorsports und erzählen die Geschichte des Kaiserpreisrennens.
 

Mit dabei auch der Opel Ascona 400, mit dem 1983 der Finne Ari Vatanen mit seinem Beifahrer Terry Harryman ohne einen einzigen Strafpunkt die legendäre Safari-Rallye gewann - nach einer Strecke von 5.000 Kilometern.
 

Die Motorsport-Ikonen der Marke mit dem Blitz befinden sich auf dem Stand der Alt-Opel-Interessengemeinschaft e. V. in Halle 5. Opel Classic unterstreicht damit die bedeutende Rolle des größten historischen Opel-Clubs bei der Pflege von Tradition und Marke.

Legendäre Oldtimer-Rallye macht bei Opel Station

31. Januar 2008   
Legendäre Oldtimer-Rallye macht bei Opel Station 



14. AvD-Histo-Monte: Prüf- und Kontrollstationen im Testzentrum und im Werk 
  

Rüsselsheim.  Kurvenreiche Strecken, Gebirgspässe und unvorhersehbare Wetter­verhältnisse – das sind die Herausforderungen, die die Rallye Monte Carlo zu einer der schwierigsten Veranstaltungen ihrer Art machen. Vergleichbar anspruchsvoll und attraktiv wie das Original ist die so genannte „Histo-Monte“, die an die Geschichte der legendären Rallye erinnern soll. Vom 7. bis 10. Februar rollen die Veteranen des Rallye-Sports wieder. Bereits zum 14. Mal stellen historische Fahrzeuge auf der Strecke vom hessischen Hanau ins mondäne Monaco unter Beweis, wie gut sie in Schuss sind. In diesem Jahr steht der Wett­bewerb ganz im Zeichen von Opel. 
 

Der Startschuss fällt am Donnerstag, 7. Februar, in Hanau. Von dort macht sich das Feld auf zur ersten Sonderprüfung im Opel-Testzentrum Dudenhofen, bevor die Rallye-Oldtimer dann in Rüsselsheim eintreffen. Durch das Werk fahren die Teams zum historischen Haupt­portal, danach passieren sie vor dem Bahnhof zwischen 11 und 12 Uhr einen Kontrollpunkt. 
 

Unter den 50 Teilnehmern ist die Marke Opel mit neun Fahrzeugen vertreten. Für das Opel-Classic-Werksteam begeben sich Ex-Querfeldein-Radweltmeister Klaus-Peter Thaler und Jochen Berger, Rallye-Europameister 1974, auf die Strecke. Sie fahren ein Commdore B GS Coupé aus dem Jahr 1972 mit der Startnummer 3. Auf einem Ascona 400 mit der Nummer 4 starten Peter Steinfurth und Christian Geistdörfer, Rallye-Weltmeister auf Opel 1981. Natür­lich wollen die Fahrer der Rüsselsheimer Marke auch in diesem Jahr wieder ganz vorne mit dabei sein, schließlich fuhren die Teams Stahl/Göbel im Jahr 2000 und Thaler/Berger im Jahr 2001 den Gesamtsieg bei der Histo-Monte ein.
 
 
Opel erfolgreich im Kampf um die vorderen Ränge  

Auch bei der 1911 erstmals ausgetragenen Original-Rallye Monte Carlo konnten die Rüsselsheimer Sportfahrzeuge große Erfolge verbuchen.
1936 feiert eine vierköpfige Mann­schaft auf einem Olympia den ersten Klassensieg. In den sechziger Jahren sorgt Opel für so manche Überraschung. Ein Garant dafür: der neue Kadett, mit dem die Rüsselsheimer ab 1962 die Karten im gehobenen Kleinwagensegment neu mischen und ein agiles Sportgerät auf die Räder stellen. Gegen stärkste internationale Konkurrenz in seiner Klasse setzt sich 1966 beispielsweise das Team Lambart/Vogt auf dem serienmäßigen 1,1 Liter-Kadett B Coupé durch. Gleichzeitig erringt der Stockholmer Lillebror Nasenius mit seinem Landsmann Brattberg auf einem Opel Rekord C 1,9 Liter in der Serientourenwagen-Kategorie 2.500 ccm einen weiteren Sieg. Immer wieder behaupten sich die Serientourenwagen aus Rüsselsheim gegen die damals weitaus überlegenen Grand Tourismo-Fahrzeugen. Der Lohn: Mehrmals wird Opel nach Porsche die zweitbeste deutsche Marke bei der „Monte“.
 

Anfang der 70er Jahre fährt insbesondere das Team Ragnotti/Thimonier viele Gruppensiege ein – ob bei den Spezialtourenwagen auf einem Rallye Kadett oder mit einem Opel Ascona 19 SR. 1970 erkämpfen sich die Französinnen Marie Claude Beaumont und Martine de la Grandrive auf Commodore GS den begehrten Damenpokal.
 

Neuer Stern am Monte Carlo-Himmel: Walter Röhrl 
 

1973 verzeichnet das Opel-Lager einen Neuzugang, der für viele Fans als ungekrönter König in die Geschichte der Rallye eingehen wird. Als Nachwuchstalent will der damals
25-jährige Walter Röhrl das Feld aufmischen. Nach nur wenigen Starts erringt er mit seinem Copiloten Jochen Berger auf einem Ascona A im Team von Opel-Tuner Irmscher die Vize-Europameisterschaft und wird 1974 Rallye-Europameister. 1976 liegen die beiden auf ihrem Kadett C GT/E bis zur stets großes Aufsehen erregenden Zusatzprüfung „Monaco – Monaco“ – besser bekannt unter der Bezeichnung „Nacht der langen Messer“ – auf Rang sechs und kämpfen sich am Ende auf den vierten Platz in der Gesamtwertung der Gruppe 4 vor. Damit dringen sie in das Feld der viel stärker motorisierten Lancia Stratos ein.

 
1982 gewinnt Röhrl die Rallye Monte Carlo mit einem Ascona B 400 und legt damit den Grundstein für die Rückeroberung des Weltmeistertitels, den der Regensburger bereits 1980 inne hatte. Für Opel wird es mit dem Gewinn der Fahrerweltmeisterschaft, der Vize-Welt­meisterschaft (Marken), der Europameisterschaft sowie sieben nationalen Meistertiteln das erfolgreichste Rallye-Jahr.

25 Jahre Opel Corsa – eine Bilderbuchkarriere

10. Januar 2008   
25 Jahre Opel Corsa – eine Bilderbuchkarriere 



Ausstellung über die Geschichte des Erfolgsmodells im Opel Forum Rüsselsheim 
  

Rüsselsheim.  Das einstige Einsteigermodell von Opel wird 25 Jahre alt. Im Laufe dieser Zeit – und in der mittlerweile vierten Generation – ist der Corsa richtig erwachsen gewor­den und schon längst kein Kleiner mehr. Viele Millionen Käufer haben den Corsa und seine nahen Verwandten fast überall auf der Welt in ihr Herz geschlossen.
 Pünktlich zum Jubiläum ehrt Opel das Erfolgsmodell mit einer eigenen Ausstellung. Bild- und Texttafeln informieren über Design und Entwicklung, aber auch über legendär ge­wordene Werbespots. Außerdem werden mehrere Originale – vom Serienfahrzeug bis zur Studie – präsentiert.

Die Ausstellung im Rüsselsheimer Opel Forum dauert bis zum
31. März und ist werktags von 7 Uhr bis 18.30 Uhr geöffnet. Von April bis August 2008 wird die Corsa-Schau bei Opel in Bochum gezeigt, danach in Eisenach